Mit ihren 10 Pisten, üppigem Hütten-Angebot, Kinderskiland, Tellerlift, starkem Ski- und Pistenservice und günstigen Preisen ist die Erlebnisalm Mönichkirchen ideal für Familien und Anfänger:innen. Sie bietet aber auch 5 rote und eine schwarze FIS-Abfahrt aber auch Action für Fortgeschrittene. Wir haben sie uns mit unserer Testfamilie genauer angeschaut. Da, wo schon viele Generationen das Skifahren gelernt haben und Niederösterreichs erste Sessellift fuhr, trifft modernes Skivergnügen auf viel Geschichte und Liftwart Billy. Für einen schönen Eindruck, schau dir hier unser Video an.
von Christoph König, 31. 1. 2026
Nach nicht einmal 60 Minuten Fahrt von Wien am Parkplatz angekommen, staunen wir nicht schlecht. Für diesen trüben Sonntag, an dem sich das Wetter von seiner “Wir sind ja nicht aus Zucker”-Seite präsentiert, tummeln sich doch erstaunlich viele Leute in der Mönichkirchner Talstation.

Wer sein Erlebnisalm-Ticket schon online gekauft hat, kann nicht nur Zeit – sondern dank dynamischem Preissystem auch Geld sparen. Da gibt es das Erwachsenen-Ticket für besonders frühe Bucher schon ab 33 Euro oder Kinderkarten ab 20 Euro. Für ambitioniertere Fahrer empfiehlt sich alternativ in Mariensee ins Skigebiet einzusteigen. Während die meisten anderen in Mönichkirchen einchecken, kannst du dort noch ungestörter die ersten Schwüngen in die frisch präparierten und etwas anspruchsvolleren Hänge ziehen.

Wer keine eigene Ausrüstung mitbringt, startet lieber in der großzügigen angelegten Talstation Mönichkirchen beim top-ausgestatteten Ski- und Snowboardverleih, der zusammen mit der Kassa und dem Shop bereits eine halbe Stunde vor dem Lift aufsperrt (Öffnungszeiten, siehe Factbox unten). Die Skiregale und Online Check-in Stationen sind geschmückt mit stylischen schwarz-weiß Motiven – aus Zeiten als hier der erste Sessellift Niederösterreichs (1949) entstand. Schön, dass beim modernen Neubau auch die spannende Geschichte dieses Skigebiets so prominent transportiert wird.

Sogar eine eigene Wechsel-Sprungschanze gab es (errichtet 1952) – und das in einer Region, die traditionell auch für ihren Sommertourismus bekannt ist. Im Freien zeigt eine Wand Fotos der Ski-Pioniere und du kannst in einem Sessel des alten 1er Sessellifts Probe sitzen. Hier haben schon viele Generationen das Skifahren gelernt – auch Dagmar, unsere Testfamilien-Mama. Das neue Kinderskiland, das die Allerkleinsten mit zwei Förderbändern und einem bunten, umzäunten Bereich spielerisch an den Sport heranführt, gab es damals freilich noch nicht.

Dafür den Teller-Schlepplift mit dem legendären Liftwart Richard Winklbauer, von allen nur “Billy” genannt. Mit einem weitaus größeren Bewegungsradius als das gleichnamige IKEA-Regal ist das Original aus Zöbern bei der Bügelgabe sehr zuvorkommend, um keinen Spruch verlegen oder versorgt dich mit einem Zuckerl als schnelle Energiequelle. “Er ist der Grund, warum unsere Kinder sogar als Teenager noch Tellerlift fahren”, lacht Dagmar. Der Schlepper befindet sich gleich unterhalb der Mittelstation nach dem ersten Vierersessellift (Sonnenbahn). Darunter führt eine der einfachsten und flachsten Pisten in Niederösterreich ins Tal. Ideal für Anfänger:innen. Wer etwas mehr vor hat, nimmt den nächsten Sessellift zur vorderen Schwaig hinauf. Drei rote Pisten von je knapp einem Kilometer Länge gehen hier hinunter.

Wer oben rechts aussteigt und die Panoramapiste nimmt, steht vor der Wahl nach Mariensee abzuzweigen. Gerade sportlicheren Fahrern ist das zu empfehlen. Von Mariensee geht der längste Sessellift, die Panoramabahn, auf den höchsten Punkt des Skigebiets auf 1.450 Meter hinauf. Von hier heroben führt eine blaue, eine rote und eine schwarze FIS-Abfahrt weg, bei der du deine Zeit messen kannst. Auch gibt es hier einen Fotopoint für ein Erinnerungsfoto.
Was beim Fahren gleich auffällt – obwohl wir bei unserem Besuch kein Wetterglück haben (es regnet sogar) sind die Pisten in hervorragendem Zustand. Kompakt und griffig, aber nicht zu weich. Die Präperation hat hier nicht umsonst einen ausgezeichneten Ruf. Skills, die es braucht, ist man hier ja im Gegensatz zu Westösterreich nicht immer mit viel Schneefall gesegnet. Als bei unseren Testfahrten ausgerechnet auf Höhe des Alpengastof Fernblick der Himmel aufreißt und der Wald mit kleinen Nebelschwaden umhüllt ist, sorgt das für eine fast mythisch schöne Aussicht.
Im Lift treffen wir auf einen Mann aus der Gegend, der vom NÖ Bergerlebnispass schwärmt. Das erst vergangene Saison neu eingeführte Saisonticket gilt für gleich 10 Skigebiete in Niederösterreich und 51 Lifte – er habe im Super-Vorverkauf im Oktober schon zugeschlagen und sich um 410 Euro einen Pass gecheckt, mit dem auch seine zwei kleinen Kinder dank Bonus die ganze Saison gratis mitfahren. “Dadurch gehen wir ich auch öfter nur ein paar Stunden fahren. Meistens hier. Aber wegen der Karte hab ich mir vorgenommen, auch mal auf das Hochkar zu schauen: Weil dort war ich noch nicht.” Wie der Bergerlebnispass funktioniert, erklären wir dir hier im Artikel. Was das Hochkar kann, liest du hier.

Jetzt knurrt aber schon der Magen. Die Essensempfehlung der Einheimischen für die Erlebnisalm? “Das Hallerhaus.” Eine von den zahlreichen urigen Hütten hier am Wechsel. Unsere Familie entscheidet sich aber aus Macht der Gewohnheit und weil man damit gute Erfahrungen gemacht hat, für den Alpengasthof Enzian. Während im vorderen Bereich Selbstbedienung ist, kann man hinten a la Carte bestellen. Sowohl Preis als auch Qualität der zünftigen Hausmannskost passt: Von Krautroulladen über das Linsenpfannerl mit Knödel bis zum Cordon Bleu. Fast so einen großen Legendenstatus wie Liftwart Billy hat hier auch die bereits 20-jährige Katze.
Langläufer:innen können von der Erlebnisalm übrigens in die Wechsel-Panoramaloipe einsteigen, die an weiteren regionalen Skigebieten wie den Arabichl und den kleinen Feistritzsattel Schlepplift beim Dissauer vorbeiführt. Ein System mit etwa 50 Loipenkilometern, das am Hinterotter mit dem kultigen Kummerbauerstadl und seinen riesigen Schnitzelportionen endet. Mehr Langlauf-Tipps für NÖ findest du hier. Auch unser Skitag geht zu Ende – und wir treten die Heimfahrt an mit der Erkenntnis, dass selbst an trüben Tagen ein Skiausflug hierher sehr kurzweilig und unterhaltsam ist.
Die Erlebnisalm ist perfekt für Familien. Denn: Kinder und Anfänger:innen können sich auf den flachen Pisten in Mönichkirchen langsam steigern, während die Größeren und besseren Fahrer weiter oben und bei den Mariensee-Abfahrten ihre Skills ausspielen. Außerdem punktet das Skigebiet mit seiner Nähe zu Wien, zahlreichen Einkehrmöglichkeiten, gutem Ski- und Pistenservice und günstigen Tickets bei früher Buchung.

Adresse: Erlebnisalm Mönichkirchen, Mönichkirchen 358, 2872 Mönichkirchen
Betriebszeiten (in der Saison bei ausreichend Schneelage): Täglich 9 bis 16 Uhr, Kassa, Shop und Verleih 8:30 – 16:15 Uhr – für Touren und Pistengeher Montag und Donnerstag 16 – 21:30 Uhr.
Preise: Dynamisches Preissystem je nach Tag und Zeitpunkt der Buchung (hier geht es zum Ticketshop). Vergünstigte Tickets für Langläufer:innen, Kinderland, Tourengeher und Senioren 60+ am Seniorentag (jeden Dienstag außer in den Weihnachts- und Semesterferien).
NÖ Bergerlebnispass: Diese neue Saisonkarte gilt neben der Erlebnisalm auch für 9 weitere tolle NÖ-Skigebiete (Hochkar, Annaberg, Semmering, Bürgeralpe, Gemeindealpe, Ötscher, WexlArena, Königsberg, MaisZinken) mit speziellen Aktionen für Kinder. Alle Infos wie es genau funktioniert, findest du auf bergerlebnispass.at oder in unserem Artikel.
Schischulen: siehe hier.
Ski- und Snowboardverleih: täglich bei Liftbetrieb von 8:30 – 16:15 Uhr geöffnet. Bietet auch Skiservice an. Online Reservierung hier möglich
Video von unserem Test: hier auf Instagram oder hier auf TikTok
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Aufmacherfoto: (c) heldenderfreizeit.com
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