Die Wien-Konzerte im Mai 2026 liefern ein Kontrastprogramm, das von intimen Akustik-Momenten bis zur totalen Arena-Ekstase reicht. Die Palette spannt sich von der verletzlichen Ehrlichkeit einer NESS (hier im großen Interview) im Konzerthaus über das ungeschönte Wiener Gesicht des Undergrounds den Leftovers bis hin zum Kabarett-Pop-Phänomen Pizzera & Jaus, die das Globe Wien gleich an 2 Abenden übernehmen. Diese und weitere Highlights servieren wir dir in unserer großen Vorschau.
von Patrick Meerwald, 24. 4. 2026
Der Mai liefert in Sachen Gigs ordentlich. Mit NESS unplugged, den Amadeus-Gewinnern Leftovers und der dreifach gekrönten Oska in der Arena, sowie Pizzera und Jaus im Globe stehen authentische Live-Erlebnisse Made in Austria am Programm.
Dazu bietet der Monat aber auch international eine ganz besondere Bandbreite für Nostalgiker und Party-Hungrige. Da geht’s auf eine Zeitreise zum 25-jährigen Jubiläum von Blue, auf einen massentauglichen Dancehall-Trip mit Sean Paul oder zur totalen 360-Grad-Reizüberflutung mit Gigi D’Agostino Den krönenden Abschluss bilden Ne-Yo & Akon. Alle Infos zu den Gigs und 12 weitere Empfehlungen findest du hier in einer großen Story!

Beim Unplugged-Konzert von NESS am 1. Mai im Wiener Konzerthaus wird genau das spürbar, was sie auch im Interview mit uns so offen beschrieben hat: „Ich schreibe eigentlich nur über Dinge, die ich selbst erlebt habe“. Genau diese Offenheit macht ihre Songs auch auf der Bühne so besonders. Gerade im reduzierten, akustischen Setting passt das perfekt, weil es den Fokus noch stärker auf ihre Stimme und die Emotionen legt. „Ich will einfach Musik machen, die sich für mich richtig anfühlt.“ Dieses klare Bekenntnis lässt ein Setting entstehen, das wie für Unplugged-Konzerte gemacht ist. Lies hier unser gesamtes Interview mit NESS
Die Leftovers haben das geschafft, woran viele scheitern: Sie geben der Wiener Underground-Szene ein ungeschöntes Gesicht, das auch jene betrachten bzw. hören, die damit wenig zu tun haben. Fernab von poliertem Radio-Pop zelebriert die Band einen Sound, der düstere Post-Punk-Elemente und verzerrte Melancholie lebt. Mit ihren Texten treffen sie den Nerv einer Generation, die zwischen Weltschmerz und purer Eskapade schwankt. Dabei bleiben sie authentisch, sind laut und performen ohne Filter. Im WUK erreicht diese wunderbare Symbiose aus Wut und Melodie ihr nächstes Kapitel. Sei dabei, wenn die Band wieder ihre Zähne zeigt! Im Video-Interview unten kannst du dich bestens auf den Gig eingrooven.
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25 Jahre Blue bedeuten 25 Jahre Gänsehaut-Garantie. Sie zählen zu den letzten Größen der Boygroup-Ära, die den Sprung in die Moderne ohne Image-Verlust gemeistert haben. Mit ihrem britisch angehauchten R&B-Pop und Hits wie One Love oder Sorry Seems to Be the Hardest Word prägten sie die frühen 2000er bis heute. Zum 25-jährigen Bestehen kehrt das Quartett nun in Bestbesetzung nach Wien zurück, um zu beweisen, dass ihre Harmonien auch ein Vierteljahrhundert später noch punktgenau sitzen. Während andere Bands längst Geschichte sind, liefern Lee, Duncan, Simon und Antony nach wie vor Bestleistungen. Dieser Pflichttermin der Wien-Konzerte ist für alle, die mit diesem genialen Sound aufgewachsen sind, und für jene, die handgemachten Pop-Gesang auf Weltniveau schätzen.
Sean Paul zählt zu den unangefochtenen Giganten des Dancehall und Reggae der letzten zwei Jahrzehnte. Mit seinem bahnbrechenden Album Dutty Rock feierte er Anfang der 2000er den weltweiten Durchbruch und brachte jamaikanische Vibes massentauglich und nachhaltig in die Charts. Seither prägt er die Musikwelt mit unzähligen Kollaborationen und über 26 Millionen verkauften Tonträgern eindrucksvoll. Der King of Dancehall ist aktuell wieder auf großer Tournee und macht zum Glück auch als Highlight der Wien-Konzerte im Gasometer halt. Dort verwandelt er die Venue in einen riesigen Dancefloor.
Gigi D’ Agostino bringt seine 360-Grad-Show nach Wien und macht aus dem industriellen Raum der Marx Halle ein geschlossenes System aus Sound, Licht und Abshaken. Nichts bleibt frontal, alles passiert gleichzeitig, von allen Seiten, mitten im Raum. Musikalisch stehen alt bekannte und gleichzeitig legendäre Melodien L’Amour Toujour über Bla Bla Bla bis The Riddle im Fokus. Die Surround-Beschallung tut ihr Übriges und macht den Sound körperlich spürbar. Gigi selbst bleibt dabei ruhig im Zentrum dieses Geschehens, fast zurückgenommen, während um ihn herum alles in Ekstase gerät.
Einstimmung gefällig? Check hier unser Gigi D’ Agostino Ranking mit seinen besten Songs aus.

Frisch mit dem bereits dritten Amadeus ausgestattet ziert Oska das Line-up der Wien-Konzerte im Mai. Dabei macht sie in der Arena halt. Eine perfekte Loctation, in der sie ihre Musik, die von Reduktion lebt bestens präsentieren kann. Ihre Songs verzichten bewusst auf Überladung, setzen stattdessen auf Emotion, Verletzlichkeit und tiefe emotionale Berührung. Live bedeutet das: viel Raum, viel Luft zwischen den Tönen und die eine oder andere Kullerträne. Ihre Stimme steht als Trägerin von Nuancen im Zentrum. Kleine Veränderungen werden plötzlich relevant, minimale Steigerungen bekommen Gewicht. Oska untermauert eindeutig, wie ehr weniger oft auch mehr sein kann.

Bei Pizzera & Jaus verschieben sich die Grenzen zwischen Konzert und Kabarett so selbstverständlich, dass man irgendwann aufhört, sie überhaupt zu suchen. Auch wenn sie die “exklusiven Kabarettblöcke von früher weglassen, weil wir schon so viele Songs im Repertoire haben”, wie Otto Jaus in unserem Interiew mit ihm berichtete. Trotzdem: Ihre Programme sind strukturiert wie Shows, aber getragen von Songs, die wiederum oft wie erzählte Geschichten funktionieren. Und der Kabarett-Aspekt kommt dennoch nicht zu kurz. Pointen tauchen manchmal fast nebenbei auf, und genau darin liegt ihre Stärke.
Lies hier unser großes Interview, in dem Otto Jaus uns seinen Zugang zu Zufriedenheit schildert.
Wer die 2000er und frühen 2010er musikalisch erlebt hat, kommt an diesen beiden Schwergewichten nicht vorbei. Wenn Ne-Yo und Akon gemeinsam die Wiener Stadthalle entern, gibt es R&B in Reinkultur. Man könnte meinen, der Abend wäre eine reine Reise in die Vergangenheit. Doch weit gefehlt: Die Tracks von So Sick bis Lonely funktionieren 2026 noch immer bestens. Dieser Sound ist nicht gealtert, er ist stabil geblieben. Statt eines starren Programms erwartet euch eine Abfolge von Momenten, die sich wie eine High-End-Playlist anfühlen.
Alle Interviews mit österreichischen Musikstars
Großartige und vielfältige Musik-Playlists, kurariert von den Helden der Freizeit
Die 26 besten Konzerte 2026 in Wien
Aufmacher: (c) Theresa Legerer, (c) Ingo Pertramer (c) NESS
Der Wiener Journalist und Redakteur ist seit 2016 für die verschiedensten Musik-Stories bei heldenderfreizeit.com verantwortlich, schreibt für diverse Musikfachmedien wie Stark!Strom berichtet dabei über Konzerte, Neuerscheinungen, führt Interviews und erstellt Besten- und Playlisten zu den Top-Liedern von Musikstars.
