Kriegsverbrechen in Gaza, eine Social-Media-Datenkrake und zwei Schwestern auf der Suche nach Liebe bestimmen den Oktober. Daneben gibt es ein Highlight mit einem LGBTQ+-Film und natürlich viel viel Horror.
Filmexpertin Susanne Gottlieb stellt dir die größten Highlights unter den Kinofilmen im Oktober 2026 vor – inklusive Geheimtipp und der Liste aller Starttermine.
Der Oktober kann mit herzerreißenden Dokus, Eskapismus und einigen Genrehighlights aufwarten. Warum man sich hier schon perfekt auf die düsteren Tage sowie das schaurig-schöne Feiern am Ende des Monats vorbereiten kann, das verraten wir hier.

Er war die überraschende späte Ergänzung im Programm der heurigen Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Und er brach mit 25 Minuten Standing Ovations auch gleich den Rekord des Festivals. Die Regisseure sollten bekannt sein. Mit No Other Land gewannen Yuval Abraham und Rachel Szor gemeinsam mit zwei palästinensischen Kollegen den Oscar, jetzt legt das israelische Regie- und Journalistenduo nach. Drei Jahre lang sprachen die beiden mit Mitgliedern von Armee und Geheimdiensten über den Dächern von Tel Aviv. 24 Offiziere und Soldaten kommen im Film zu Wort, ihre Gesichter und Stimmen sind digital verfremdet. Aus ihren Aussagen lässt sich ableiten, wie Israel seit dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 im Gazastreifen Krieg führt.
Die Strukturen und Technologien, darunter KI, operieren immer mit NAZA: Ein Begriff für zivile Opfer, die man für die Auslöschung eines Hamas-Mitglieds in Kauf nimmt. Das können bis zu 500 sein, und man hat auch kein Problem damit, Familien zu bombadieren. Mitproduziert haben diesen Schocker der Guardian und Oscarpreisträger Jonathan Glazer (The Zone of Interest). In Venedig gab es den Spezialpreis der Jury, danach kam der politische Gegenwind. Israels Kulturminister Miki Zohar drohte dem Regieduo mit dem Entzug der Staatsbürgerschaft.
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Mehr InformationenEin Cannes-Hit, der bereits am Slash begeistern konnte. In der queeren Szene von Paris ist Jim Parfait ein Superstar: der Influencer hat den perfekt geformten Muskelkörper und ist der König der „Gym Queens”. Doch dann erwischt ihn „Heterosis”, ein mysteriöses Virus, das schwule Männer heterosexuell macht. Jim wird zum Ausgestoßenen und mag auch plötzlich Fußball! Nur sein letzter Follower Lucien, der sich gerade seiner Politiker-Mutter geoutet hat, hält noch zu ihm. Gemeinsam suchen die beiden nach einem Heilmittel, wobei sie immer wieder von mysteriösen Kräften sabotiert werden. Den ernsten Hintergrund, den die Handlung evoziert, darf man aber auch so stehen lassen. Co-Autor Simon Balteaux erklärte, dass hier durchaus die Angst vor AIDS reinspielt. Die erfundene Epidemie dreht diese Erfahrung satirisch um.

Teil 2 der Mark Zuckerberg-Saga. 16 Jahre nach The Social Network kehrt Aaron Sorkin zu Facebook zurück. Diesmal schreibt er nicht nur das Drehbuch, er führt auch Regie. Eine Fortsetzung im klassischen Sinn darf man sich aber nicht erwarten. Die Studentenzeiten in Harvard sind lange Geschichte, jetzt geht es um die modernen Konsequenzen, die über reine Zurschaustellung hinausgehen. Oscarpreisträgerin Mikey Madison schlüpft in die Rolle der Whistleblowerin Frances Haugen, die bei Facebook als Ingenieurin angestellt ist. Sie spielt dem Wall Street Journal-Reporter Jeff Horwitz (Jeremy Allen White) interne, hochbrisante Dokumente zu. Daraus wurden 2021 die „Facebook Files”. Die Enthüllungsserie zeigte, dass der Konzern sehr wohl über die Probleme mit Hass, Fake News und psychischen Belastungen Bescheid wusste. Er entschied sich jedoch intern dafür, diese zu ignorieren, um Gewinne und Nutzerwachstum nicht zu gefährden. Beim Big Boss ändert sich auch einiges. Mark Zuckerberg wird diesmal von Jeremy Strong gespielt. Jesse Eisenberg wollte nicht zurückkehren, weil ihm die Rolle seit Jahren noch immer nachhängt.
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Mehr InformationenPinocchio lässt grüßen. Oder doch Jonas und der Wal? Egal, Austin Abrams dreht nach seinem großen Durchbruch in Resident Evil letzten Monat (hier unsere Review) weiter auf. Als Taucher Jay Gardiner sucht vor der Küste Kaliforniens nach den Überresten seines verstorbenen Vaters. Dabei wird er von einem riesigen Pottwal verschluckt. Wie er im Magen eines Tintenfisch- und Krebsessers landet, dürfte einer der spannenderen Momente dieses Films werden. Aber jetzt geht es ums Überleben. Im Magen des Tiers bleibt ihm eine Stunde, bevor die Sauerstoffflasche leer ist. Aber Daddy (Josh Brolin) sei Dank, dieser hat ihm genau die richtigen Tools und das Wissen mitgegeben um zu überleben. Regie führt Brian Duffield, der schon mit No One Will Save You bewiesen hat, dass er mit einem einzigen Menschen gegen eine übermächtige Bedrohung Spannung erzeugen kann.

Die meisten kennen die berühmte Ang Lee-Verfilmung mit Emma Thompson und Kate Winslet. Auch die BBC-Serie von 2008 kann sich durchaus sehen lassen. Doch wie jede Generation ihr Stolz und Vorurteil bekommt, so gibt es auch für Gen Z nun ein eigenes Sinn und Sinnlichkeit. Die Handlung sollte bekannt sein: England um 1800. Nach dem Tod des Vaters verlieren die Schwestern Elinor (Daisy Edgar-Jones) und Marianne Dashwood (Esmé Creed-Miles) ihr Zuhause. Ihr älterer Halbbruder und der Erbe des Hauses bricht das Versprechen, für die Familie zu sorgen, und so ziehen sie mit ihrer Mutter (Caitríona Balfe) und ihrer kleinen Schwester in ein bescheidenes Landhaus. Elinor verliebt sich heimlich in den ehrenwerten Edward Ferrars (George MacKay), die leidenschaftliche Marianne in den charmanten Willoughby (Frank Dillane). Doch nicht jeder Freier ist, wie er scheint, und es muss bis zum glücklichen Ende noch viel gelitten werden.
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Mehr InformationenDC experimentiert weiter herum, diesmal setzt es auf Horror statt auf Superhelden. Matt Hagen (Tom Rhys Harries) hat es vom Gotham-Straßenkind zum Hollywood-Star geschafft. Doch dann entstellt ihn ein Gangsterboss. Um wieder er selbst zu sein, lässt er sich auf eine experimentelle Behandlung bei einer Wissenschaftlerin (Naomi Ackie) ein. Die gibt ihm sein Gesicht zurück, verwandelt seinen Körper aber in Lehm und lässt ihn langsam den Bezug zur Realität verlieren. Auftakt für einen Rachefeldzug. Regie führte der Brite James Watkins, der auf Horror spezialisiert ist (Eden Lake, Die Frau in Schwarz, Speak No Evil). Das Drehbuch stammt unter anderem von Horror-Spezialist Mike Flanagan (Spuk in Hill House, Midnight Mass). In den USA hat der Film übrigens ein R-Rating.
1. 10. Corpus Delicti, Digger, Naza, Shaun das Schaf – Spuk im Kürbisfeld, Bruno: Der junge Kreisky, Verity – Dunkle Geheimnisse, Yugo goes to America
2. 10. Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski, Eighty Plus, Frau Winkler verlässt das Haus, The Home Resort
3. 10. Accomplices, Wanderlust
4. 10. Karmadonna, Living in Freedom
5. 10. Havel
6. 10. Citizen Havel, Wellen Wende
8. 10. Jim Queen, Hope, Forgotten Island, Lügen über meine Mutter, Robu 404, The Social Reckoning
9. 10. Atmosphere
11. 10. Lalka
12. 10. Always Lalisa
15. 10. A New Dawn, Spaziergang nach Syrakus, Nachts in der Provinz, Whalefall, Monster Mia, Sinn und Sinnlichkeit, Nizami: Eternal Inspiration, Street Fighter
16. 10. Nöstlinger – Sowieso und überhaupt
22. 10. Chopin – Eine Sonate in Paris, Der perfekte Urlaub, Clayface, Liebhaberinnen
23. 10. Alte Liebe, Ali G: Who Iz I?
27. 10. Rascal does not dram of a dear friend
28. 10. Ozzy & Black Sabbath: Back to the Beginning
29. 10. Other Mommy, Glaube, Die Blutgräfin, Mumbo Jumbo
Weitere Jahreshighlights:
Die 26 besten Kinofilme 2026
Die Netflix-Kracher des Jahres
Aufmacherfoto: (c) Polyfilm, Sony Pictures, Universal Pictures
Susanne Gottlieb schreibt als Filmjournalistin für die Helden der Freizeit, Kleine Zeitung, NZZ, Standard, TV Media, Filmbulletin, Cineuropa und viele mehr. Sie arbeitet im Filmarchiv Austria, berichtet von diversen Filmfestivals und hat Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert.
