Jetzt wird auf der Switch 2 gekleckert. Denn mit Splatoon Raiders geht der beliebte Paintball-Shooter von Nintendo erstmals auf der neuen Hybridkonsole an den Start – allerdings etwas anders als gewohnt. Unser Splatoon Raiders Review verrät, was hinter dem Spin-off steckt.
von Klaus Kainz, 26. 7. 2026
Diesmal will Splatoon den Spieß umdrehen. Üblicherweise ist die Serie ein kompetitiver Team-Shooter. Wer das meiste Gebiet innerhalb des Zeitlimits einfärbt, gewinnt online eine Runde. Dabei waren Einzelspieler-Kampagne und kooperative Modi eher Beiwerk oder wurden erst als DLC nachgeschoben. In Raiders steht nun aber ganz das Solo- und Coop-Spiel im Fokus, das alleine auch ganz offline gespielt werden darf.

Bruchlandung: Euch verschlägt es mit den drei Arena-Maskottchen des Vorgängerspiels nach einem Helikopterabsturz auf eine einsame Schatzinsel. Wer nun das große Splatoon-Abenteuer erwartet, könnte enttäuscht sein. Hinter dem Schatzjäger-Setting steckt nämlich ein Horde-Modus, mit vielen kleinen Missionen.
Früher gab es bei Splatoon neben den Online-Schlachten eine an Jump ‘n’ Runs angelehnte Kampagne und den sogenannten Salmon Run. Aus Letzteren macht Splatoon Raiders nun ein vollständiges Game für Einzelspieler, inklusive optionalem Koop. Dort lauern auf kleinen Maps überall Horden an Salmoniden, echsenartigen Riesenfischen, die besonders viel einstecken und euch geradezu Zombie-mäßig verfolgen.

Das große neue Feature ist daneben das manuelle Tuning der Ausrüstung. Das ist durchaus nötig, weil die Salmoniden ganz schön austeilen – selbst im normalen Schwierigkeitsgrad. Sonderlich smart verhalten sich die Gegner nicht, aber bekommen über die Kampagne immer mehr Metallrüstung und Farbkanonen.
Spielern selbst steht einerseits das gewohnte Arsenal zur Verfügung. Das heißt, neben den üblichen Kanonen und Gewehren gibt es auch Farbkübel, Riesenpinsel und andere Kanister, um die Maps einzusauen. Innerhalb der eigenen Farbe ist es wie gewohnt möglich, sich als Oktopus deutlich schneller zu bewegen und seine Munition aufzuladen.

Allerdings gibt es nun einen zusätzlichen Tank, der auf beiden Schultertasten jeweils eine Spezialattacke anbringen kann. Hier reichen die Attacken von automatischen Gewehranlagen und Farbringen bis zu Hammerattacken oder explodierende Farbballons. Daneben folgt euch ein kleiner Panzer durch die Map. Der schießt nicht nur selbst mit, sondern beinhaltet ein Katapult für hohe Sprünge mit Schwebefunktion.

So ziemlich jedes Ausrüstungsteil kann nun aufgelevelt werden. Für die Tools am Rücken können Buffs angebracht werden, wie höherer Prozentschaden, kürzere Ladezeiten der Spezialangriffe, mehr Radius der Kleckser und so weiter. Waffen gibt es im Überfluss, wobei präferierte Kanonen aufgelevelt werden können. Daneben gibt es noch Relikte, die Extraboni wie Schadensreduktionen oder Doppelsprünge verleihen. Für den Basis-Charakter steht es wiederum offen, ob dieser lieber Leben, Schaden oder zusätzliche Slots für Buffs freischalten soll.

Das hat etwas von einem leichteren Diablo und tatsächlich motiviert es, sein präferiertes Attackenmuster auszubauen, um die dicken Salmonide effizient wegzuschießen. Dabei gibt es zwei Level-Sorten: Reines Abwehren von Gegnerwellen und kleine Maps, in denen Spieler Schätze abbauen müssen, während die Attacken starten. So sehr es motiviert, hier die Horden immer schneller und effizienter zu erlegen, sind die restlichen Features eher halbgar. Vor allem die Parcours-Elemente sind nicht sonderlich spektakulär. Ironischerweise verlangte die Singleplayer-Kampagne von Splatoon 3 beim Level- und Boss-Design deutlich mehr ab, was die Akrobatik der Oktolinge angeht.

Besonders während den gelegentlichen Story-Sequenzen und beim Geplapper mit den NPCs in der Home Base hat Raiders den gewohnten Esprit der Serie, mit farbenfrohen Charakteren und peppiger Musik. Allerdings sind die Levels grafisch überraschend dröge. Oft handelt es sich um trostlose Sand- und Gebirgslandschaften. Das drückt zwar nicht allzu stark auf die Stimmung, hebt sie aber auch nicht nach oben. Es würde ja naheliegen, dass das Einfärben während dem Gameplay hier interessante Kontraste erzeugt, aber dem ist verglichen mit den anderen Ablegern selten so.

Das Gameplay von Splatoon Raiders motiviert, insbesondere für kleine Sessions zwischendurch. Hier mal einen kurzen Raid einlegen, da mal schnell am Charakter tüfteln. Als Spin-off für Einzelspieler wäre aber vielleicht ein neuer Weg spannender gewesen, der die Abenteuer-Aspekte der Kampagnen in den Hauptspielen erweitert – besonders mit Blick auf das Setting. Dadurch, dass dieses Horde-Gameplay bereits aus Vorgängern bekannt ist, fühlt sich Raiders unweigerlich etwas wie ein abgemagertes Hauptspiel an.
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Der Redakteur (APA, Helden der Freizeit) und Videospiel-Blogger reviewed für uns vor allem Games, Serien und Filme - ist aber auch so manchem Naturausflug nicht abgeneigt.
