
Wusstest du, dass die Donau im Nationalpark Gebirgsflusscharakter hat? Oder, dass ein großer Stein im Jahr 3 Kilometer im Fluss zurücklegt? Leben ist Veränderung! Nirgendwo wird das augenscheinlicher als bei der Dynamik von Flüssen. Die neue Dauerausstellung Im Fluss im Schloss Orth an der Donau, Nationalparkzentrum schafft es, dieses komplexe Thema auf sehr interaktive, übersichtliche und dreidimensionale Art zu vermitteln. So, dass es für die ganze Familie ein spannendes und lehrreiches Erlebnis ist. Wir haben uns das angeschaut und zeigen dir mit Fotos, Video und allen Infos, was es da zu sehen gibt.
von Christoph König, 23. 5. 2026
Viele Besucher:innen kommen jährlich ins Schloss Orth an der Donau westlich von Wien. Trotzdem ist das Nationalpark-Zentrum der Donau-Auen nie überlaufen und immer ein großartiger Ausflugs-Geheimtipp für Familien. Wer ohne großen Rummel Tierbegegnungen und ein spaßiges Naturerlebnis mit Spiel und Wissen zum Anfassen sucht, ist hier richtig.

An schönen Tagen ist das Auerlebnisgelände Schlossinsel mit seinen Tieren, Pflanzen und Beobachtungsstationen natürlich großartig. Was aber nicht alle wissen: Auch bei Schlechtwetter lässt sich hier locker ein halber Tag verbringen. Denn neben wechselnden Ausstellungen im Turm – mit Live-Einblicken via Cam ins Storchennest, der Nationalparklounge, der Renaissance Wendeltreppe, der Unterwasserstation und dem museumORTH (das im Nationalparkzentrum-Eintritt jetzt erfreulicherweise inkludiert ist), findet sich hier nun ein neues Indoor-Highlight, das einen Besuch lohnt.

Die neue Donau-Auen Ausstellung Im Fluss. Die Wissenswelt der Donau-Auen ersetzt die Vorgänger-Schau Donau-Räume. Diese lieferte zuvor zwar schon interessante Einblicke, hatte nach den vielen Jahren Laufzeit aber einen großen Relaunch nötig. Zum 30-Jahr-Jubiläum des Nationalpark Donau-Auen, der eine der größten naturbelassenen Aulandschaften Europas von der Wiener Lobau bis an die Slowakische Grenze umfasst, ist es nun endlich so weit. Zwar wurde die überdimensionale begehbare Karte wieder in die neue Ausstellung eingebunden – ansonsten ist aber (wie das auch bei Flüssen so ist) kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Ein gelungener Neustart? Wir haben für euch reingeschaut. Für einen ersten Überblick schau dir hier unser Video an:
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Pass auf, dass du die neue Ausstellung bei deinem Schloss-Besuch nicht verpasst. Denn sie ist etwas versteckt. Du findest sie, wenn du gleich nach dem Eingang gerade an der Nationalpark Lounge vorbei in den ersten Stock hinaufgehst. Erste große Neuerung im Vergleich zur Vorgänger-Ausstellung: Zwar werden auch hier Führungen angeboten (an Wochenenden und Feiertage um 10 und 14 Uhr – Infos hier) – Im Fluss ist nun aber auch ohne Führung besichtigbar. Warum, wird gleich im ersten Raum augenscheinlich. Alle Elemente sind sehr übersichtlich und mit längeren Erklärungen versehen. So kann man genauso schnell und spielerisch in das Erlebnis eintauchen, wie unsere Helden-Kids, aber sich auch so umfassend informieren, dass der Besuch etwas länger dauert.

Anhand von zahlreichen hell und schön gestalteten Stationen wird viel Wissen zur Dynamik von Flüssen und zu den hier lebenden Tieren vermittelt – aber auch der Umgang der Menschen mit Flüssen heute und damals ist ein wichtiges Thema. Ähnlich wie beim Autheater zuvor, wo auf einer Bühne, die verschiedenen Lebensräume anhand von verschiebbaren Ebenen gezeigt wurden, gibt es nun eine kleineres stylischeres Modell, bei dem du jetzt mittels Knopfdruck den Wasserstand simulieren kannst.

Was positiv ins Auge sticht ist (neben der faszinierenden Nahaufnahme einer Auwaldgelse) die Interaktivität der Elemente. Du kannst selbst Dämme auf eine Karte puzzeln, auf einem Touchscreen Wasser in einen Flusslauf leiten, Kies per Boot im Fluss umschichten oder dir auf der übergroßen begehbaren Donau-Auen-Karte mit einem Bildschirm-Wagerl in Echtzeit andere Kartenvarianten anzeigen lassen. Wir haben auch nicht schlecht gestaunt, als wir herausgefunden haben, dass unsere Nachwuchs-Heldin Clara gerade die Präsentationen des Beamers an der Wand steuert. Oder dass sich auf der XL-Karte die historischen Flussverläufe der Donau auf den Boden projizieren lassen. Im Nebenraum kannst du ein Mikroskop verwenden oder dir eine große Menge an Audiofiles zu verschiedenen Themen anhören.

Das Beste neue Feature von Im Fluss ist, dass einem die Ausstellung fast alles dreidimensional vermittelt. Genauso erstaunlich wie ungewöhnlich ist da zum Beispiel das 3D-Modell eines Flusses, das auch die Höhenmeter, die er am Weg zum Meer hinunterfließt, augenscheinlich macht. Neben dem Querschnitt einer über 100 Jahre alten Schwarzpappel zeigt ein 3D-Modell wieviele Tiere und Pflanzen einen solchen Baum als Lebensraum nutzen. Besonders gelungen ist das durch den geschickten Einsatz von auch transparenten Elementen.

Ein Highlight ist auch der Bereich mit animierten Videos, der euch in einem ulkigen Monty-Python artigem Collage-Stil auf einen spannenden Trip durch die Geschichte von Fluss und Mensch von der Urzeit bis heute mitnimmt. Neben der Region und der Tierwelt wird auch die Entstehungsgeschichte des Nationalparks Donau-Auen in der Ausstellung behandelt. Den Grundstein dafür haben ja die mutigen Menschen gelegt, die mit der Aubesetzung im bitterkalten Winter 1984 erfolgreich den Bau des Kraftwerks Hainburg verhindert haben.

Wenn ihr auch noch tiefer in die Geschichte der Region eintauchen wollt, bietet sich gleich auch ein Besuch des museumORTH im zweiten Stock an. Ein Highlight ist da erhalten gebliebene Orther Portal aus Holz. Aktuell könnt ihr euch hier auch uralte Radios und Küchen anschauen. Verpasst bei eurem Schlossbesuch auf keinen Fall die Rennaissance Wendeltreppe – die Hohlspindeltreppe aus dem 16. Jahrhundert wurde vor kurzem erst renoviert und kann nun wieder besichtigt werden. Es gibt nur 4 Stück dieser Art weltweit. Zum Schluss bietet sich noch ein entspannter Spaziergang am Auerlebnisgelände Schlossinsel an – schaut euch dazu unser Reel an.

Mit Im Fluss hat sich die Dauer-Ausstellung im Schloss Orth an der Donau Nationalparkzentrum einen gelungenen Neustart verpasst. Sie schafft es durch ihren dreidimensionalen Aufbau und viele interaktive Stationen erstaunlich gut, selbst die kleinsten Besucher:innen abzuholen und für das Thema Interesse zu wecken. Was uns aufgrund der Komplexität des Themas sehr positiv überrascht hat. Andererseits bietet sie genug Infowert, dass auch Ältere tief genug in die Materie eintauchen können. Der dynamische Aufbau mit veränderbaren Elementen passt perfekt zum Thema Fluss. Dank der Übersichtlichkeit funktioniert das Ganze auch wunderbar ohne Führung – auch wenn eine solche natürlich auch immer empfehlenswert ist.
Standort: Schloss Orth an der Donau, Schlossplatz 1, 2304 Orth an der Donau (1. Stock)
Öffnungszeiten: täglich 9 – 17 Uhr (bis Saisonende am 1. 11.)
Führung durch die Ausstellung: Sa., So. und Feiertags um 10 und 14 Uhr – siehe hier, Ausstellung kann auch ohne Führung besichtigt werden
Eintrittspreis für das gesamte Schloss Orth: Erwachsene 19 Euro, 6 bis 19 Jahre 11 Euro, Senioren und Menschen mit Behinderung 16 Euro, Familienkarte (2 Erw., 2 Kinder) 38 Euro. Mit Niederösterreich Card: Aufzahlung Erwachsene 4 Euro, Kinder 1 Euro.
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Alle Fotos und Videos: (c) heldenderfreizeit.com
Hinweis: Dieser Artikel ist im Zuge einer Kooperation mit dem Nationalpark Donau-Auen entstanden.
Der Chefredakteur der Helden der Freizeit hat das Onlinemagazin 2016 ins Leben gerufen und ist seit 2000 als Sportjournalist im Einsatz. Bei heldenderfreizeit.com ist er spezialisiert auf actiongeladene Outdoor-Aktivitäten, Ausflüge, Videos, Spiele, Filme, Serien und Social Media.