Gleich zwei Abende mit Bob Dylan, 30 Jahre Placebo, Ikkimel, Peter Cornelius, Korn und eine neue Arena-Produktion von Tokio Hotel: Die Wien-Konzerte im November 2026 versprechen viel Abwechslung. Während der mittlerweile 85-jährige Literaturnobelpreisträger erstmals seit sieben Jahren wieder in Österreich auftritt, widmen sich Placebo auf ihrer Jubiläumstour den Songs ihrer ersten Alben. Tokio Hotel wiederum bringen ihr frisch veröffentlichtes Album ENCORE und eine aufwendig inszenierte Liveshow in die Stadthalle. Auch Nico Santos hat einiges vor. Mit seinem neuen Doppelalbum „POV“ und einer sechsköpfigen Liveband kehrt der deutsche Popstar nach seinem Auftritt beim Donauinselfest im Sommer nach Wien zurück. Wir zeigen dir, welche 10 Konzerte im November besonders interessant sind und was dich bei den Auftritten erwartet. Plus weitere Empfehlungen kompakt am Ende der Übersicht.
von Patrick Meerwald, 23. 10. 2026
Musiklegenden, Popstars und große Comebacks: Die Wien-Konzerte im November 2026 bringen zahlreiche prominente Namen in die Bundeshauptstadt. Auffällig ist dabei die Dichte an Künstlern, die schon seit Jahrzehnten auf der Bühne stehen. Einige von ihnen feiern heuer runde Jubiläen, andere kehren nach längerer Pause nach Österreich zurück.
Gleichzeitig machen sich jüngere Acts daran, die großen Wiener Konzerthallen zu erobern. Auch musikalisch liegen zwischen den Auftritten mitunter Welten: Auf jahrzehntealte Rockklassiker folgen aktuelle Charthits, während andernorts Hip-Hop, elektronische Musik und Austropop das Programm bestimmen. Wir haben 10 Auftritte ausgewählt, die im November besonders hervorstechen:

Peter Cornelius hat mit Reif für die Insel oder Segel im Wind ein Stück heimischer Popgeschichte geschrieben. Du entschuldige i kenn di gehört zu jenen österreichischen Liedern, bei denen schon wenige Töne reichen, um Erinnerungen wachzurufen und die Lust zum Mitsingen zu entfachen. 2026 feiert der Wiener seinen 75. Geburtstag und blickt auf mehr als fünf Jahrzehnte Musikkarriere zurück. Dass er dabei weit mehr als ein Austropop-Hitlieferant ist, zeigt auch seine internationale Laufbahn: Für seine Gitarrenarbeit am Musikprojekt Enigma wurde Cornelius einst für einen Grammy nominiert. Unter dem Motto !ZEiTLOS! geht er nun mit Band auf Tournee und gastiert gleich an drei aufeinanderfolgenden Abenden in der Wiener Stadthalle F.
Noch vor ihrer ersten offiziellen Veröffentlichung stand Uche Yara 2023 bereits als Headlinerin auf der Seebühne des Wiener Popfests. Drei Jahre später hat die Oberösterreicherin zwei EPs und ihr erstes Studioalbum veröffentlicht und ist mittlerweile auch als Leadgitarristin von Bilderbuch im Einsatz. Ausgerechnet jener Band, von der in ihrem Kinderzimmer einst ein Poster hing. Mit ihrem am 25. September erschienenen Debüt BODYSCANNER entfernt sich die 23-Jährige nun deutlich vom gitarrenlastigen Sound ihrer früheren Veröffentlichungen. Stattdessen dominieren elektronische Beats, verfremdete Stimmen und Einflüsse aus der Berliner Clubszene, wo sie mittlerweile lebt. Auch live geht Uche Yara neue Wege: Statt mit ihrer bisherigen Band steht sie auf der aktuellen Tour alleine auf der Bühne. Ihr Konzert am 5. November in der Arena Wien ist bereits restlos ausverkauft.
Mehr als 1,5 Milliarden Streams, zahlreiche Gold- und Platinauszeichnungen und mittlerweile zwei musikalische Identitäten: Nico Santos gehört zu den erfolgreichsten deutschen Popmusikern seiner Generation. Neben englischsprachigen Hits wie Rooftop, Safe und Play With Fire veröffentlicht der 33-Jährige unter dem Namen SANTOS inzwischen auch erfolgreich deutschsprachige Musik. Erst 2025 gelang ihm mit Die Sonne ein Nummer-eins-Hit. Am 30. Oktober legt der Sänger mit POV sein viertes Studioalbum nach, das erstmals als Doppelalbum mit 18 Songs erscheint. Nach seinem Auftritt beim Donauinselfest im Sommer kehrt Nico Santos am 9. 11. im Rahmen seiner bislang größten Tour nach Wien zurück. Neben seiner sechsköpfigen Band begleitet ihn dabei auch Anne Mosters, die mit ihm als Coach The Voice of Germany gewann.
30 Jahre nach ihrem Debüt kehren Placebo zu ihren musikalischen Anfängen zurück. 1996 veröffentlichte die britische Alternative-Rock-Band rund um Brian Molko und Stefan Olsdal ihr selbstbetiteltes erstes Album, auf dem sich unter anderem der frühe Hit Nancy Boy befindet. Zum Jubiläum haben sich die Musiker etwas Besonderes überlegt: Unter dem Titel Placebo RE:CREATED nehmen sie sich ihr Debüt noch einmal vor und überarbeiten das Material aus heutiger Perspektive. Die dazugehörige Jubiläumstour bereichert jetzt Wiens Konzert-Novmeber. Für langjährige Fans ist das vor allem eine Gelegenheit, sich wieder intensiver mit jener Phase auseinanderzusetzen, in der Placebo mit ihrem androgynen Auftreten und ihrem eigenwilligen Gitarrensound auffielen.
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Mehr InformationenSieben Jahre mussten die österreichischen Fans auf seine Rückkehr warten. Am 11. und 12. November gastiert Bob Dylan erstmals seit 2019 wieder in Wien. Der mittlerweile 85-jährige Literaturnobelpreisträger hat in seiner über sechs Jahrzehnte umfassenden Karriere Musikgeschichte geschrieben, geprägt und neu definiert. Songs wie Blowin’ in the Wind, Like a Rolling Stone oder Knockin’ on Heaven’s Door gehören zweifellos zum festen Repertoire der Popkultur. Stillstand kennt der US-Amerikaner trotzdem nicht: Am 6. November erscheint mit The Rolling Thunder Revue: The 1976 Live Recordings eine umfangreiche Archivbox mit 39 CDs und 371 bislang unveröffentlichten Aufnahmen seiner legendären Konzertreise von 1976.
Auch auf der Bühne bleibt Dylan unberechenbar. Bei seinen jüngsten Europa-Auftritten im Oktober holte er zum Beispiel mit Crash on the Levee (Down in the Flood) einen Song zurück ins Programm, den er seit 2005 nicht mehr live gespielt hatte. Seine laufende Rough and Rowdy Ways-Tour verbindet jüngeres Material mit neu arrangierten Klassikern. Eine Besonderheit gilt auch für die beiden Wien-Konzerte: Smartphones müssen während der Konzerte in speziellen Taschen verstaut bleiben. Bereits bei einem früheren Wien-Auftritt hatte Dylan auf Filmversuche aus dem Publikum mit dem Hinweis (sicher mit Unterton versehen) reagiert, dass er entweder spielen oder posieren könne.

Von einer Schultalentshow in Mattersburg auf die Konzertbühnen Deutschlands: Cupiditas zählen zu den spannenden Aufsteigern der heimischen Indie-Rock-Szene. Erst 2022 gegründet, erspielte sich die junge Band bereits den dritten Platz beim Finale der Planet Festival Tour und durfte die österreichischen Rocker von Leftovers bei mehreren Deutschlandkonzerten begleiten. Mit ihrer im September erschienenen EP Zuckerbrot und Peitsche schlägt die Band nun ein neues Kapitel auf. Statt wie bisher auf Englisch singt Frontmann Marvin Pawlowski erstmals auf Deutsch. Musikalisch reicht das Spektrum vom verträumten Indie-Pop in Bussi Baba bis zum deutlich kantigeren Funktionieren, bei dem die Band selbst Parallelen zu Kraftklub zieht. Am 12. November steht im Wiener Flex die große EP-Release-Show an.

Im August 2026 veröffentlichte die Londoner Formation Jungle mit Sunshine ihr fünftes Studioalbum. Auch personell hat sich etwas verändert: Aus dem ursprünglichen Duo um Tom McFarland und J Lloyd wurde 2024 durch den Einstieg von Lydia Kitto offiziell ein Trio. Während sie sonst in ihren Musikvideos auf aufwendige Tanzchoreografien setzen, stehen bei den Konzerten vor allem die Musiker selbst im Mittelpunkt. Das Projekt tourt mit einer achtköpfigen Livebesetzung, in der neben Gitarren, Bass, Schlagzeug und Percussion auch Synthesizer und mehrstimmiger Gesang Platz finden. Dabei wechseln die Beteiligten immer wieder ihre Instrumente und Positionen auf der Bühne. Nahtlose Übergänge zwischen den Songs, eine auf die Musik abgestimmte Lichtshow und gemeinsame Tanzeinlagen der Sängerinnen prägen die Shows. Ihre aktuelle Welttournee führt die Band am 13. November zu uns. Sie bringen ihren Mix aus Disco, Soul, Funk und Hip-Hop in die Wiener Stadthalle.
21 Jahre nach Durch den Monsun bringen Tokio Hotel ihre bislang größte Liveshow auf die Bühne. Nach einer restlos ausverkauften Europatournee 2025 und Konzerten in Nord- und Südamerika legen Bill und Tom Kaulitz, Georg Listing und Gustav Schäfer mit ihrer Arena-Tour 2026 noch einmal nach. Dafür hat die Band ein vollständig überarbeitetes Bühnenbild, eine noch aufwendigere Produktion und viele weitere Überraschungen in petto. Auch musikalisch gibt es frischen Stoff: Am 16. Oktober erschien mit ENCORE das siebente Studioalbum der Magdeburger, auf dem sie sich wieder stärker dem gitarrenbetonten Poprock zuwenden. Auf der kommenden Tour werden die neuen Stücke mit bekannten Hits aus mehr als zwei Jahrzehnten Bandgeschichte zusammentreffen. Wie aufwendig die neue Inszenierung tatsächlich ausfällt, wird sich erst beim Tourauftakt Ende Oktober zeigen. In Wien erwartet Tokio Hotel jedenfalls eine ausverkaufte Stadthalle.

Schon das Debüt FOTZE von Ikkimel hatte im Vorjahr für Diskussionen gesorgt. Nicht zuletzt wegen ihrer expliziten Texte über Sex, Drogen und das Berliner Nachtleben. Doch auch performativ geht sie auf die Vollen: Männer mit Hundemasken an der Leine, ein Mikrofonständer in Penisform und Moshpits zu knallharten Technobeats: Bei Ikkimel gehören Provokationen nicht nur in die Songtexte, sondern einfach zu ihrem Bühnenprogramm. Hinter der bewusst überzeichneten Sex- und Trash-Ästhetik steckt allerdings auch eine beachtliche Erfolgsgeschichte. Inzwischen hat sich die Rapperin auf den großen Festivalbühnen etabliert und spielte heuer unter anderem beim FM4 Frequency und auch am Hurricane und Southside viel umjubelte Shows. Mit POPPSTAR gelang Ikkimel im Mai 2026 erstmals der Sprung an die Spitze der Albumcharts in Österreich und Deutschland.
Ein Dudelsack zwischen donnernden Gitarrenriffs und tobenden Moshpits? Bei Korn gehört das seit Jahrzehnten zum Standardrepertoire. Auch auf ihrer aktuellen Europatour greift Frontmann Jonathan Davis für Shoots and Ladders wieder zum schottischen Traditions-Instrument. Im Mittelpunkt der aktuellen Shows steht aber vor allem das 30-jährige Jubiläum des Albums Life Is Peachy, von dem unter anderem die Creme de la Creme auf der Setlist stehen. Optisch haben die Nu-Metal-Pioniere ebenfalls aufgerüstet: Über den Musikern schwebt eine bewegliche Lichtkonstruktion, die sich während der Songs absenkt und gemeinsam mit halbtransparenten Projektionsflächen wechselnde Bühnenbilder erzeugt. Bei ihrem jüngsten Auftritt in München sorgten vor allem einige Hits für zahlreiche Crowdsurfer und Circle Pits. Mit Architects und Pixel Grip bringen die Kalifornier zudem zwei unterschiedliche Supportacts mit. Am 19. November gastiert das Trio der Bands vor ausverkaufter Wiener Stadthalle.
Wien-Konzerte 2026: Diese 26 Acts spielen und spielten heuer
Anna Grob im Interview: “WÜRD SIE GERN IM STEINBRUCH SPIELEN!”
Aufmacherfoto: (c) Scarlet Page, (c) Barracuda Music, (c) Leon Schlesselmann. (c) Huy Tran
Der Wiener Journalist und Redakteur ist seit 2016 für die verschiedensten Musik-Stories bei heldenderfreizeit.com verantwortlich, schreibt für diverse Musikfachmedien wie Stark!Strom berichtet dabei über Konzerte, Neuerscheinungen, führt Interviews und erstellt Besten- und Playlisten zu den Top-Liedern von Musikstars.
