Omas Strudel, Snowpark, Birki-Burger, Mariazellerbahn, Erlaufloipe … so geht ein perfekter Tag auf der Gemeindealpe Mitterbach. Ein toller Geheim-Tipp für alle Wintersport-Freaks. Anreise, kulinarische Schmankerl, Unterkunft, Preise – wir haben das Angebot getestet und die besten Insidertipps für euch.
von Christoph König und Christian Malik
Uns Wiener Flachlandpiraten treibt es ja meist auf den Semmering. Dabei finden sich nur zwei Autostunden von der Bundeshauptstadt noch andere tolle Skigebiete. Den ultimativen Überblick über alle Skigebiete in Niederösterreich haben wir hier für dich. Für 10 davon gilt übrigens der neue NÖ Bergerlebnispass als Saisonkarte (wie der genau funktioniert und welche besonderen Aktionen der bereit hält, liest du hier).
Bei unserer Serie “ein perfekter Tag” zeigen wir euch, wie ein Traumtag in den schönsten Regionen Österreichs funktioniert – siehe auch Wachau. Diesmal knöpfen wir uns die Gemeindealpe vor. Gemeindealpe – der Name klingt ja ein bisserl, als hätte ihn ein Beamter erfunden. Das tut diesem Skigebiet aber unrecht, denn es geht hier ganz schön bunt und actionreich zu.
Nobody is perfect! Auch ein perfekter Tag nicht. Selbst, wenn er penibel geplant ist. Und so empfangen uns bei unserer Ankunft statt Sonnenschein und Postkartenwetter, Schneefall und Wolken. Wurscht! Soll es im Winter Schlimmeres geben. Und wir sind ja ohnehin keine Schönwetterfahrer.
Die Anreise von Wien dauert mit dem Auto etwa zwei Stunden. Wir empfehlen aber, sich etwas mehr Zeit zu nehmen und in St. Pölten in die Mariazellerbahn zu steigen – am besten gleich in den ersten Zug um 6:35 Uhr. Für das frühe Aufstehen wird man mit der wahrscheinlich schönsten Schmalspurbahn-Strecke Österreichs belohnt, die sich durch wunderbare Landschaften und Tunnels in die Berge schlängelt. Der Name Himmelstreppe kommt nicht von ungefähr (Infos am Ende des Artikels). Kurz vor Liftöffnung um 9 in Mitterbach angekommen, geht sich dann noch ein schneller Kaffee mit Snack aus.
Wer will kann auch am Vortag anreisen und im Ort in einem der wunderbaren DorfResort-Quartiere übernachten (wir empfehlen die Appartments im liebevoll renovierten Konrad-Haus). Tipp für alle, die gleich mit der Abfahrt in den Tag starten wollen und keinen Luxus brauchen: Im Terzerhaus am Gipfel des Skigebietes auf 1622 Metern gibt es ein Schlaflager.
Ski-Ausrüstung kann man sich beim Shop direkt an der Talstation ausborgen.
Wir fahren mit dem Vierer- und Zweiersessellift ganz hinauf. Warm einpacken. Denn es gibt keine Überdachung. Sowas ist aber eh nur was für Warmduscher. Was sofort auffällt: Gar keine Schlangen am Lift. Und das an einem Samstag. Super! Zum Einfahren empfiehlt sich der Birkiweg. Idyllisch geht es durch den Wald. Nicht sehr anspruchsvoll, aber zum Aufwärmen genau richtig.
Jetzt nehmen wir den Schlepplift zum Snowpark.
Dieser Snowpark ist für uns Mittdreißiger, deren wildeste Jumps schon ein paar Weilchen her sind, genau das Richtige. Hier gibts ein paar Elemente, über die auch wir uns drüber drauen. Aber auch für geübtere Freestyler bieten die Kicker und Rails genug Platz zum Austoben.
Angenehm, dass sich der Ansturm heute in Grenzen hält. So ist es uns ganz wurscht, ob unsere zaghaften Rookie-Versuche am nassen Hosenboden enden.
Der Rennhang auf der roten Piste unter dem Snowpark empfiehlt sich für die ersten ambitionierteren Schwünge. Kollege Chrambo haut sich mit den Skiern die Speedstrecke runter. Mit dem Board lass ich das lieber. Immerhin misst der Radar bei ihm knappe 70 km/h – im Ortsgebiet mit dem Auto würde er dafür ein “Knöllchen” kassieren, wie unsere deutschen Freunde zu sagen pflegen.
Ganz unten gibt es noch eine Funslope mit Elementen, die Musik machen, wenn man darüber fährt. Ein paar Steilkurverl, und Klatschhanderl zum Einschlagen. Für uns eher naja, Kinder mögen es sicher.
Die Neupositionierung des Skigebiets Richtung Action und Fun steht der Gemeindealpe jedenfalls gut. In unseren Video-Impressionen kriegt ihr einen kleinen Eindruck von der Gemeindealpe:
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Einmal Zeit sich zu stärken – am besten direkt am Gipfel! Bei Sonnenschein genießt man im Terzerhaus einen atemberaubenden Panoramablick. Entweder Indoor durch die Glasfront oder von der Terasse. Wir blicken leider heute in die Nebelwand, trösten uns aber mit den Köstlichkeiten des Hauses.
Die Suppen und Hauptspeisen (wir entscheiden uns für Kasnocken und Putenschnitzerl) erfüllen die Erwartungen. Helden-Tipp! Omas hausgemachter Topfenstrudel. Denn die Nachspeisen zaubert Monika Wallner, Mutter von Pächter Tom Wallner, höchstpersönlich aus dem Ofen. Ein Gedicht.
Nach dem Essen kommt man bekanntlich am schnellsten den Hang runter. Hier bietet sich gleich die schwarze Piste unter dem Terzerhaus an. Immerhin ist sie mit 70 Prozent Gefälle die steilste Niederösterreichs. Und nebendran lädt die großzügige Freeride Area zur Gelände-Erkundung.
Beides macht vom Lift betrachtet einen tollen Eindruck. Leider ist der anspruchsvollste Hang bei unserem Besuch wegen dem dichten Nebel gesperrt. Macht nix! So bleibt es ganz den Helden-der-Freizeit-Lesern überlassen ihn an ihrem perfekten Tag selbst zu testen.
Natürlich stellt sich bei so viel Sport wieder der Hunger ein. Für einen zünftigen Einkehrschwung empfehlen wir das S’Balzplatzerl. Die Hütte ist ein uriger Gegensatz zum modernen Terzerhaus und bietet eine Terasse mit Ausblick weit ins Tal. Der Name s’Balzplatzerl bezieht sich auf das heimische Birkhuhn. Nach dem ist auch Gemeindealpe-Maskottchen “Birki” benannt.
In Balzlaune ist hier sicher so mancher. Wir konzentrieren uns aber ganz auf das Verschnaschen der Speisen. Helden-Tipp! Der Birki-Burger. Groß und verdammt lecker!
Auf und abseits der Piste tummeln sich Schneeschuhwanderer und Tourengeher. Wir entscheiden uns für eine kleine Langlaufrunde. Die bei der Talstation geborgten Latten sind so bärig gut präpariert – dass sie mir gleich einmal davonfahren. Das Material hat offenbar in den 20 Jahren seit ich auf so etwas gestanden bin ein bisserl einen Entwicklungssprung gemacht.
Zum Springen ist uns jetzt auch zumute. Denn endlich kommt die Sonne raus. Genüsslich ziehen wir unsere Spuren. Genau das Richtige, um nach der rassigen Ski- und Snowboard-Action die Beine wieder locker zu bekommen. Die Erlaufloipe (3,5 km) gegenüber der Talstation ist dafür wie gemacht.
Wir sind fast ein bisserl traurig, dass wir die Latten schon um 16 Uhr wieder in der Talstation abgeben müssen. Es geht wieder nachhause. Helden-Tipp! Wer in Mitterbach übernachtet und noch Durst hat: Das Ko’eck ist nicht nur optisch mit seiner Glasfront ein Hingucker. Die Panorama-Bar lockt mit köstlichen Cocktails. Na dann: Gute Nacht.
Wir haben die Gemeindealpe für euch mit modernstem 360 Grad Equipment eingefangen, damit ihr einen hautnahen Eindruck bekommt. Hier die Story mit 360 grad Foto-Tour und die spektakulären Bilder:
Gemeindealpe Mitterbach in 360 Grad – Video und Tour
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Mehr InformationenFotos: heldenderfreizeit.com, NÖVOG/Heussler, NÖVOG/Hackner
Hinweis: Dieser Artikel enthält Verweise als Teil einer Kooperation mit dem Bergerlebnispass.
Der Chefredakteur der Helden der Freizeit hat das Onlinemagazin 2016 ins Leben gerufen und ist seit 2000 als Sportjournalist im Einsatz. Bei heldenderfreizeit.com ist er spezialisiert auf actiongeladene Outdoor-Aktivitäten, Ausflüge, Videos, Spiele, Filme, Serien und Social Media.
