Klanglicht im Park bringt das Erfolgskonzept aus Graz, den Mond und ausgewählte Lichtkunstwerke von österreichischen und internationalen Künstler:innen nach Wien. In Kombination mit hausgemachter Gastro und dem schönen Schwarzenberggarten entsteht ein wohltuend reduziertes Konzept. Eine zauberhafte Lichtkunst-Oase, bei der man der sonstigen Weihnachtsreizflut wunderbar entfliehen kann. Mit unserem Erfahrungsbericht und in diesem Video auf Instagram oder auf TikTok könnt ihr euch ein Bild machen.
von Christoph König, 22. 10. 2026
Ist weniger manchmal mehr? Das neue Klanglicht im Park positioniert sich als Gegenpol zum lauten Weihnachtstrubel. Während anderorts viel Kitsch und grell beleuchtete Standln locken, starten die Theater im Park Veranstalter rund um Georg Hoanzl und Michael Niavarani hier mit einem anderen Konzept. Auf 16 Stationen kannst du noch bis 10. Jänner 2027 begleitet von Musik unter dem Namen The Sound of Light Lichtkunstwerke entdecken. Wenn du möchtest, ausgestattet mit einer kleinen Gelben Laterne. Beim Spaziergang durch den Schwarzenberggarten lässt sich dabei der vorweihnachtliche Großstadttrubel wunderbar abschütteln.

Nachdem du durch einen Regenbogen aus Lichtern von Afredo Barsuglia geschritten bist, ist das große Highlight nicht zu übersehen: Museum of the Moon. Ein 7 Meter großer Mond, der sowohl wegen der gelungenen Beleuchtung als auch der echten NASA-Aufnahmen aus denen er gestaltet wurde, ultrarealistisch wirkt. Die Installation des Briten Luke Jerram ist zweifellos das große Herzstück von Klanglicht im Park. Als hätte jemand den Mond für uns vom Himmel geholt, fühlt man sich hier wie der kleine Prinz – und es berührt einen, wenn man ihn mit ausgestrecktem Arm beinahe angreifen kann. Eine extra installierte Stiege ermöglicht einen Blick von oben, geschickt platzierte Spiegel erleichtern das Schießen von Selfies.

Ein krasser Gegensatz dazu ist der stark beleuchtete Alucontainer Brocken 5.6 von Yasuhiro Chida. Der Zauber offenbart sich hier erst im Inneren. Durch hunderte Löcher in der Wand gelangen feine Lichtstrahlen in den Würfel, die den Raum durchfluten. Überhaupt entfalten einige Werke ihre Wirkung erst auf den zweiten Blick. So entpuppen sich die Lichtwege hinunter Richtung Palais Schwarzenberg des deutschen Duos Hartung und Trenz als kreisförmig projizierte Schriftzüge.

Die Lichttiere aus Draht von Katja Paternoster, die sich auf fünf Stationen verteilen (besonders der filigrane Pfau ist beeindruckend), konzentrieren sich auch auf Tierarten, die sich tatsächlich im Schwarzenberggarten verstecken, wie ein Fuchs oder Eichhörnchen. Und bei Flora von Philipp Artus kannst du mittels Tochpad selbst Einfluss auf die Formen und Linien nehmen, die ein Algorithmus auf die Ziegelwand wirft. Besonders die größeren Werke, wie das vom Baum hängende Connection von Bart Ensing oder Mirror of Insight von Javier Rieira (auf den Tennisplätzen mit Blick hinauf zum Unteren Belvedere) kommen im weitläufigen Areal besonders gut zur Geltung. Die kleineren Werke verlieren sich darin ein wenig, was aber auch seinen eigenen Charme hat.

Im schönen Winter Garden locken Foodstandeln von Stöckl im Park mit Blick hinunter auf das Areal zur Stärkung ein. Die Gastro ist ein wohltuender Gegensatz zu manchem Weihnachtsstand. Statt Glühwein aus dem Kanister wird hier köstlicher hausgemachter Punsch serviert. Alternativ kannst du zum selbstgebrauten Stöckl im Park Bier greifen – immerhin hat das große Lokal, das sich über den gesamten Eingangsbereich erstreckt, neben dem Restaurant seine eigene hauseigene Brauerei. Auch der Kaiserschmarren und die Käsespätzle schmecken fein.

Klanglicht im Park kommt nicht als pompöses Lichtergarten-Spektakel daher wie beispielsweise Illumina in Laxenburg. Es setzt bewusst auf leisere Töne und ausgewählte Lichtkunst, die sich auf eher reduzierte Art in den Schwarzenberggarten einbettet. Das ist schön. Wer einen Gegensatz zur sonstigen Reizflut sucht, wird hier fündig. Absolutes Highlight ist der überdimensionale Mond, der nicht umsonst schon in 30 Ländern für Aufsehen gesorgt hat.

Wer einen schönen Abend mit feiner Lichtkunst und Kulinarik verbringen und dabei auf Weihnachtskitsch und grelle Showelemente verzichten will, ist hier richtig. Ob weniger in diesem Fall mehr ist, muss jede:r Besucher:in für sich entscheiden. Wir empfehlen unter der Woche zu kommen, weil da ist der Eintritt für Erwachsene um 40 Prozent günstiger! Außerdem kriegst du bis inklusive 8. November mit dem Code “THEATERLICHT” 20 Prozent Rabatt auf deine Buchung.
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Aufmacherfoto: (c) Pascal Riesinger
Dieser Artikel ist im Zuge einer Kooperation mit Klanglicht im Park entstanden
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