
Wer hätte das gedacht: So schön kann ein Tag oder Wochenende in Linz sein. Von der Altstadt bis zur Ars Electronica, von der schönsten Aussicht der Stadt, den nettesten Flanierwegen an der Donau bis zum urigen Erlebnis am Pöstlingberg, köstlichen Lokal-Empfehlungen und Geheimtipps. Wir haben 13 geniale Tipps mit Karte und Video und ein paar großartige Sidequests. Und das Beste: Du kannst das alles gemütlich bei einem Rundgang und ganz ohne Auto entdecken. Unsere schönsten Videoeindrücke kannst du dir hier auf Instagram oder hier auf TikTok anschauen.
von Christoph König, 11. 7. 2026
Linz ist vielleicht die unterschätzteste Landeshauptstadt in Österreich. Während viele von Wien, Salzburg, oder Graz schwärmen, konnte die oberösterreichische Donaumetropole den Ruf der langweiligen Industriestadt nie ganz abschütteln. Doch Linz hat sich in den letzten Jahren zu einer modernen, hübschen Kulturstadt gemausert, perfekt für einen entspannten Wochenendtrip, wo du alle Highlights in kürzester Zeit erreichen kannst. Mit dem Zug gut angebunden und allen Highlights rund um das Zentrum, dass du dein Auto getrost zuhause lassen kannst.
Wir zeigen dir, wie du problemlos die meisten Sehenswürdigkeiten, Must-Sees und Geheimtipps in Linz an einem Tag bei einem Rundgang entdecken kannst. Freilich lohnt es sich, sich dafür auch gleich ein ganzes Wochenende Zeit zu nehmen. Angefangen mit einem tollen Ausgangspunkt:

Bevor dein perfekter Linz Tag losgeht, empfehlen wir dir im ARCOTEL Tabakfabrik zu übernachten. Nicht nur wegen der perfekten Lage gleich östlich vom Zentrum. Das höchste Hotelgebäude in Linz (109 Meter) ist auch selbst das neueste Linz Highlight. 189 moderne Zimmer, ein Frühstücksbuffet, das alle Stückerl spielt und vor allem das Q27 warten auf dich. Vom 27. Stock genießt du den imposantesten 360 Grad Ausblick auf die Stadt, feines Essen und fantastische Cocktails. Unbedingt rechtzeitig reservieren. Mehr Eindrücke vom ARCOTEL Tabakfabrik und Q27 haben wir hier in unserem Testbericht. Am Parkbad vorbei bist du in wenigen Schritten an der Donau und kannst am Ufer entlang zur Altstadt schlendern.

Der Hauptplatz ist der perfekte Startpunkt für deinen Linz-Tag. Von hier aus erreichst du in wenigen Minuten zu Fuß alle Sehenswürdigkeiten der Altstadt und du kannst ein schönes Foto beim Linz-Schriftzug oder der Dreifaltigkeitssäule schießen. Angenehmerweise ist einer der größten umbauten Plätze Österreichs (1,3 Hektar) seit 2024 Fußgängerzone. Von hier fährt auch die Pöstlingbahn los (mehr dazu später). Ein Highlight ist der Stadtmarkt am Dienstag und Freitag (8 – 12 Uhr) und der Kuriositäten-Flohmarkt jeden Samstag (6 – 14 Uhr, von 10. November bis Ende Februar beim Neuen Rathaus in Urfahr). Alternativ ist übrigens auch der Südbahnhofmarkt etwas weiter südöstlich in der Altstadt ein heißer Tipp.

Gleich in der Nähe vom Hauptplatz findest du das Landhaus mit seinem Uhrturm (siehe Foto) aus dem 16. Jahrhundert, einer Minoritenkirche und dem Sitz der oberösterreichischen Landesregierungen. Wenn du von der Klostergasse kommst, kannst du gleich rechts in den Rennaissance Arkadenhof hineingehen. Dieser gilt nicht umsonst als einer der schönsten von ganz Österreich. Auch die Akustik kann sich hören lassen: Weshalb hier im Sommer immer Dienstags die vom Brucknerhaus organisierten Serenaden Konzerte stattfinden. Wenn du das Landhaus beim Südportal verlässt, kannst du auch noch eine Blick auf die Ausgrabungen der Steinbogenbrücke werfen. Am Weg Richtung Mariendom in der Herrengasse lässt sich noch ein kleiner Shoopingbummel in der Linzerie am Taubenmarkt oder auf der Landstraße in deinen Linz Rundgang einbauen.

Die größte Kirche Österreichs kann durch den großen freien Platz davor in seiner ganzen Wucht wirken. Der Mariendom (auch Maria-Empfängnis-Dom oder Neuer Dom genannt) hat eine relativ junge Geschichte und war einst eines der größten Gebäudeprojekte Europas. Von der Grundsteinlegung 1862 bis zur Weihe 1924 vergingen ganze 62 Jahre. Schau unbedingt ins Innere. Denn ein besonderes Highlight im 20.000 Plätze fassenden Dom sind die prächtigen Glasgemäldefenster. Der Turm ist mit 134,8 Metern nur zwei Meter niedriger als der berühmte Südturm des Stephansdoms. Über die Himmelsstiege mit 633 Stufen kommst du auf den Steinbalkon, wo du von 112 Metern die höchste Aussicht von einer Kirche in Österreich hast (Öffnungszeiten und Preise siehe hier).

Wenn du die Herrengasse zurück Richtung Donau schlenderst, findest du linkerhand die bekannteste Konditorei der Stadt: Jindrak. Eine Linzer Torte ist hier Pflicht. Eine gute süße Alternative ist laut Linz-Insidern aber auch Black Orla in der Magazingasse. Ebenfalls ein Linzer Original findest du östlich vom Hauptplatz in der hübschen kleinen Rathausgasse. Der Leberkas-Pepi bietet hier seine unzähligen Leberkäs-Variationen an – ein Semmerl und dazu ein Bier, der perfekte Snack zu jeder Uhrzeit.

Wenn du richtig Hunger hast, ist das Gelbe Krokodil in der Dametzgasse mit seiner saisonalen, regionalen Küche ein Mittag- oder Abendessen Wert. Oder du machst es so wie wir und gehst zu DAO bei der Klammstraße. Dieses hervorragende koreanische Lokal hat einen besonders herzigen Gastgarten. Danach bietet sich ein Verdauungsspaziergang hinauf zum Linzer Schloss an, wo du vom Schloss Café die tolle Aussicht auf die Donau und den gegenüber liegenden Pöstlingberg genießt. Wenns lieber Tee sein darf, schau in der Altstadt beim Teesalon Madame Wu vorbei.

Zurück am Hauptplatz kannst du in die Pöstlingbergbahn steigen. Eine absolute Empfehlung. Denn die urige Strecke, die sich in 20 Minuten erstaunlich steil auf den 539 Meter hohen Hausberg der Linzer, den Pöstlingberg, raufschlängelt, zählt mit ihrer bald 130jährigen Geschichte zu den Linz Highlights schlechthin. Die neuen Wagen schaffen gekonnt den Spagat zwischen moderner barrierefreier Ausstattung und nostalgischem Charme. Tipp: Es gibt Tickets für die Linzer Öffis, bei denen die Fahrt mit der Pöstlingbergbahn bereits inkludiert ist. Wir haben die Kombiangebote zu spät gesehen und mussten dann noch ein Extraticket nur für die Pöstlingbergbahn lösen.

Oben angekommen wartet nicht nur die Pöstlingbergkirche (Wallfahrtsbasilika Sieben Schmerzen Maria), eine weitere Filiale der Konditorei Jindrak, die tolle Eventreihe im Rosengarten und ein Topblick auf die Stadt auf dich. Vor allem gehen die Linzer hier “Zwergerl schnäuzen”. Damit ist eine Fahrt mit der Grottenbahn gemeint, die es hier bereits seit 1906 gibt. Damals war die gut 80 Meter lange Bahn mit dem Drachen Lenzibald an der Spitze noch besonders date-freundlich – denn die vierte Runde fuhr sie ganz im Dunkeln. Heute sind es drei Runden, aber auch die lohnen sich. Bei den ersten beiden ist jeweils eine Tunnelseite mit Szenen aus der Zwergenwelt beläuchtet. In der dritten Runde gibt’s die volle Festbeleuchtung und der Drache bläst Rauchschwaden aus. Dazu kannst du hier eine Miniversion des Hauptplatzes von 1900 im Maßstab 1:7 bestaunen. Vergiss am Ende nicht den Zwerg zu schnäuzen.

Bevor die Pöstlingbergbahn über die Brücke zurück zum Hauptplatz fährt, könnt ihr schon bei der Station Linz/Donau Rudolfstraße aussteigen und habt links gleich das Ars Electronica Center vor euch. Gleich im Erdgeschoss gibt es stündlich immersive Videovorführungen im Deep Space 8K. Ihr bekommt 3D Brillen und ein Guide erzählt Wissenswertes, während ihr auf einer 16×9 Meter großen Bildwand in erstaunliche Welten entführt werdet. Sehr interaktiv sind auch die Ausstellungen auf verschiedenen Ebenen, die euch derzeit in die Welt der AI, der globalen Veränderungen oder Neurobionik entführen. Verschiedene Labs (auch für Kinder) stehen zur Verfügung und Infotrainer:innen geben euch bei Führungen und Touren Auskunft. Das Museum will für die Besucher:innen als Zukunftskompass fungieren.
Das laute wilde Treiben auf dem Urfahranermarkt mit seinen spektakulären Fahrgeschäften und lauten Standln ist schon von weither zu sehen und zu hören. Wer ein Faible für Rummelplätze und Volksfeststimmung hat, ist hier richtig. Zweimal im Jahr (im Frühling und im Herbst) reihen sich hier Vergnügungspark-Attraktionen an Essensständen und Allerlei sonst. Dann unterhalten sich hiereine halbe Million Menschen. Während dieses Spektakel immer nur etwa 10 Tage dauert, ankert das Salonschiff Fräulein Florentine das ganze Jahr hier. Es lockt mit einer starken Getränkeauswahl, guten kleinen Speisen und interessanten Events. Wenn du am Ufer bei der Nibelungenbrücke Richtung Westen weitergehst, kannst du beim Donaustrand Alturfahr relaxen.

Ebenfalls sehr nett für ein paar entspannte Stunden am Wasser ist das Donauufer auf der Linzer Altstadtseite. Hier kannst du in der Wiese relaxen und dir dabei die vielen Skulpturen an der Donaulände anschauen, die 1977 unter dem Namen Forum Metall hier als frei besichtbare Kunstwerke an der Donaulände aufgestellt wurden. Direkt neben dem Brucknerhaus kannst du bei einem Cocktail in der Sandburg so richtig Beachfelling tanken – vergleichbar mit der Hermann Strandbar in Wien. Ein guter Essenstipp ist auch die Uferei im Arcotel Nike gleich dahinter.

Auch gleich bei der Altstadt am Linzer Donauufer findest du das 2003 eröffnete Lentos Kunstmuseum. Es hat sich in kürzester Zeit als modernes Wahrzeichen der Stadt etabliert. Mit seiner speziellen Architektur und der nächtlichen Beleuchtung ist es bereits von außen ein Eyecatcher. Es lohnen sich aber auch die Ausstellungen im Inneren. Die Sammlung zeigt einen Querschnitt aus der Kunstgeschichte vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart und konzentriert sich dabei auf Künstler:innen mit Linz-Bezug. Welche Ausstellungen darüber hinaus aktuell am Programm stehen, findest du hier.
Kein Guide mit Linz Tipps ohne der besten Konzertlocation der Stadt. Im Linzer Posthof steigen die größten Konzerte. Er entstand in den 80er Jahren am Gelände eines denkmalgeschützten Bauernhofs am Linzer Hafenviertel und bietet inzwischen drei verschieden große Säle für über 200 Events im Jahr. Nicht nur Live-Musik, auch Theater, Literatur, Kleinkunst, Tanz und mehr haben hier ihren Platz. Ein breites Angebot, ein bisschen vergleichbar mit der Wiener Arena. Zwar ist der Posthof im Gegensatz zur Wiener Kultlocation nicht aus einer Besetzung heraus entstanden, er war aber ein Reaktion der Stadt auf Forderungen nach alternativen Kulturräumen.

Gleich hinter dem Posthof findest du den Mural Harbor. Auf 135 Hektar sind hier seit 2014 bereits fünf gigantische, 25 große und über 300 kleinere Street Art Kunstwerke von Künstler:innen aus über 40 Nationen entstanden. Besichtigungen sind nur im Zuge einer gebuchten Tour möglich – eine davon per Boot Tour auf der Donau. Einige große Werke kannst du aber auch schon vom Wasser oder der Weite aus betrachten

Ein besonders cooler Ort ist die Tabakfabrik nicht nur wegen unserem Tipp 1 – dem ARCOTEL und Q27 im Quadrill Tower. Das ehemalige Fabriksgelände ist heute ein Hotspot der Kreativwirtschaft und voll mit interessanten Startups – mit lässigen Events und einem erstaunlich guten Gastroangebot. Empfehlen können wir hier das neue japanische Restaurant Miyako Quadrill und wenn es gemütlicher sein darf: Zur Liesl – die Heimstätte des Linzer Biers mit zünftiger Hausmannskost.
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Wenn du etwas mehr Zeit mitbringst und das nahe Ausland erobern willst, empfehlen wir dir auch noch zwei, drei Tage von Linz in den Norden nach Tschechien zu fahren. Das geht auch gut mit dem Zug. In Budweis kannst du in einzigartige Architektur und Bierkultur eintauchen. Mehr dazu in unseren Budweis-Tipps. Auch nicht weit weg ist das wunderschöne Krumau an der Moldau – mit seiner fantastischen Lage und Schlossanlage. Dieses Weltkulturerbe stellen wir dir demnächst auch in unserem Guide mit den schönsten Schlössern der Donaumonarchie vor.
Alle unsere coolen Städtereise-Guides findest du …
Alle Fotos: (c) heldenderfreizeit.com
Hinweis: Dieser Artikel ist im Zuge einer Kooperation mit den ARCOTEL Hotels entstanden.
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