Mehr als zehn Jahre nach Release steht plötzlich und ganz überraschend eine große Erweiterung für The Witcher 3: Wild Hunt namens Songs of the Past in den Startlöchern. Wir haben die Gelegenheit genutzt, bei CD Projekt Red vorbeizuschauen, die uns den DLC für eine Preview rund 45 Minuten präsentiert haben. Lies in unserer Preview, was sich bei Gameplay und Grafik getan hat.
von Klaus Kainz, 13. 9. 2026
CD Projekt Red zeigt, dass es anders geht. Bei vielen Studios landen alte Titel für immer im Giftschrank, oder Entwickler ziehen einen Klassiker als überflüssiges Remake komplett neu auf – dann meist zum Premiumpreis. Beim Hexer darf dagegen bald mit den alten Spielständen einfach weitergezockt werden. Für den DLC braucht es zwar die neue Version namens The Witcher 3: Wild Hunt Remastered, aber die gibt es für Besitzer des Originals ab 29. September als kostenloses Update. Songs of the Past selbst soll 2027 erscheinen.

Es war wohl eine etwas zu wilde Nacht für den Hexer. Als Geralt verkatert im Heimatland des Barden Dandelion bzw. Rittersporn aufwacht, ist ihm genau dieser abhandengekommen. Dass er sein Instrument einfach liegen gelassen hat, lässt die Alarmglocken schrillen. Obendrauf hatte Geralt wohl auch einen Alptraum von einem gruseligen Brunnen. Laut seiner Cousine Lilla ist das ein böses Omen, weswegen ihr euch mit dem mürrischen Titelhelden in einen gruseligen Wald aufmacht, wo es diesen Brunnen geben soll – und viele untote Vorfahren der Familie von Dandelion und Lilla.
Selbst Anspielen war leider nicht drin. Daher konnten wir anhand der Präsentation schwer sagen, wie ausgefeilt die Entscheidungen im Quest sind. Die erste Tour durch den Gruselwald, dem Garden of Thornes, wirkte noch relativ linear und die Dialogoptionen nicht gravierend. Allerdings versprachen die Entwickler hier die gewohnt vielfältigen Angehensweisen, gleich von Beginn des DLCs weg. Zwischen Morgen und Aufbruch in den Wald am Abend sei die Zeit mit Quests jedenfalls frei gestaltbar.

An einer Stelle kann der Aufreißer Geralt die verängstigte Lilla entweder aufraffen oder umarmen. Bei dieser Entscheidung handle es sich um eine, die die Story stark beeinflussen soll. An einer anderen Stelle blockieren magische Dornen den Weg. Hier soll es möglich sein, durch die Untersuchung der Umgebung einen Ausweg zu finden, aber die Entwickler metzelten für die Demo stattdessen die Dornen selbst nieder, was Monster erweckt hat. Neben alten Gegnern soll es übrigens auch ein paar neue Monster geben.
Für manche war ja das Kampfsystem des alten Titels ein Kritikpunkt. Dieses soll nicht nur im DLC, sondern auch schon in The Witcher 3: Wild Hunter Remastered überholt werden. “Wir haben flüssigere Charakterbewegungen und außerdem präzisere Zielsysteme”, erklärte einer der Entwickler. Auch der Skill Tree wurde überarbeitet. Speziell für Songs of the Past wurde außerdem eine neue Waffengattung gezeigt. Neben “Stahl für Menschen” und “Silber für Monster” gibt es nun auch eine Art Enterhaken, der sich wie eine Kette schwingen lässt.

Auch der Optik wurde eine Frischzellenkur verpasst. Denn die Entwickler versprechen “bessere Beleuchtung, Verbesserungen beim Raytracing sowie eine dichtere Vegetation”. Das sieht man dem Update durchaus an. Langsam ähnelt The Witcher 3 tatsächlich dem allerersten Grafik-Teaser, bei dem die Entwickler vor über zehn Jahren mit nahezu fotorealistischen Umgebungen am Anfang der 2010er-Jahre noch etwas geflunkert haben. Gleichzeitig sollen die NPCs neue Routinen bekommen und sich in ihrem virtuellen Alltag abwechslungsreicher bewegen.
Das neue Land Letten wirkt jedenfalls sehr harmonisch und mischt einmal mehr den Realismus mit einem Hauch von Märchen, während die unaufgeregten Instrumente im Soundtrack dem Titel wieder sein Mittelalter-Feeling verpassen. Letten sei “unberührt von den Kriegen der Welt”, so die Entwickler, und es sei “stark vom ländlichen Raum in Polen und England inspiriert – von der Architektur über die Landschaften bis hin zu den Bräuchen.”
Wir haben die ausführliche Preview von The Witcher 3 Songs of the Past ihm Rahmen der Gamescom 2026 bekommen. Hier findest du unsere restlichen Eindrücke der besten Titel der Gamescom, vom Showfloor und hinter den Kulissen.
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Alle Bilder © CD Projekt Red
Der Redakteur (APA, Helden der Freizeit) und Videospiel-Blogger reviewed für uns vor allem Games, Serien und Filme - ist aber auch so manchem Naturausflug nicht abgeneigt.
