Ein radioaktives Monster im Nachkriegsjapan, zwei CIA-Agenten auf der Osterinsel und ein junger Haymitch in der Arena bestimmen den November. Daneben gibt es zwei heimische Festivallieblinge und ein Wiedersehen mit den Fockers.
Filmexpertin Susanne Gottlieb stellt dir die größten Highlights unter den Kinofilmen im November 2026 vor – inklusive Geheimtipp und der Liste aller Starttermine.
Wenn die Tage kürzer werden, wird das Kino umso größer. Godzilla meldet sich mit einem Sequel zurück, Martin McDonagh schickt uns auf die Osterinseln und Panem öffnet die Arena für die 50. Hungerspiele. Warum sich der Gang ins Kino gerade jetzt besonders lohnt, verraten wir hier.

Den ersten Teil musste man hier in Österreich im Kino noch regelrecht suchen, nun stürzt die Forsetzung mit viel Karacho in die Kinos. Mit Godzilla Minus One gelang Takashi Yamazaki 2023 der Überraschungshit schlechthin: der erfolgreichste japanische Godzilla-Film aller Zeiten, dazu der Oscar für die besten visuellen Effekte. Jetzt legt der Regisseur, Drehbuchautor und VFX-Spezialist nach. Die Handlung setzt 1949 ein, zwei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers. Japan kämpft noch immer um den Wiederaufbau, die Familie Shikishima um einen normalen Alltag. Dafür kehren auch Ryunosuke Kamiki und Minami Hamabe als die Protagonisten Kōichi und Noriko zurück. Doch der hart erkämpfte Frieden hält nicht lange. Fans haben im Titel übrigens bereits einen Hinweis entdeckt. „Monster Zero“ ist ein alternativer Name für King Ghidorah, Godzillas dreiköpfigen Erzfeind. Minus Zero ist der erste japanische Film, der für IMAX gedreht wurde, und in den USA der erste Godzilla-Film mit R-Rating.

Scharfe Klinke, noch schärfere Beobachtungen: Nach The Banshees of Inisherin und Three Billboards Outside Ebbing, Missouri ist Martin McDonagh zurück. Diesmal schickt er seine Figuren ans andere Ende der Welt. Wir befinden uns in Chile 1973, kurz vor dem Militärputsch. Die CIA-Agenten Chris (John Malkovich) und Lee (Sam Rockwell) machen kurz vor dem Putsch, an dem sie mit Büroleiter MJ (Steve Buscemi) arbeiten, Urlaub auf den Osterinseln. Zwischen den berühmten Moai-Statuen holen die beiden ungleichen Freunde ihre dunkle Vergangenheit und allerhand Verschwörungen ein.
Als Chris sich zudem mit zwei rebellischen Studentinnen anfreundet, und die eine oder andere streng geheime Info fallen lässt, droht der Ausflug komplett aus dem Ruder zu laufen. McDonagh beginnt wie immer mit staubtrockenen, absurden Pointen, baut einige absurde Dialoge ein. Doch wer ihn kennt weiß, an manchen Punkten wird einem das Lachen im Hals stecken bleiben. Malkovich wurde für seine Rolle als todkranker CIA-Veteran in Venedig als bester Schauspieler ausgezeichnet und könnte wohl auf eine Oscar-Nominierung hoffen. In Nebenrollen mit dabei sind außerdem Parker Posey und Tom Waits.
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Mehr InformationenSie verstehen es, die Außenseiter und schillernsten Figuren des Alltags und der Vergangenheit mit ihrer Kamera einzufangen. Mit La Pivellina und Vera hat das Duo Tizza Covi und Rainer Frimmel bewiesen, wie fließend die Grenze zwischen Dokumentar- und Spielfilm sein kann. In ihrem neuen Film spielt die österreichische Blues-Legende Al Cook eine Version von sich selbst. Seit dem Tod seiner Frau lebt der Musiker allein in seiner Altbauwohnung, umgeben von Schallplatten, Videokassetten und Erinnerungen. Im Keller hat er sich ein analoges Studio eingerichtet, die Zeit scheint stillzustehen. Doch dann will eine skrupellose Immobilienfirma das Haus abreißen, und Al ist der letzte Mieter, der sich wehrt. Was als Katastrophe beginnt, wird zur Chance auf einen Neuanfang. Gedreht auf 16 mm, ist der Film melancholisch, aber nie wehleidig, und auch oft sehr komisch. Bei der Berlinale lief er im Wettbewerb und wurde zum Publikumsliebling.

Möge das Glück stets mit euch sein! Man muss es Suzanne Collins lassen, auch nach 14 Jahren sind ihre Hunger Games-Bücher noch populär, die Filme werden noch als Blockbuster gehandelt, und die Autorin hat sich auch noch nicht als J.K. Rowling 2.0 offenbart. Grund genug also, immer wieder nach Panem zurückzukehren. Seit den drei Originalbüchern und vier Original-Filmen sind mit The Ballad of Songbirds & Snakes und Sunrise on the Reaping zwei Prequels rund um Präsident Snow und Haymitch Abernathy entstanden. Ersterer kam 2023 ins Kino, nun folgt der Haymitch Abernathy-Ableger, der vorab schon für viel Presse gesorgt hatte, da viele Lieblinge aus den späteren Filmen mit neuen Darstellern jünger besetzt wurden.
24 Jahre vor ihren Spielen wird der junge Haymitch (Joseph Zada) für die 50. Hungerspiele ausgelost. Das zweite Jubel-Jubiläum, bei dem doppelt so viele Tribute in die Arena müssen. Auch hier gilt es: Das Kapitol besiegen, Widerstand leisten, sich nicht in die Rolle des Opfers drängen lassen. Und vor allem: Fake News sind böse! Regie führt wieder Francis Lawrence, der damit fünf der sechs Filme der Reihe inszeniert hat. Und nun zum bereits erwähnten Cast: Ralph Fiennes ist Präsident Snow, Elle Fanning die junge Effie Trinket, Jesse Plemons spielt Plutarch Heavensbee, dazu kommen Glenn Close, Kieran Culkin als junger Caesar Flickerman, Mckenna Grace und Maya Hawke als Wiress.
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Mehr InformationenEin weiteres Franchise, das nicht unterzukriegen ist. 16 Jahre nach Meine Frau, unsere Kinder und ich ist die Familie Focker zurück. Und diesmal werden die Rollen getauscht. Musste sich Greg Focker (Ben Stiller) einst dem Schwiegervater in spe Jack Byrnes (Robert De Niro) stellen, ist er nun selbst der misstrauische Vater. Sein Sohn Henry (Skyler Gisondo) will heiraten, und zwar ausgerechnet die selbstbewusste FBI-Verhandlungsexpertin Olivia Jones (Ariana Grande). Das passt doch nicht zusammen! Greg vermutet, dass sie Henry manipuliert und nimmt die künftige Schwiegertochter genauer unter die Lupe. Das führt natürlich zu einem regelrechten Chaos. Regie führt John Hamburg, der schon an den Drehbüchern der Vorgänger mitgeschrieben hat. Auch Owen Wilson, Teri Polo und Blythe Danner sind wieder dabei, neu im Cast ist Beanie Feldstein.
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Mehr InformationenEin Triumph für Österreich. Die Steirerin Sandra Wollner hat mit ihrem dritten Spielfilm den Hauptpreis der Cannes-Nebenreihe Un Certain Regard gewonnen, später folgte das Heart of Sarajevo. Als österreichisch-deutsche Koproduktion geht der Film sogar als deutscher Kandidat ins Oscar-Rennen. Am Ende einer Partynacht steigen Jessie (Carla Hüttermann) und Lux (Tristán López) auf das Dach eines Hochhauses. Wenig später ist Jessie tot. Zurück bleiben ihre Mutter Ella (Birgit Minichmayr), ihre kleine Schwester (Lotte Shirin Keiling) und Lux, dem alle die Schuld geben. Zwischen Schuld und Vergebung brechen die drei gemeinsam nach Teneriffa auf, zu einem Familienurlaub, den es nie gegeben hat. Was als sensibles Trauerdrama beginnt, wird unter der flirrenden Sonne zur rätselhaften Geisterbeschwörung. Wer Wollners The Trouble with Being Born kennt, weiß, Realität und Fantastie, Träume und Fakten fließen hier leise und dann immer dominierender ineinander.
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Aufmacherfoto: (c) Constantin Film, Walt Disney
Susanne Gottlieb schreibt als Filmjournalistin für die Helden der Freizeit, Kleine Zeitung, NZZ, Standard, TV Media, Filmbulletin, Cineuropa und viele mehr. Sie arbeitet im Filmarchiv Austria, berichtet von diversen Filmfestivals und hat Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert.
