Wir beantworten alle deine Fragen zum Song Contest 2026: Wer sind unsere Favoriten und die der Buchmacher? Wo findet das nächste Public Viewing statt? Und warum nimmt Spanien als einer der Big Five dieses Jahr nicht mehr an dem Wettbewerb teil? Als Bonus gibt es eine Spotify-Playlist mit unseren Lieblingsliedern.
von Paula König, 8. 5. 2026
Vor 70 Jahren hieß es zum ersten Mal: „Good Evening, Europe!”.
Vor 60 Jahren sicherte Udo Jürgens Österreich zum ersten Mal den Sieg.
Vor 12 Jahren erhoben wir uns wie der Phönix aus der Asche, als Conchita Wurst erneut gewann. Und vor 1 Jahr hielt der 24-jährige JJ den Pokal schon wieder in die Höhe und rief: „Leitln, wir hab’n den Schas gewonnen! I bring’s hoam!“ Und so soll es sein.
Wer heute durch die Wiener Innenstadt spaziert, kann den Eurovision Song Contest kaum übersehen. Seit Monaten zeigt eine große LED-Uhr am Rathausplatz einen Countdown bis zum Beginn der Feierlichkeiten an. Im Westbahnhof begrüßt ein circa zehn Meter langes Banner die Reisenden im Namen des Bewerbs – und die Straßenbahnlinie 49 wurde offiziell zur „WL x Song Contest-Bim“ ernannt, da sie einen direkt zur Stadthalle bringt. Kurz gesagt: Wien ist mehr als bereit.

Hier noch einmal die wichtigsten Fakten zum Song Contest 2026: Nach dem Sieg von JJ, Johannes Pietsch, mit dem Song „Wasted Love” im letzten Jahr findet der Eurovision Song Contest diesen Mai in Wien statt. Die beiden Semifinali steigen am Dienstag, dem 12. 6., und am Donnerstag, dem 14. 6., statt. Das große Finale ist dann am Samstag, dem 16. 5., um 21:00 Uhr. Das ist aber nicht alles, was in der Song-Contest-Woche zu sehen gibt. In der ganzen Stadt sind Public Viewings, Konzerte und Ausstellungen geplant, und wir haben eine Übersicht für euch. Natürlich bekommt ihr bei uns auch wieder eine Vorschau auf die diesjährigen Favoriten.
Bevor wir zum eigentlichen Spektakel kommen, wollen wir noch den Elefanten im Raum ansprechen. Wer unsere letzten Vorschauen zum Song Contest gelesen hat, weiß, dass die Themen Politik und, insbesondere, Israel nicht zum ersten Mal auftauchen. Nicht zum ersten Mal unterschreiben viele Künstler:innen, darunter auch ehemalige ESC-Teilnehmer:innen, eine Liste zur Ausschließung Israels. Lorde, Björk, Hayley Williams und MØ sind nur einige der großen Namen, die sich auch dieses Jahr wieder unter dem Namen „No Music For Genocide“ einsetzen. Für den Tag des Finales ist auch schon eine Demonstration für die Umgebung der Wiener Stadthalle angemeldet. Diese Demonstrationen und Petitionen sind nichts Neues. Seit mehreren Jahren wird gegen diese Art der politischen Mitmischung beim Wettbewerb protestiert. In unseren Artikeln der letzten Jahre sind wir bereits auf die bekannten Punkte eingegangen. Ihr könnt hier die Vorschauen aus den Jahren 2024 und 2025 lesen.

Da sich vonseiten der EBU (European Broadcasting Union) wenig getan hat, haben einige Länder selbst gehandelt. Irland, Island, Spanien, Slowenien und die Niederlande haben ihre Teilnahme abgesagt, nachdem Israel trotz zahlreicher Forderungen, das Land wegen seines Völkermordkriegs gegen Gaza auszuschließen, zur Teilnahme zugelassen wurde. Damit wird die Veranstaltung, so wie es derzeit aussieht, zum ersten Mal seit 1963 nicht in Irland, seit 1985 nicht in Slowenien und seit 1961 nicht in Spanien übertragen.
Die Abwesenheit Spaniens bedeutet außerdem, dass die „Big Five” zum ersten Mal nicht vollständig vertreten sind. Aus Protest gegen die Entscheidung, Israel zuzulassen, gaben einige ehemalige Gewinner:innen, darunter Nemo, Sieger:in für die Schweiz im Jahr 2024, ihre Trophäen an die EBU zurück. Auch Conchita schrieb auf Instagram, dass sie sich fortan aus dem Eurovision-Kontext zurückziehen werde, gab dafür aber persönliche Gründe an. Für einen Bewerb, der ins Leben gerufen wurde, um Europa zu vereinen, steht er dieses Jahr sehr zerstückelt da. Angesichts der vielen politischen Einmischungen ist es nachvollziehbar, dass vielen die Lust an der Sendung vergeht. Das sollte man trotz rot-weiß-roter Brille auf keinen Fall ausblenden.
Positiv ist, dass der Eurovision Song Contest von Natur aus ein vielfältiges Publikum anzieht – ein Publikum, das eine vielfältige Welt repräsentiert. Einige der geplanten Veranstaltungen erinnern an das Programm während des Pride-Monats.

Vom 10. bis 17. Mai verwandelt sich der Wiener Rathausplatz in das Eurovision Village. Neben der offiziellen Eröffnung und Public Viewings erwarten euch hier über 70 Stunden Bühnenshow. Das gesamte Programm findet ihr hier. Weitere beliebte Public Viewing Spots sind die Strandbar Herrmann (12., 14. und 16. 5.) und die Ottakringer Brauerei (16. 5.). Ein ganz besonderes Ambiente bietet die Wiener Volksoper, in der das Finale live übertragen wird. Eine Liste mit allen Public Viewings findet ihr hier.
Viele Museen laden zu thematisch passenden Ausstellungen ein. So macht etwa das Qwien aus dem alljährlichen Motto „United by Queerness” eine Ausstellung, die sich den Spannungsfeldern zwischen Vielfalt und Nationalismus, Inklusion und Ausgrenzung widmet. Auch das Haus der Geschichte thematisiert die Politik mit seiner Ausstellung „Unstoppable! Eurovision Song Contest Highlights im Museum“. Weitere thematische Sammlungen bieten das Technische Museum, die Nationalbibliothek (Papyrus– und Globenmuseum) sowie das Belvedere.
Etwas lauter geht es bei diesen Events zu: Im Prater DOME gibt es jeden Abend mit dem „Euro Club“ gute Stimmung garantiert. WIENXTRA hat Großes geplant – auch für die Allerkleinsten. Es gibt eine Kinderdisco, die Möglichkeit, gemeinsam ESC-Armbänder zu basteln, zu skaten oder sogar Tischtennis zu spielen. Das Wien Museum und Usus am Wasser testen euer Song-Contest-Wissen bei zwei der vielen ESC-Pubquizzes diese Woche.
Endlich sind wir bei der Musik angelangt. Zur Vorbereitung auf diese Vorschau haben wir uns einmal quer durch die offizielle Playlist gehört, ohne uns vorher beeinflussen zu lassen. Umso mehr hat uns das Urteil der Buchmacher erstaunt, die aktuell Finnland als Gewinner küren – siehe hier ein Überblick der besten ESC-Wettquoten. Das Duo, bestehend aus Pete Parkkonen und Linda Lampenius, performt den Song „Liekinheitin” (zu Deutsch: „Flammenwerfer”). Bemerkenswert ist, dass die aktuellen Top 5 alle in ihrer Landessprache singen. Auf Platz 2 und 3 werden aktuell Griechenland und Dänemark platziert. Für Griechenland singt Akylas, ein selbst ausgebildeter Songwriter und Performer, den Song „Ferto”, was so viel wie „Bring es mir” bedeutet. Der Däne Søren Torpegaard Lund ist eigentlich Musicaldarsteller und hat bereits Rollen wie Tony in West Side Story, Angel in Kinky Boots und Romeo in Romeo und Julia gespielt. Für Dänemark singt er den Song „Før Vi Går Hjem” (zu Deutsch: „Bevor wir gehen”).
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Mehr InformationenWenn wir ehrlich sind, hat es uns diesmal nicht so richtig vom Hocker gehauen. Bei vielen Nummern werden die Bühnenshows und Auftritte der Sänger:innen aber mit Sicherheit den Ausschlag geben. Wo die Party garantiert abgehen wird, ist Moldawien. Der Rapper Satoshi besingt seine Heimat in „Viva Moldova!“. Das Musikvideo ist sehr unterhaltsam, aber der Trupp muss das erst einmal auf der Bühne genauso hinbekommen. Ebenfalls rappend ist die 23-jährige ALICJA unterwegs. Sie hätte Polen eigentlich schon 2020 beim ESC vertreten sollen, der wurde aber wegen der Pandemie abgesagt. In ihrem Song „Pray“ vereint sie Elemente aus Rap, R&B und Soul.
Auch wenn unser Daumen drücken letztes Jahr wenig gebracht hat, wollen wir Tschechien auch heuer wieder erwähnen. ADONXS war mit „KISS KISS GOODBYE” einer unserer absoluten Favoriten, schaffte es aber nicht ins Finale. Hoffentlich ergeht es dem ebenfalls 23-jährigen Daniel Zízká dieses Jahr besser. Lustigerweise erinnert uns sein Song „CROSSROADS”, wie auch „KISS KISS GOODBYE” damals, ein bisschen an die neueren James-Bond-Nummern. Zuletzt möchten wir euch Tamara Živković vorstellen, die dieses Jahr Montenegro vertritt. Auch ihr Song „Nova Zora” ähnelt vergangenen ESC-Liedern. Insbesondere dem serbischen Beitrag „In Corpore Sano” aus dem Jahr 2023 – der tatsächlich den 5. Platz erreichte. Kann also nur bergauf gehen!
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Mehr InformationenWas soll man sagen: Unser COSMÓ hat es nicht leicht. In 70 Jahren Song Contest ist es erst viermal vorgekommen, dass ein Land zweimal (oder sogar dreimal) in Folge gewonnen hat. Das ist selten und einfach nicht so gern gesehen. Vielleicht erinnert ihr euch an die Makemakes, die Österreich nach dem Sieg von Conchita Wurst vertreten haben und mit glatten 0 Punkten aus dem Finale hervorgegangen sind. Deshalb wollen wir COSMÓ und seinem Tanzschein nicht den Sieg, sondern einfach eine gute Zeit wünschen. Er selbst hat sich drei Ziele für den Contest gesetzt: Er möchte das Publikum zum Tanzen bringen, die Zuschauer inspirieren und Liebe durch seine Musik verbreiten. Und das wird ihm sicher gelingen. Haltet euren Tanzschein für Startnummer 25 im Finale bereit.
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Mehr InformationenWie jedes Jahr haben wir euch eine kompakte Playlist mit unseren Top-15 Song zusammengestellt, damit ihr so richtig in ESC-Stimmung kommt.
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Weitere InformationenNeben dem Song Contest 2026 gibt es natürlich noch viel anderes zu hören. Die Festival-Saison beginnt und auch das ein oder andere Konzert steht bald an. Wer noch Inspiration sucht, sollte unbedingt mal in unserem Hörer-Bereich vorbeischauen. Hier findet ihr nicht nur News zu aktuellen Events, sondern auch Interviews und Bestenlisten mit euren Lieblingsartists.
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Aufmacherfoto: © ORF, Annastiina Paavola, Marko Tošković
Hello There! Paula König produziert für die Helden der Freizeit seit 2021 Artikel und Social Media Content vor allem zu Kino, Streaming und Events. Dazu arbeitet sie im Bereich Video, Grafik und Schnitt für TV-Produktionen von TVFriends.
