Auf welche Videospiele dürfen sich Zocker bald besonders freuen? Auf der Gamescom 2026 durften wir Hand an etliche kommende Games legen, die im Herbst und Winter sowie im kommenden Jahr anstehen. Anbei unsere größten Gamescom 2026 Highlights für PlayStation, Xbox, Switch 2 und PC.
von Klaus Kainz, 30. 8. 2026
Bis zum Schluss konnten wir bei der Gamescom in Köln mehrere Dutzend Spiele testen. Wir haben aber nicht nur die Besucherhallen nach Hits abgesucht, sondern konnten auch hinter den Kulissen bei einigen Publishern vorbeischauen.
Apropos, unsere Video-Eindrücke, inklusive kleineren Ernüchterungen auf der Messe, gibt es hier auf Instagram, hier auf TikTok und hier auf YouTube.
Metro 2039 setzt auf Immersion pur, und zumindest grafisch hebt der neueste Ableger der brachialen Shooter-Serie die Messlatte einmal mehr nach oben. So stellten sich vermutlich viele Fans von Klassikern wie Half-Life 2 früher die Zukunft des Genres vor. Zwar braucht es eine gewisse Vorliebe für die radioaktive Postapokalypse im verseuchten Moskau, aber die heruntergekommenen Tunnel und Stadtruinen könnten kaum beklemmender sein.

Auch beim Gameplay stören keine Icons oder Schadensanzeigen die Stimmung, da Metro 2039 offensichtlich so realistisch wie möglich wirken will. Deswegen braucht es im Überlebenskampf gegen riesige Mutanten und feindliche Milizen auch mehr als nur einen schnellen Abzugsfinger. Ihr müsst eure Gasmaske aufsetzen und regelmäßig putzen, auf den Geigerzähler oder auf eure Batterien in der Taschenlampe achten. Zwar hat der Titel keine große Open World, aber besonders in den Verstecken der Gegner gibt es viele unterschiedliche Wege, sich an die Feinde heranzuschleichen. Das motiviert, da hier keine richtigen oder falsche Wege vorgegeben sind.
In manchen Belangen fühlt sich Control Resonant wie eine Ausnahmeerscheinung an. Es bleibt dem Vorgänger zwar vor allem beim abgefahrenen Grafikstil treu, aber macht beim Gameplay einiges anders. Statt Geballer gibt es diesmal nämlich Gemetzel mit Nahkampfwaffen. Wir haben ein Schwert gewählt, das sich alternativ wie eine Peitsche schwingen lässt. Eine Sichel und ein Hammer wären ebenfalls zur Auswahl gestanden.

Allerdings setzt es dabei auf keine abgedroschenen Souls-Kämpfe, die inzwischen fast jedes große Action-Spiel nachahmen will. Auch Pariermechaniken gab es bisher keine. Der Fokus liegt stattdessen voll und ganz auf der Beweglichkeit des Charakters, und schon nach dem Intro stehen einem Doppelsprünge und Sprintmanöver zur Verfügung. Auch beim ersten Boss, der ziemlich knifflig ist, dreht sich alles um Ausweichen. Damit geht es mehr in Richtung alter Klone von Titeln wie Devil May Cry oder God of War, aber integriert gleichzeitig die Telekinese des ersten Teils in die Kämpfe. Obwohl die Welt des Inception-artig verdrehten Manhattans diesmal größer und offener ist, scheint der Titel auch auf Ubisoft-Türme und Icon-Haufen auf der Map zu verzichten – erfrischend.

Die ersten Strecken in Star Wars Galactic Racer versprechen genau das, was sich manche Fans erhofft haben. Denn das Rennspiel verbindet augenscheinlich die besten Elemente aus den alten Pod Racer-Spielen und dem Genre-Klassiker Burnout. Diesmal gibt es aber nicht nur Podracer, sondern verschiedene Vehikel. Dabei fühlen sich diese Karossen gewichtig an, lassen sich aber trotzdem geschmeidig steuern. Wie in Burnout lassen sich Gegner durch gezielte Rammattacken ausschalten und seltsamerweise können die fliegenden Fahrzeuge auch driften. Im Gegensatz zu Burnout gibt es gelegentlich auch große Sprünge auf den Strecken.
Besonders hervorgestochen ist der Sound. Star Wars Galactic Racer scheint wie geschaffen für Kopfhörer zu sein. Auf weiten Teilen der Strecke gab es keine Musik, aber es sind durchgehend Geräusche wie die Düsenantriebe zu hören, oder das krachende Metall. Das wirkt sehr natürlich und verstärkt sowohl die Atmosphäre als auch die Action.
Atmosphärisch könnte der Einstieg in Alien Isolation 2 kaum stimmiger sein. Diesmal stürzt eine neue Crew auf einen Planeten mitten in einem Regenschauer ab und findet dort wiederum ein anderes Schiffswrack – wo direkt das unzerstörbare Filmmonster lauert. Das kann die Spieler mit nur einem Schlag ausschalten, weswegen viel Geschleiche notwendig ist. Durch das Stalker-Gameplay entsteht schnell Spannung, wobei auch das Mysterium hinter dem Setting schnell zum Erkunden motiviert.

Manchmal könnte es nur etwas dauern, sich einen Überblick zu schaffen. Wir sind zwar absolut keine Freunde von Spielen mit literweise gelber Farbe, die Wege markiert. Nur wie im ersten Teil haben die Raumstationen einen sehr homogenen Look, in denen oft auf den ersten Blick die interaktiven Elemente nicht sichtbar sind, oft erst beim dritten oder vierten.
Silent Hill Townfall könnte bei manchen Fans zuerst anecken, weil es einiges anders macht. Geht es nach den ersten anderthalb Spielstunden, ist es einer der rätsellastigsten Ableger der Serie, mit gelegentlichen Stealth-Einlagen und nur rudimentären Kämpfen. Protagonist Simon verschlägt es außerdem nicht in die titelgebende Stadt in Amerika, sondern ins schottische St. Amelia, wo diesmal der gruselige Nebel die Realität verändert. Allerdings hat der Titel das Potential besonders stark bei jenen zu zünden, die sich auf das Setting einlassen.

Aus der Egoperspektive wirkt die nebelige Hafenstadt absolut stimmig und der Titel setzt eine eigene Tonalität. Zwar stammen die Musik und das Monsterdesign nicht mehr aus Japan, ahmen den alten Stil aber kompetent nach. Es wirkt wie Silent Hill. Die transformierten Stadtteile sollen diesmal an abstrakte Krankenhäuser erinnern, wobei oft rotes Licht kalte Mauern ausleuchtet. Das Gameplay ist erfrischend, weil es nicht bei der Hand hält und Spielern Freiraum zum Knobeln lässt. Nervig war lediglich ein seltsam fummeliges Minispiel mit Bewegungssteuerung, das später hoffentlich mit Stick spielbar ist.
Allerdings gibt es trotzdem Ungereimtheiten. Silent Hill Townfall hat nämlich viele Zwischensequenzen, die mit der Egoperspektive brechen und sich so stilistisch nicht harmonisch anfühlen. Auch mag es später noch Story-Gründe haben, warum der Titel im Jahr 1996 spielt, aber ganz überzeugend ist das nicht. Manche der Hauptcharaktere wirken, als wären sie erst gestern aus einem Coffee Shop spaziert. Besonders ablenkend ist die Hipsterbrille von Titelheld Simon.

So muss Action in 2D aussehen. Für Castlevania: Belmont’s Curse versuchen erstmals die Roguelike-Experten hinter Dead Cells, der alten Vampirsaga aus Japan ein neues Leben einzuhauchen. Diesmal haben Dämonen Paris überfallen, das sich als großes 2D-Labyrinth zeigt. Dabei zerhaut die neueste Tochter aus dem Belmon-Clan die dämonischen Horden Draculas. Neues Equipment wie Enterhaken öffnen dabei nicht nur neue Wege, sondern sind auch im Kampf einsatzbar. Während das normale Schwert zu Beginn relativ grazil ist, ist dann etwa bei den Kampffäusten das Treffer-Feedback besonders wuchtig.
Castlevania Belmont’s Curse bringt viele der besten Aspekte des Genres zusammen. Es motiviert direkt, alle Teile der Map aufzudecken, aber dabei auch knackige Hindernisse und Gegner zu bezwingen. Es muss aber klar sein, dass die Atmosphäre mit den alten Spielen nicht mehr viel zu tun hat. Beim Look lehnt man sich dem Netflix-Cartoon an, beim Leveldesign ähneln viele Hindernisparcours mehr Hollow Knight als beispielsweise Castlevania Symphony of the Night. Es kommt nunmal nicht mehr aus Japan.
Es mag ein paar Minuten dauern, bis Crazy Taxi World Tour zündet. Beim Budget kann es offensichtlich nicht mit Titeln wie Forza Horizon mithalten, aber gleichzeitig wirkt der Titel nicht so chaotisch wie die alte Arcade-Maschine direkt nach Münzeinwurf. Vielmehr fühlt sich das Spiel wie ein verlorener Titel der Ära der PlayStation 2 an – im positiven Sinne. Die kleinen Sandboxen sehen nicht spektakulär aus, wirken dafür aber verspielter als die Konkurrenz. Manche blödelige Nebenmissionen könnten aus einem alten Tony Hawk-Spiel stammen. Zum Beispiel soll ein Stuntman durch ein Abbremsen über einen Berg geschossen werden, während an anderer Stelle so viele Häschenmaskottchen wie möglich zur großen Wiese gebracht werden müssen.

Es wirkt zwar bei der Grafikpower nicht auf der Höhe, aber ist zumindest angenehm bunt. Während der Highscore-Jagden läuft außerdem ein wenig Buttrock, inklusive All I Want von The Offspring, ganz wie im Original. NPCs geben ulkige Sprüche ab, die aber nicht gezwungen und daher sympathisch albern rüberkommen. Nur wiederholen sich die Sprüche des eigenen Fahrers sehr schnell und könnten nerven, sollten sie im finalen Titel nicht abstellbar sein.
Jetzt sorgen Coop-Hits wie It Takes Two oder Split Fiction für erste Nachahmer. Orbitals setzt auf dasselbe Konzept mit Splitscreen, bei dem zwei Spieler per Teamwork etliche kleine Minigames absolvieren müssen. Bereits im Intro zeigte sich das Weltraum-Abenteuer im Anime-Look spielerisch kreativ. Während einer Raumschiff-Reparatur muss beispielsweise jeder Spieler jeweils einen Teil des Werkzeugs bedienen. Auch außerhalb vom Spiel ist dabei Aktivität gefragt. An anderer Stelle sind die Titelhelden beispielsweise per Wand getrennt und nur einer sieht die Zahlen von mehreren Luken, die geöffnet werden müssen. Hier ist also Kommunikation per Gespräch notwendig – kein seichtes Gezocke erlaubt.

Wodurch sich Orbitals von der Inspiration abheben will ist der Look. Denn die Entwickler haben ein Anime-Studio engagiert, das dem Titel einen authentischen Retro-Look verpasst, wie in alten Ghibli Filmen oder Kultserien wie Captain Future. Die auch in Japanisch vorhandenen Zwischensequenzen sehen sehr gut aus und authentisch aus und ein Cel Shading überträgt den Stil meistens erfolgreich ins Gameplay in 3D. Nur die Charaktere wirken manchmal etwas ausgewaschen und der staubige Filer manchmal etwas ablenkend.
Ace Combat Wings of Theve bleibt bei dem, was die traditionsreiche Flugserie ausmacht. Auch der neueste Ableger bewegt sich irgendwo zwischen Flug-Simulation und zugänglicher Arcade-Action, inklusive melodramatischem Storytelling aus Japan. So war in der vergleichsweise kurzen Demo kaum Zeit, sich mit den Feinheiten bei der Ausrüstung der Flugjets oder beim Aufbau des Wingman-Teams so richtig auseinanderzusetzen. Allerdings kann auch jeder Anfänger in Ace Combat einsteigen und ein paar Ziele aus der Luft holen oder am Boden eliminieren.

Das Fluggerät ist entsprechend träge, aber trotzdem intuitiv bedienbar. Dabei ist es wie immer motivierend, etwa einen Tanker im Sturzflug per gezielter Rakete auszuschalten und dann schnell das Flugzeug nach oben zu ziehen, während das Meerwasser gegen die Kamera klatscht. Grafisch war das gezeigte Inselszenario mit Ozean nicht unbedingt beim Realismusgrad eines Windows Flugsimulators und beim genauen Hinsehen waren manche Strandtexturen leicht verwaschen. Insgesamt macht das aber nicht viel aus, weil das Gesamtbild stimmig ist. Außerdem trägt das rockige Orchester und das Geplapper der Wingmänner und -frauen zur Atmosphäre bei.
Jetzt macht auch Hot Wheels einen auf Forza Horizon. Waren die Vorgänger noch überraschend knackige Arcade Racer auf linearen Spielzeug-Bahnen, bekommt Infinite Rush vier kleine Sandboxen zu befahren. Dabei ist jede der kunterbunten Inseln vollgestopft mit unterschiedlichen Herausforderungen. Neben den Rennen und Time Trials gibt es auch Hindernisparcours oder Action-Aufgaben, während denen ihr so viele Bestandteile der Plastikwelt über den Haufen fahren müsst wie möglich. In Duellen auf der Map darf dann das herausgeforderte Hot Wheels-Auto eingesackt werden.

Das funktioniert gut. Vor allem, weil die Strecken weiter mit vielen Loopings und anderen spielzeug-mäßigen Hindernissen daherkommen, wie riesige Dinoköpfe, die sich öffnen und schließen. Ein paar der kleineren Wagen steuern sich etwas sensibel, vor allem beim Driften, aber das ist wohl dem Konzept geschuldet – es sind schließlich Spielzeug-Autos. Als buntere Alternative zu Forza scheint der Titel sehr solid. Einziges Manko: Es fiel anfangs noch schwer, festzumachen, durch welche Plastikaufsteller die Autos düsen können und bei welchen Elementen es sich um feste Mauern handelt.
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Der Redakteur (APA, Helden der Freizeit) und Videospiel-Blogger reviewed für uns vor allem Games, Serien und Filme - ist aber auch so manchem Naturausflug nicht abgeneigt.
