
Auf der Gemeindealpe gibt es seit kurzem den ersten Mountain Escape Trail speziell für Kinder: Katta und der Räuberwald. Macht mit solchen steilen Rätseln auch den Kleinen das Bergwandern Spaß? Wir haben es für dich ausprobiert. Hier unser Erfahrungsbericht mit allen Infos und unserem Fazit. Dazu haben wir dir auch dieses lässige Video aufgenommen, wo du dir einen perfekten Eindruck verschaffen kannst.
von Christoph König, 15. 8. 2026
Nanu? Was machen die Helden der Freizeit schon wieder auf der Gemeindealpe Mitterbach? Diesmal hat uns weder der schöne Panoramarundweg, der Erlaufsee, das Terzerhaus, der Crawler Parcours oder die Mountainkartbahn hergelockt. Auch wenn das alles alleine schon super Gründe für einen Sommerausflug hierher wären, wie du in diesem Artikel nachlesen kannst. Nein, nachdem wir schon das Geheimnis der Gemeindealpe geknackt haben (hier unser Bericht), ist diesmal der neu eröffnete Escape Trail Katta und der Räuberwald dran. Statt zum Gipfel geht es da vom Tal 500 Höhenmeter hinauf zur Mittelstation. Ist so ein Outdoor Escape Game mit Wanderung wirklich so ein kinderfreundliches Abenteuer? Das wollen wir mit unserer Testfamilie herausfinden.
Schon online kannst du dir einen der Start-Zeitslots buchen. Dieser sorgt für genügend Abstand zwischen den Spieler-Gruppen. Das Abenteuer wird für 2 bis 6 Kinder ab 8 Jahren empfohlen. Die Erwachsenen sind nur als unterstützende Begleitpersonen dabei. Ihre Rolle wird im Spielbuch erfreulicherweise perfekt erklärt. Aber keine Sorge, auch die großen Escape Room Freund:innen können miträtseln und helfen, wenn erforderlich. Außerdem ist das Spiel auch als Enstiegsabenteuer für Escape Game Neulinge geeignet, die ihre Wanderung ein bisschen aufpeppen wollen.

Bei der Talstation bekommt ihr gegen 50 Euro Kaution einen Startrucksack. Ihr könnt euch dazu auch ein Eis holen – da kriegt ihr das Geld aber nicht zurück. Im Rucksack findet ihr alles, was ihr für euer Abenteuer braucht, inklusive der Regeln. Dazu führen euch Videos am Smartphone mit echten Schauspielern durch die Geschichte. Nochmal schnell die Toiletten in der Talstation genutzt, schon kann es losgehen.
Der Rucksack gehört eigentlich der 11-jährigen Katta. Die Arme wurde im 18. Jahrhundert zu Unrecht beschuldigt, Goldmünzen gestohlen zu haben. Der Holzfäller Elias sitzt schon im Gefängnis und auch der Räuber Eisenbart ist schwer verdächtig. Die Wahrsagerin Safira hat den Rucksack in ein magisches Postkästchen verwandelt, das euch Nachrichten in die Zukunft schickt. Es liegt also an euch, Katta zu helfen und den Fall aufzudecken.

So machen wir uns auf in den Räuberwald von Mitterbach. Hinweise führen uns zu Rätsel-Stationen. Die sind so natürlich in der Umgebung eingebaut, dass man sehr aufmerksam schauen muss, um sie nicht zu verpassen. In unserer Wandereuphorie (ja wir haben wirklich zwei sehr wanderfreudige Kids mit) laufen wir an der ersten Station gleich einmal unabsichtlich vorbei. Kinder können sich ihre Begleitpersonen halt nicht aussuchen. Doch schnell finden wir den Rythmus. Das Leitfaden Büchlein und kleine gelbe Symbole an Schlüsselstellen weisen uns den richtigen Weg.

Es ist ein uriges Familienabenteuer mit märchenhaftem Charme. Besonders witzig sind im Wald verteilte Holztafeln mit extra falsch geschriebenen Warnungen. Für die Handlung eher belanglos unterstreichen sie die coole Räuber-Atmosphäre. Auch die Rätsel sind sehr gelungen – mit Stationen, die sich die Umgebung zunutze machen und darin so gekonnt versteckt sind, dass nur ihr sie als solche erkennt. So kommen Mountaincart-Fahrer genauso wie Wanderer an uns vorbei, ohne zu ahnen, was wir da mit grübelndem Blick und Bandenbuch in der Hand treiben. Nur der mitgelieferte Bluetooth-Lautsprecher für die Storyvideos verrät, dass wir auf unserer ganz eigenen Mission sind.

Eine gewisse Sportlichkeit ist hilfreich. Denn die 4,2 Kilometer lange Wanderung hat viele steile Stellen parat, die einen ganz schön ins Schwitzen bringen. In unserem Video kannst du dir einen ganz guten Eindruck verschaffen. Das trifft freilich mehr auf die Erwachsenen zu. Denn während wir schnaufen, springen die zwei Mädels mühelos und angetrieben von der Neugier von Station zu Station. Das Wandern ist hier keine Nebenquest, sondern ein Hauptbestandteil des Erlebnisses und steht noch eine Spur mehr als beim 3 Kilometer langen Geheimnis der Gemeindealpe im Vordergrund. Wandermuffel würden wir daher eher einen dieser großartigen klassischen Escape Rooms in Wien empfehlen. Wer ein Outdoor Escape Game mit viel Naturerlebnis sucht, dem wird aber komplett das Herz aufgehen.

Die Rätsel sind kreativ, witzig, liebevoll umgesetzt und haben es (obwohl) kinderfreundlich durchaus in sich. Das Mindestalter von 8 Jahren ist gut gewählt. Wenn in der Gruppe ein etwas jüngeres Kind, wie bei uns die sechsjährige Clara, dabei ist – macht das nichts. Man merkt aber, dass die Rätsel eher für die 9-jährige Olivia gedacht sind. Ab und zu können auch wir Erwachsene entscheidend mithelfen – was uns sichtlich freut. Zur Not gibt es im Büchlein noch optionale Tipps, die mit QR Code aufgerufen werden können, wenn man nicht weiter weiß. Wir haben nur einen gebraucht, obwohl die Rätsel durchaus fordernd sind. Das spricht für die gute Balance.

Als wir nach 4 Stunden das Gasthof zum Bäreneck auf 1222 Metern unter der Mittelstation sehen, ist die Vorfreude auf die Rast samt Einkehr so riesig, dass wir an der Schlussstation des Spiels vorbeilaufen. So stärken wir uns vor dem großen Finale nochmal bei einer zünftigen Brettljause, Würstel und Knödel. Das Beste an diesem Spiel ist, dass man es völlig ohne Zeitstress in seinem Tempo absolvieren kann – ein großer Unterschied zu einem normalen Escape Game, bei dem einem immer das Zeitlimit im Nacken sitzt.

Es endet, wie es enden muss. Nach abgeschlossenem Spiel leisten wir uns noch eine Abfahrt mit den Mountaincarts. Ist ja viel lustiger als den Sessellift zu nehmen. Die Sechsjährige kann bei Papa am Schoß sitzen, während die Neunjährige ihr Gefährt schon alleine steuern darf. Sie hat viel Respekt vor dem flotten Dreirad, aber dank der guten Bremsen, kann sie es auch langsam angehen. Ganz im Gegensatz zum Autor dieser Zeilen, der vor Freude jauchzend, jede Kurve mit einem saftigen Drift nimmt – und diesmal erfreulicherweise nicht wieder sein Smartphone aus der Hose purzeln lässt. Ein Glück, denn so könnt ihr euch hier auch noch ein Video von unserem Escape Trail Spiel anschauen.

“Was für ein perfekter Tag auf der Gemeindealpe. Nicht nur die Kinder hatten extrem viel Spaß. Auch uns Erwachsene hat das Ganze überraschend gut abgeholt. Die Rätsel sind ein willkommener Motivator bei diesem gar nicht so flachen Bergspaziergang. Eine große Empfehlung für alle, die eine sportliche Familienwanderung mit Spielspaß und einer herzigen Geschichte verbinden wollen. Mit unserer Testfamilie haben wir die nächsten Tage noch davon geschwärmt”
“Mir hat es voll gut gefallen. Es war nämlich nicht so leicht, da musste man verschiedenen Kombinationen finden, um die Sachen zu öffnen und da gab es immer tolle Hinweise. Und ich war immer brandneugierig auf die neuen Aufgaben. Dass man während der schönen Aussicht beim Wandern auch noch spannende Rätsel lösen kann, find ich sehr toll.”
Spieleranzahl: 2 bis 6 Kinder (plus erwachsene Begleitpersonen)
Alter: ab 8 Jahren
Dauer: 4 – 5 Stunden
Wanderung: 4,2 km von der Talstation bis zum Bäreneck
Startzeiten: 09:15/10:00/10:45/11:30
Preis: 41,50 Euro (plus 50 Euro Kaution für den Rucksack)
Buchung: Online hier
Video vom Escape Trail: Hier auf Instagram oder hier auf TikTok.
Anreise: Entweder von Wien gut 2 Stunden mit dem Auto oder öffentlich gemütlich von St. Pölten mit der wunderbaren Mariazellerbahn – Sieger von 9 Plätze/9 Schätze.
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Alle Fotos: (c) heldenderfreizeit.com
Hinweis: Dieser Artikel ist als Teil einer Kooperation mit den Niederösterreich Bahnen entstanden
Der Chefredakteur der Helden der Freizeit hat das Onlinemagazin 2016 ins Leben gerufen und ist seit 2000 als Sportjournalist im Einsatz. Bei heldenderfreizeit.com ist er spezialisiert auf actiongeladene Outdoor-Aktivitäten, Ausflüge, Videos, Spiele, Filme, Serien und Social Media.