
In der tschechischen Kleinstadt Třebíč (deutsch Trebitsch), 125 km nördlich von Wien, befindet sich eines der ganz wenigen ehemaligen jüdischen Viertel, das in seiner Gesamtheit erhalten ist: Wohnbauten, Schule, Krankenhaus, Rabbinat, Synagogen, Friedhof – ein komplettes kleines Stadtquartier und nicht lediglich einzelne Relikte. In unmittelbarer Nachbarschaft zum jüdischen liegt der christliche Stadtteil, der mit einer herausragenden romanisch-gotischen Basilika und Krypta aufwarten kann. Gemeinsam formen sie ein Stadtensemble, das wegen seiner Unvergleichlichkeit den Welterbe-Status erhielt. Třebíč ist damit das einzige jüdische Denkmal auf der UNESCO-Welterbeliste außerhalb Israels.
In Teil 22 meiner Serie Grenzgänger führe ich dich zu diesem geschichtsträchtigen, für einen Tagesausflug wie geschaffenen Ort. Selbstverständlich wieder mit kulinarischen Tipps, Ausflugsempfehlungen in der Umgebung und einer praktischen Karte zur Orientierung am Ende des Berichts. Verschaff dir bei unserem Kurzvideo hier auf Instagram und hier auf TikTok einen ersten Eindruck.
von Martin Kienzl
Wie bei unseren Grenzgänger-Zielen (hier alle Teile auf einen Blick) in der fremdsprachigen Nähe gewohnt, überrascht auch ein Tagesausflug nach Třebíč mit einer Mischung aus Vertrautem und Unbekannten. Das beginnt schon mit dem Namen der Stadt. Der deutsche – besser gesagt eingedeutschte – Name Trebitsch klingt vertraut. Doch der tschechische Name Třebíč stellt für alle, die mit der tschechischen Sprache nicht vertraut sind, eine echte Herausforderung dar und ist ein wahrer Zungenbrecher.: Trschebietsch, wobei ř als ein Laut “rsch” – sprich R und SCH gleichzeitig – auszusprechen ist.

Die Anreise von Wien führt zunächst über die pannonisch geprägten Landschaften des Weinviertels und Südmährens. 25 Kilometer vor Třebíč ändert sich der Landschaftscharakter. Du kommst in die Vysočina, das (wörtlich übersetzt) Hochland, die Böhmisch-Mährische Höhe (Českomoravská vrchovina). Wie das Waldviertel ist die sanfthügelige Vysočina Teil des Böhmischen Massivs (Český masiv) und zeichnet sich wie dieses durch ein raues Klima sowie den Bestand von Nadelbäumen und Birken aus. Der Berg Melechov der dünn besiedelten Region wird in einigen Quellen als der geografische Mittelpunkt Europas bezeichnet.
In Třebíč, im mährischen Teil der Vysočina gelegen, erwartet dich dann erneut die so spannende Mischung aus Vertrautem und Unvertrautem. Die lauschigen Gasserln des vollständig erhaltenen jüdischen Ghettos der Stadt wirken auf den ersten Blick gewohnt.

Auf den zweiten Blick eröffnet sich dir die Seite einer einst eingekapselten Welt, die dir weniger vertraut ist. Mit Synagogen, einem Jüdischen Friedhof, Rabbinat, Schule, Krankenhaus und über 120 Wohnhäusern – ein ehemaliges Ghetto, ein gesetzlich abgegrenztes Wohngebiet für Juden mit eigener Infrastruktur. Im Vergleich zu den Ghettos von Eisenstadt und Wien ist jenes von Třebíč außergewöhnlich geschlossen erhalten – das Straßennetz, die Häuser, die ganze Atmosphäre. Hier wurde weder etwas umgebaut, noch der ursprüngliche Charakter verwischt.

Liest du die Namen der jüdischen Trebitscher, so ist die sozio-kulturelle Nähe sofort wieder spürbar: Tausig, Seidl, Kohn, Pokorny… Auch der Familienname des längst amtierenden österreichischen Bundeskanzlers der Nachkriegzeit, Kreisky, würde dazu passen. Max Kreisky, der Vater von Bruno Kreisky, entstammte einer jüdischen Familie aus Mähren und war in seinem kulturellen Selbstverständnis stark von der deutsch-österreichischen Tradition geprägt. Bruno Kreisky’s Mutter Irene, geborene Felix, kam aus dem jüdischen Trebitsch, das im Holocaust mit der Ermordung seiner Menschen unterging. Nur die Bauten blieben erhalten. Die Kultur und Zivilisation, die diese hervorbrachten, sind ausgelöscht. Und damit die gelebte jüdisch-christliche Nachbarschaft, die hier Jahrhunderte gepflegt wurde.

Die Juden von Třebíč lebten, im Gegensatz zu vielen anderen Orten, nie unter stärkerer Kontrolle. Als Kaiser Karl VI. 1723 Juden verbot, in Christenhäusern zu wohnen, um sie von Christen zu trennen, tauschten Christen freiwillig mit ihren jüdischen Nachbarn ihre Häuser. So entstand das jüdische Viertel. Diese gelebte Toleranz war eines der Kriterien, weshalb Třebíč 2003 der UNESCO-Welterbe-Rang zuerkannt wurde.
Trotz des starken Zuzugs in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, durfte sich der jüdische Bezirk nicht ausdehnen. Kaiser Leopold I. verfügte 1670, dass die Juden Wien und Niederösterreich zu verlassen haben, was viele veranlasste, in das tolerantere Mähren zu übersiedeln. In dem kleinen Ghetto drängten sich dann bis zu 1.500 Menschen. Was dazu führte, dass sich manchmal bis zu sechs Hausfrauen eine Küche teilen mussten. Eine Situation, die sich erst im österreichischen Revolutionsjahr 1848 änderte, als die Ghettobeschränkungen aufgehoben wurden und viele Juden abwanderten.

Vom Besucherparkplatz Parkoviště Vítězslava Nezvala beim Busbahnhof gelangst du über die Brücke, die die Igel (Jihlava) überspannt, direkt zur ehemaligen Judenstadt (Židovské Město), dem Stadtteil Zámostí (wörtlich übersetzt Hinter der Brücke). Am Brückenkopf rechts begrüßt dich eine Statue des Heiligen Johannes Nepomuk. Es gibt wohl keinen Heiligen, der in Mitteleuropa im öffentlichen Raum so präsent ist, wie der sogenannte Brückenheilige Johannes Nepomuk. Deshalb prägte der österreichische Vizekanzler Erhard Busek einst die treffende Aussage, dass Mitteleuropa dort sei, wo Nepomuk-Statuen zu finden sind.

Von der Nepomuk-Statue führen dich ein paar Stufen hinunter in das ehemalige Ghetto mit seinen putzigen Häusern. Ein Davidstern über dem schmalen Durchgang des Hauses Leopolda Pokorného 114/2, dem kleinen Renaissance-Arkadenhaus des Abraham Nováček, markiert den Eingang in den jüdischen Stadtteil. Früher begrenzten Tore das Viertel. Abends wurden sie geschlossen. Die Juden mussten dann zu Hause bleiben. In welch verfallenen Zustand die Kommunisten das Viertel 1989 hinterließen, kannst du dir beim Schlendern auf dem romantischen Kopfsteinpflaster der herausgeputzten, verwinkelten Gassen mit ihren hübschen Lokalen und Geschäften kaum vorstellen. Hier findest du zwei Synagogen. Ihre Namen Vordere und Hintere Synagoge stammen aus einer Zeit, als es noch keine Straßennamen, sondern ausschließlich fortlaufende Hausnummern gab und man sich zum Auffinden der Häuser mit Ortsbeschreibungen half.

Diese fortlaufenden Hausnummern, die sogenannten Konskriptionsnummern, wurden im alten Österreich unter Maria Theresia eingeführt. Damit wurde jedes Gebäude eindeutig erfasst, unabhängig davon, an welcher Straße es lag. Im Gegensatz zum heutigen Österreich (wo du nur bei genauerem Hinsehen an Fassaden manchmal noch die Konskriptionsnummer von einst findest) hat sich dieses alte System in Tschechien erhalten – so wie die Währung, denn in Tschechien zahlst du noch immer, wie in Österreich vor mehr als einem Jahrhundert, in Kronen (koruna). Die Tschechen haben bei den Hausnummern später das neue, zweite System, das Österreichern heute geläufige, lediglich daneben gesetzt.
Sei also nicht verwirrt, wenn du bei tschechischen Adressen nach dem Straßennamen zwei (!) Nummern liest. Wie in Třebíč beispielsweise Blahoslavova 97/10: 97 ist die alte fortlaufende Zahl, die Číslo popisné (CP; číslo=Zahl, popisné=beschreibend), die Konskriptionsnummer, die bis heute offiziell im Grundbuch verankert ist. 10 ist die Číslo orientační (CO), die Orientierungsnummer, die sich auf die Straße bezieht. In der Zeit vor den Straßennamen gab es neben den Konskriptionsnummern Ortsbeschreibungen nach dem Muster hinten/vorne, unten/oben usw.Eine Postanschrift lautete dann zum Beispiel Haus Konskriptionsnummer 17, nächst der Kirche und dem Wirtshaus gelegen.

Dieser Logik folgend gehst du vom Brückenkopf aus in die Untere Gasse bzw. Untere Judengasse (heute Leopolda Pokorného). Die deshalb so heißt, weil sie nahe des tief (unten) gelegenen Ufers der Igel verläuft. Sie ist die breiteste und architektonisch interessanteste Gasse des Viertels. An ihr findest du das alte Jüdische Rathaus (Židovská radnice) und die ehemalige deutsche jüdische Schule.
Gleich in der Nähe des Beginns der Unteren Gasse, also vorne, im Winkelwerk der Gasserln versteckt, findest du die Vordere (Alte) Synagoge (Přední Stará synagoga), die Altschul. Diese einstige Hauptsynagoge steht an der Stelle, an der wahrscheinlich bereits im 10. Jahrhundert eine Synagoge stand. Die Innenausstattung des Barockbaus ist kaum erhalten. Heute ist die Vordere Synagoge eine Tschechoslowakische Hussitenkirche und meist verschlossen. Direkt daneben steht das einstige Rabbinat. Wie in ganz Europa gibt es in Třebíč Stolpersteine. Jener vor dem Rabbinat erinnert an Moises Ingber, den letzten Trebitscher Rabbiner, der im KZ Auschwitz ermordet wurde.

Um zur zweiten Synagoge zu gelangen, gehst du über die Obere Gasse (heute Blahoslavova) nach hinten zur Hinteren (Neuen) Synagoge (Zadní Nová synagoga), der Neuschul. Neuschul deshalb, weil Synagogen – wie der Name aus dem altgriechischen Wort für Versammlung, συναγωγή (synagōgē), nahelegt – Orte sind, an denen Menschen zusammenkommen und sich auch bilden.

Das 1669 errichtete Gebäude beherbergt heute das Touristische Informationszentrum Hintere Synagoge und kann ganzjährig besichtigt werden. An der Südostwand der Hinteren Synagoge, in Richtung zum Heiligen Land Israel, hängt noch der Vorhang, hinter dem früher die Torarolle verwahrt wurde. Besonders schön sind die aus der Barockzeit stammenden Wandmalereien mit Liturgischen Texten in hebräischer Schrift, umrankt von Blumenornamenten. In Synagogen herrscht Geschlechtertrennung. Die Männer halten sich unten auf, die Frauen gehen auf die Galerie. Auf der Frauengalerie findest du ein Modell, das dir das Jüdische Viertel zeigt, wie es 1850 aussah. Neben der Synagoge findest du das Haus von Seligmann Bauer, das dir einen Eindruck davon gibt, wie eine jüdische Familie in der Zwischenkriegszeit wohnte.

Der Weg zum Jüdischen Friedhof (Židovský hřbitov) auf den Hügel Hrádek ist ziemlich steil. Du kommst dabei am winzigen ehemaligen Jüdischen Armenhaus (Židovský chudobinec) und am Haus Skalní 85/8, heute Hotel Joseph 1699, vorbei. Dieses besitzt eines von zwei erhaltenen (leider nur für Hotelgäste zu besichtigenden) Trebitscher Mikwes, den Bädern zur rituellen jüdischen Reinigung. Ebenfalls am Weg liegt an der Adresse Pomezni 108/23 das frühere Jüdische Krankenhaus (Židovská nemocnice) aus den 1850er Jahren. Unterwegs hast du immer wieder Ausblicke auf die Stadt. Der schönste Aussichtspunkt, im Park Hrádek, lohnt einen Abstecher.

Der Jüdische Friedhof (בית עולם=beth olam=Haus der Ewigkeit) ist – im Vergleich zu vielen Pendants – in relativ gutem Zustand. Etwa 11.000 Menschen wurden hier auf fast 12.000 Quadratmetern zwischen 1641 und den 1930er Jahren beigesetzt. Rund 2.600 Grabsteine blieben erhalten. Dank der jüdischen Ablehnung, Gräber, geschweige denn ganze Friedhöfe, aufzulösen, wie das bei Christen Usus ist. Der älteste stammt aus dem Jahr 1625. Spannend ist es, an der Gestaltung der Grabsteine die zunehmende Assimilation bis in die Zeit des 20. Jahrhunderts zu studieren. Die älteren Grabsteine folgen in ihren Formen mit Giebel oder Rundbogen der Tradition. Auf ihnen findest du noch ausschließlich hebräische Inschriften. Die Juden von Trebitsch sprachen deutsch bzw. jiddisch. Hebräisch war, wie Latein im Christentum, lediglich die Sprache der Gottesdienste. Originell: Auf manchen Grabsteinen sind Jiddische, sprich westgermanische, Texte in hebräischer (!) Schreibschrift zu finden.

Die Grabsteine aus der Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert unterscheiden sich in ihrer formalen Gestaltung kaum noch von christlichen Grabsteinen. Einzig die hebräischen Schriftzeichen lassen erkennen, dass es sich um jüdische Gräber handelt. Neben die hebräische Schrift ist überall auch die Lateinische Schrift hinzugekommen. Pikantes Detail, das zeigt wie weit die Abkehr von Traditionen und Jüdischem Erbe ging: Jene Grabsteine, die besonders monumental wirken, stammen von der Familie Subak. K.k. priv. Lederfabrikant ist auf einem davon stolz vermerkt. Es waren die Subaks, die die Hintere Synagoge ab 1926 als Lederlager zweckentfremdeten.

Auf einer Anhöhe, in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jüdischen Viertel, wurde 1101 ein Benediktinerkloster errichtet. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde es zu einem Renaissance- bzw. später Barockschloss umgebaut. 1582 erwarb es das alte tschechische Adelsgeschlecht Waldstein, genannt Wallenstein – nicht nur dank Schillers Drama Wallenstein legendär. Heute ist dort das Vysočina-Museum Třebíč – Schloss untergebracht. Das Schlossgelände ist ansonsten frei zugänglich. Zu entdecken gibt es den Burggraben, den Benediktiner Kräutergarten (Benediktínská bylinková zahrádka) und den Burgeiskeller (Zámecká ledovna).

Die alte Klosterkirche wurde einst Maria, später Prokop, einem der Böhmischen Landespatrone, geweiht. Sie ist neben dem Ghetto das zweite Highlight Třebíčs und ebenfalls in die UNESCO-Liste eingetragen. Die Basilika wurde im 13. Jahrhundert im architektonischen Übergangsstil von Romanik zu Gotik errichtet und später im Stil der Barockgotik umgebaut. Etwas verwirrend: die beiden später hinzugefügten, barocken Kirchtürme an der Westfassade markieren nicht den Haupteingang. Dieser ist an der Nordseite und überrascht dich mit einem prächtigen romanischen Portal, einer Porta paradiso. Von einer Qualität und Größe, die in Zentraleuropa Seltenheitswert hat.

Um das sehenswerte Innere der Kirche zu besichtigen, musst du eine Führung buchen. Dafür wendest du dich an das Touristische Informationszentrum – Basilika (Turistické informační centrum – Bazilika) gegenüber den Kirchentürmen. Das Kircheninnere mit den beiden gängigen spätromanischen Seitenschiffen überrascht mit einer Gestaltung ganz in lokalem dunklem Granit und einer ungewöhnlichen Gliederung des Hauptschiffs. Es ist durch zwei Bögen dreigeteilt: in Volksraum (Laien), Mönchschor (Konvent) und Apsis (Liturgie, Hochaltar). Eine Struktur, die für die benediktinische Tradition typisch ist und die man eher aus Westeuropa kennt.

Nach starken Beschädigungen wurde die Kirche 1468 entweiht. Im Zuge der Gegenreformation wurde sie wiederhergestellt. Der Volksraum erhielt ein pseudogotisches Netzgewölbe, Barockstatuen wurden hinzugefügt. Die Gewölbe des Mönchschors und der Apsis mit ihrer Rosette und ihren Säulen sind noch spätromanisch erhalten.
Links vom Hauptaltar geht es zur Abteikapelle. In ihr sind heute die 1932 freigelegten, erstaunlich gut erhaltenen Fresken von 1260 zu bewundern. Dargestellt sind darauf Szenen aus dem Leben des Apostels Johannes.

Im Originalzustand erhalten ist der vielleicht schönste Teil des Kircheninneren, die erstaunlich große romanische Krypta von 1230. Hier wurden die Benediktinermönche des einstigen Klosters beerdigt. Die Gewölbe des dreischiffige Hallenbaus ruhen auf rund 50 achteckigen Säulen. Ihre Kapitelle sind reich geschmückt – mit Darstellungen von Pflanzen, Tieren und Masken. Ebenfalls sehenswert ist das Äußere der romanischen Apsis mit ihrer schönen Rosette und der eindrucksvollen Säulengalerie, dem sogenannten Zwergengang.
Sowohl über die Hauptbrücke (most), als auch über den Fussgängersteig Svobodova lávka und eine anschließende Passage auf der Höhe der Hinteren Synagoge, gelangst du vom Welterbe-Bezirk zum Stadtzentrum rund um den Karlsplatz (Karlovo náměstí).

Hier findest du das Schwarze Haus (Černý dům) mit Dekorationen in Sgraffito-Technik (Sgraffito italienisch für Gekratztes) aus dem frühen 17. Jahrhundert. Dargestellt sind darauf die menschlichen Tugenden, Jagdszenen und die römischen Kaiser Vespasianus und Titus. Das Franziskus-Haus (oder Bemaltes Haus / Malovaný dům) am Karlsplatz sticht mit Renaissance-Sgraffito vom Ende des 16. Jahrhunderts ins Auge. Errichtet wurde es vom venezianischen Kaufmann Francesco Calligardi. Heute sind hier das sogenannte Kaiserpanorama, ein Vorläufer des Kinematographen, und eine Kunstgalerie zu besichtigen.

Dahinter befindet sich der Stadtturm (Městská věž), der 1335 als Teil der Stadtbefestigung errichtet wurde. Heute ist er der Turm der Martinskirche (Kostel svatého Martina z Tours), auf den du hinaufsteigen kannst. Neben den genannten Häusern finden sich nur noch vereinzelt kunsthistorisch bedeutende Häuser auf diesem zentralen Marktplatz. Mit etwa 22.000 m² zählt der Trebitscher Karlsplatz, der im 13. Jahrhundert angelegt wurde, im zentraleuropäischen Vergleich zu den sehr großen historischen Marktplätzen. An geschlossener Schönheit kann er sich nicht mit dem Renaissance-Marktplatz in Telč, 35 km westlich, messen.
Wegen seines einmaligen Platzensembles wurde Telč der Titel UNESCO-Welterbe zuerkannt. Diesen Titel besitzt auch die 50 km nördlich von Třebíč gelegene Barockkirche von Zelená hora bei Žďár nad Sázavou (Wallfahrtskirche St. Johannes Nepomuk auf dem Grünberg bei Saar an der Sasau). Womit die Vysočina, etwa so groß wie das Land Salzburg, mit Třebíč, Telč und Zelená hora gleich drei UNESCO-Welterbestätten vorzuweisen hat. Für eine überwiegend ländliche Region ist sie damit überdurchschnittlich reich ausgestattet. Und dank ihrer Nähe zu Österreich – siehe Třebíč – ein Eldorado für Grenzen überschreitende Tagesausflügler.

Die Kleinstadt Třebíč (Trebitsch) ist mit dem ehemaligen jüdischen Viertel und der St.-Prokop-Basilika UNESCO-Welterbestätte. Das jüdische Viertel mit seinen putzigen Häusern gilt als eines der wenigen authentisch erhaltenen und als einziges jüdische Denkmal auf der UNESCO-Welterbeliste außerhalb Israels. Die St.-Prokop-Basilika neben der Judenstadt ist ein architektonisches Meisterwerk des romanisch-gotischen Übergangsstils. Gemeinsam symbolisieren sie das jahrhundertelange, harmonische Nebeneinander von Christentum und Judentum. Dank des Welterbe-Status ist Třebíč heute ein ganzjährig zu besuchender touristischer Hotspot, der wegen seiner peripheren Lage trotzdem nicht überlaufen ist.
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