Die Tschauner Bühne ist nicht nur eine altehrwürdige Institution – sie versteht es nach mehr als 100 Jahren auch heute noch, am Ball zu bleiben und zeitgemäße Unterhaltung für alle Altersklassen zu bieten. Was das Programm 2026 kann und wie unsere Kritik zu den beiden Eigenproduktionen Beatles an Bord und Indiana Tschones ausfällt, wo wir bei den Premieren dabei waren, verraten wir dir hier.
von Sabrina Farkas, 14. 7. 2026
Als letztes, regelmäßig bespieltes Stegreif-Theater in Europa hält die Tschauner Bühne in Wien Ottakring nicht etwa an einem überholten Unterhaltungs-Programm fest: Zeitgemäß und mitreißend wie eh und je präsentierten sich die heurigen Premieren der Eigenproduktionen und sorgen für Begeisterungsstürme im Publikum über alle Altersklassen hinweg. Wir waren dabei und berichten, was du im Programm 2026 nicht verpassen darfst.

Mit der Premiere von Beatles an Bord feierte die Tschauner Saison 2026 am 17. Juni ihre Saisoneröffnung. Unter der neuen Leitung von Jürgen Partaj bietet das Stegreif-Theater in altbewährter Qualität ein humorvolles Abendprogramm unter freiem Himmel: Im Comedy-Musical brillieren die drei Darstellerinnen als französische Flugbeleiterinnen nicht nur mit ihren großartigen Stimmen, sondern auch mit schauspielerischen Höchstleistungen.
In einem “geborgten” Flugzeug der 1960er Jahre, mit dem damals schon die Beatles geflogen sein sollen, transportieren sie nicht nur das Publikum, sondern auch das ein oder andere düstere Geheimnis. Der marode Flieger wird turbulent vom alkoholisierten Piloten gesteuert. Von diversen “Problemchen”, wie einem ausgefallenen Triebwerk, lenken die drei Stewardessen souverän und humorvoll mit ihrer Gesangskunst ab. Dabei werden sowohl bekannte als auch weniger geläufige Songs der Band neu interpretiert.
Kommende Termine im Spielplan: Do. 23. 7. (ausverkauft), Fr. 24. 7. (ausverkauft), Di. 11. 8., Mi. 12. 8., Do. 13. 8., Fr. 4. 9., So. 6. 9. (jeweils 19:30-22:00 Uhr)

Wer sich echte Stegreif-Unterhaltung wünscht, kommt bei Indiana Tschones auf seine Kosten. Bei der Premiere am 8. Juli 2026 startete das Stück als voller Erfolg: Grandiose Darsteller:innen beweisen dabei ihre Schlagfertigkeit ebenso wie ihr Talent für Tanz und Gesang. Besetzt sind die Rollen mit vielen langjährigen Publikumslieblingen der Tschauner Bühne. So dürfen sich die Besucher:innen unter anderem auf ein Wiedersehen mit Bernhard Viktorin, Eva D. und Jürgen Kapaun freuen.
Indiana Tschones wittert sein nächstes Abenteuer: Ein Loch in der Linken Wienzeile verspricht, das Tor zum Königreich des Fetzenschädels zu bieten. Zusammen mit Würstelstandbesitzerin Mitzi und Reporterin Valeria macht er sich auf in die Untergründe der Stadt, wobei das Gespann allerlei Überraschungen erlebt. Neben spaßigem Schlagabtausch und umgetexteten Musikhits ist auch eine Hommage an Österreichs Tanzschein-Choreo zum Songcontest zu entdecken.
Kommende Termine im Spielplan: Mo. 20. 7., Di. 21. 7., Fr. 31. 7., Sa. 1. 8., So. 2. 8., Mi. 19. 8., Do. 20. 8., Fr. 21. 8., Mo. 31. 8., Di. 1. 9., Mi. 2. 9. (jeweils 19:30-22:00)

Neben den beiden neuen Eigenproduktionen gibt es im Tschauner Sommer 2026 natürlich noch mehr Programm: Stegreif-Klassiker wie Das Freudenhaus vom Liebhartstal, Mord in der Wurlitzergasse und Im grauen Rössl sorgen auch heuer wieder für Abwechslung. Dabei kann man sich ein bereits gesehenes Stück getrost nochmals ansehen. Denn durch die Spontanität des Stegreifs gleicht trotz selbem Titel kein Abend dem anderen.
Volksmusik-Liebhaber:innen bietet die heurige Schlagerrevue Urlaubsfeeling mit Hits der 1950er und -60er Jahre. Außerdem geben sich im Laufe des Sommers einige Kabarettist:innen wie Reinhard Nowak, Barbara Balldini, Weinzettl & Rudle oder Herbert Steinböck die Ehre. Auch einige Konzerte, beispielsweise von Andy Lee Lang oder Monti Beton sind im Programm 2026 zu entdecken. Und für die Kleinsten schauen Kasperl & Co mehrmals im Kindertheater vorbei.

Die Tschauner ist ein Open Air Theater. Somit empfiehlt es sich, der Witterung entsprechende Kleidung zu tragen und auch für die kühleren Abendstunden und etwaige Gelsen-Attacken mitzudenken. Doch keine Angst vor Regen: der Publikumsbereich kann bei Bedarf rasch überdacht werden. Die Klappstühle sind mit Sitzkissen ausgestattet, sodass das Sitzen relativ bequem ist. Da die erste Reihe sehr nah an der Bühne ist, bieten die mittleren Reihen (ca. ab Reihe 4) die beste Sicht.
Recht vernünftige Getränkepreise (0,5l Zwickl 5,50 Euro) und eine kleine Auswahl an Speisen – darunter das “Tschauner Menü” (Kalte Knacker mit einer Scheibe Brot und scharfem Senf um 6,50 Euro) – sorgen dafür, dass weder Hunger noch Durst die Stimmung trüben. Der Platz rund um den Publikumsbereich ist etwas beengt, doch links neben der Bühne findet sich etwas versteckt ein großer Gastgarten, in dem reichlich Sitzplätze und Tische bereitstehen.
“Gemma Tschaunern” wird wohl zu unserem Sommer-Motto. Eine so fröhliche und begeisterte Stimmung im Publikum ist an kaum einem anderen Ort in Wien zu finden! Und das zurecht: Der Einsatz und das Können, mit dem sich alle Darsteller:innen auf der Bühne ins Zeug legen, ist einfach mitreißend. Abende in der Tschauner Bühne sind jene, an die wir noch in der kalten Jahreszeit gerne schmunzelnd zurückdenken werden, um das Herz zu wärmen.
Factbox: Alle Infos zur Tschauner Bühne
Adresse: Maroltingergasse 43, 1160 Wien
Preis: ab 28 Euro
Anreise: Mit der U3 bis Kendlergasse oder Straßenbahn/Bus bis Joachimsthalerplatz
Link für weitere Infos: Tschauner Bühne
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Fotos: (c) heldenderfreizeit.com
Als Luftakrobatiktrainerin und Yogalehrerin darf ich jeden Tag meine Begeisterung mit meinen Schülerinnen teilen. Das Schreiben liebe ich schon seit meiner Jugend. Seit 2020 schreibe ich Gastartikel für Magazine und Kurzgeschichten auf story.one, aus denen bereits zwei Analogien entstanden sind. Außerdem erkunden mein Mann und ich, so oft wir können, auf Reisen die Welt.
