
Von Kultserien wie Game of Thrones oder Die Sopranos und Kritiker-Lieblingen wie True Detective, Chernobyl und Westworld bis zu neueren Hits wie The White Lotus oder The Last of Us. Die besten HBO-Serien zählen längst zu Klassikern ihres Genres und haben die Pay-TV-Welt mitunter neu definiert. Zum Start von HBO Max in Österreich, Deutschland, Liechtenstein, Luxemburg und der Schweiz haben wir euch ein Ranking der besten HBO-Serien erstellt.
von Susanne Gottlieb, Christina Janousek und Paula König
Paukenschlag! Mit 13. Jänner startet hierzulande HBO Max – und damit wandern viele Serienhits, die bisher im deutschsprachigen Raum nur auf Sky zu sehen waren, volley zum neuen Streaming-Platzhirschen. Wohl nur HBO-Serien, die noch neue Staffeln bekommen, wie House of the Dragon, The Last of Us, The White Lotus, Euphoria und Industry werden noch weiterhin auf Sky zu sehen sein.
Das ist ein mittelschweres Beben – zeichnen sich die HBO-Produktionen doch fast durchwegs durch ihre starke Qualität aus. Der perfekte Zeitpunkt, um euch in einem Ranking der besten HBO-Serien einen Überblick zu geben, welche Kracher da auf HBO Max künftig zu sehen sein werden. So könnt ihr euch selbst ein Bild machen, ob sich die monatlichen Kosten von 5,99 Euro für das Basis-Abo mit Werbung, 11,99 Euro oder 16,99 Euro für das Standard bzw. Premium Abo ohne Werbung auszahlen.

Mit Barry schaffte der ehemalige Saturday Night Live-Komiker Bill Hader den Sprung von komödiantischen Rollen zum seriösen, tragisch-komischen Geschichtenerzähler. Sein titelgebender Barry ist ein Ex-Marine und Auftragskiller, der nach einem Mordauftrag in Los Angeles zufällig in einem Schauspielkurs landet und dort erstmals Sinn im Leben und eine Gemeinschaft entdeckt. Die Serie spielt dabei mit dem radikalen Kontrast zwischen banal-komischen Alltagssituationen und schockierender Gewalt. Der Humor entsteht nicht trotz, sondern wegen der moralischen Abgründe der Figuren. Themen, die Barry aufgreift, sind Fragen von Schuld, Identität und Selbsttäuschung. Hader übernahm übrigens in einigen der visuell und narrativ kühnsten Episoden selbst Regie.
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Mehr InformationenWenn HBO etwas mag, dann Geschichten über Gangster, Korruption oder fette Historiendramen. Boardwalk Empire ist genau das. Es spielt im Atlantic City der 20er-Jahre und folgt dem politischen Strippenzieher und Gangsterboss Enoch „Nucky“ Thompson (Steve Buscemi), der während der Prohibition ein weit verzweigtes Alkohol- und Machtimperium aufbaut. Neben dem klassischen Gangsterdrama zeigte die Serie, wie eng Politik, organisierte Kriminalität und Kapitalismus miteinander verwoben sind. Dabei geizte die Serie auch nicht mit monumentalen Sets, opulenten Kostümen und einer brutalen Erzählweise. Regie-Meister Martin Scorsese führte übrigens bei der Pilotfolge Regie, viele Nebenfiguren basieren auf realen historischen Persönlichkeiten.
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Mehr InformationenManche Serien haben verpönte Enden (How I Met Your Mother), manche kontroversielle (The Sopranos). Six Feet Under hingegen wird nicht nur einer der besten Serien aller Zeiten genannt, sondern hat auch eines der besten und emotional nachhaltigsten Serienfinale aller Zeiten. Doch zurück an den Anfang: Die Serie erzählt vom Alltag der Fisher-Familie, die ein Bestattungsunternehmen in Los Angeles führt, und nutzt den Todesfall jede Episode als Ausgangspunkt für tiefgehende Betrachtungen über Leben, Liebe, Sexualität und Vergänglichkeit. Entstanden zwischen 2001 und 2005 war die Serie auch weit ihrer Zeit voraus, thematisierte Tabuthemen wie Suizid, Kindstod, Krankheit, BDSM, Fetische, Untreue, sexuelle Frustration, queere Sexualität wie jene von Sohn David (Michael C. Hall), Depressionen, Angststörungen, Traumata, aber auch dysfunktionale Eltern-Kind-Beziehungen und progressive Frauenbilder.
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Mehr InformationenBasierend auf dem Roman von Liane Moriarty erzählt Big Little Lies von Frauen in Monterey, Kalifornien, die hinter einer scheinbar perfekten Fassade dunkle Geheimnisse verbergen: die von ihrem Mann misshandelte Anwältin Celeste Wright, die alleinerziehende Jane Chapman, die statusversessene Renata Klein und die geschiedene Madeline McKenzie, die mit Eifersucht und ihrer Patchwork-Familie kämpft. Die Serie überzeugt durch einen starbesetzten Cast (Nicole Kidman, Reese Witherspoon, Shailene Woodley, Laura Dern) und psychologisch vielschichtige Charaktere, die zeigen, wie kleine Notlügen zu großen Problemen werden. Einzige Schwachstellen sind die eindimensionalen männlichen Figuren und die ästhetische Inszenierung von Privilegien, die soziale Konflikte verharmlost. Eine leicht soap-opera-lastige Mischung aus Desperate Housewives und The Stepford Wives (ebenfalls mit Kidman).

Wer mit dem Game-of-Thrones-Universum vertraut ist und mehr über die Targaryen-Dynastie erfahren möchte, aus der die „Mother of Dragons“ Daenerys hervorgeht, wird im Spin-off House of the Dragon fündig. Im Zentrum steht ihre furchtlose Vorfahrin Rhaenyra Targaryen, die um die Thronnachfolge kämpft. Puncto Hofintrigen, Inzest, blutige Kriege und Hinrichtungen durch Drachen steht House of the Dragon seinem ‚Vorgänger‘ in nichts nach. Einer der emotionalen Kernkonflikte ist das Verhältnis zwischen Rhaenyra (Milly Alcock, Emma D’Arcy), und Alicent Hightower (Emily Carey, Olivia Cooke), das sich von Freundschaft zu erbitterter Feindschaft wandelt. Der jungen Rhaenyra und Alicent bleibt leider relativ wenig Screenzeit. Die Zeitsprünge ins Erwachsenenalter wirken stilistisch zu abrupt, gerade als man beginnt, die Figuren ins Herz zu schließen. Trotzdem überzeugt die Serie mit Hofpolitik, dialoggetriebener Spannung und moralischer Ambivalenz statt bloßer Action.
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Mehr InformationenDie 10-teilige Miniserie Band of Brothers, produziert von Tom Hanks und Steven Spielberg und basierend auf dem gleichnamigen Buch, erzählt die Geschichte des Fallschirmjägerregiments Easy Company – von der harten Ausbildung im Camp Toccoa in Georgia bis zu ihren Einsätzen im Zweiten Weltkrieg. Im Gegensatz zu vielen Kriegsdramen ist Band of Brothers extrem gründlich recherchiert: Berichte von Veteranen und historische Aufzeichnungen fließen direkt ein, echte Soldaten standen als Berater bereit. Anders als viele Kriegsserien konzentriert sich BoB nicht nur auf das Schlachtfeld, sondern auf die Menschen hinter den Uniformen und ihre Kameradschaft. So bleibt die Serie spannend – auch abseits der Kämpfe – durch persönliche Konflikte, moralische Entscheidungen und zwischenmenschliche Spannungen. Visuell beeindruckt BoB mit Detailtreue: Uniformen, Ausrüstung, Fahrzeuge, Landschaften und Schlachtfelder wirken extrem realistisch.

Der Suizid ihres Sohnes hat das Leben der Detektivin Mare Sheehan (Kate Winslet) komplett aus den Angeln gehoben. Und als die Leiche der 17-jährigen Erin McMenamin entdeckt wird, werden alte Wunden aufgerissen: Denn seit über einem Jahr gilt ein weiteres Mädchen als vermisst. Mare spürt, dass man sie für das polizeiliche Versagen zur Rechenschaft zieht. Daneben ringt sie um das Sorgerecht für ihren Enkel, erträgt ihre stänkernde Mutter und hält die Allüren ihrer Teenage-Tochter in Schach. Als ein drittes Mädchen verschwindet, überschlagen sich die Ereignisse. Mare of Easttown zeigt mit viel Empathie, wie eine Mutter, der das Leben entgleitet, an der Trauer anderer Familien teilnimmt, um der eigenen zu entfliehen. Winslet co-produzierte erstmals, arbeitete mit Polizisten in Pennsylvania zusammen und bestand auf ein bewusst raues Auftreten ihrer Figur. Das verleiht der Serie eine Authentizität, die an wahre Begebenheiten erinnert. Liebhaber nordischer Krimi-Noirs wie The Killing werden reichlich bedient.

Euphoria gehört zu den polarisierendsten Coming-of-Age-Serien der letzten Jahre. Sie hat das Teen-Drama aufgemischt, weil sie heikle Themen nicht weichzeichnet: Drogen, Selbstverletzung, Sexualität, Geschlechtsidentität und Machtmissbrauch. Im Zentrum steht die 17-jährige Drogenabhängige Rue Bennett, die unter Entzugserscheinung leidet und von Zendaya verkörpert wird. Als Voice-Over kommentiert sie das Geschehen, liefert Mini-Biografien und lenkt unsere Wahrnehmung oft zynisch, manchmal fast manipulativ.
Diese subjektive Perspektive ist zugleich Stärke und Schwäche der Show. Alles läuft durch Rues emotionalen Filter. Zeitlupen, surreale Bilder, traumartige Übergänge und dichte Soundkulissen zeigen keine Realität, sondern ihre Erfahrung. Was zählt, entscheidet die Serie danach, was für Rue wichtig ist. Andere Figuren geraten dadurch in den Hintergrund – etwa Jules Vaughn (Hunter Schafer) – oder werden überzeichnet dargestellt: zum Beispiel Cassie (Sydney Sweeney), deren Inszenierung zwischen Empathie, Überhöhung und sexualisierter Projektion oszilliert. Die Grenze zwischen kritischer Darstellung und der Reproduktion problematischer Bilder bleibt dabei oft unscharf. Die dritte Staffel, die im April startet, spielt rund fünf Jahre nach der Highschool. Ob Euphoria dabei seine emotionale Wucht behält, ohne sich weiter in Rues Perspektive zu verengen, wird die entscheidende Frage sein.
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Mehr InformationenDie 6-teilige Miniserie Bodyguard mit GoT-Star Richard Madden ist ein Fundstück für alle Liebhaber:innen des Polit-Psycho-Thriller-Genres, gepaart mit jeder Menge Action. Der an PTSD leidende Afghanistan-Veteran David Budd (Madden) arbeitet als Leibwächter für die kontroverse britische Innenministerin Julia Montague (Keeley Hawes), deren Politik er persönlich ablehnt. Neben der Bekämpfung terroristischer Bedrohungen sowie der Aufdeckung von Intrigen und Verschwörungen innerhalb der Regierung beleuchtet die Serie Budds Zerrissenheit zwischen seiner Pflicht, Montague zu schützen, und seinem Misstrauen gegenüber ihrer Politik. Bodyguard punktet mit moralisch ambivalenten Figuren, dem Verwischen persönlicher und politischer Motive sowie der Auseinandersetzung mit Traumata. Dafür, dass Budds Trauma zentral ist, wird es aber etwas zu rasch abgehandelt.

In der Gesellschaftssatire The White Lotus treffen in einem Urlaubsressort der gleichnamigen fiktiven Hotelkette unterschiedliche soziale Klassen aufeinander. Maui, Sizilien und Thailand repräsentieren eine schöne, aber fragile Oberfläche, unter der Verdrängtes brodelt. Klischeehaft überzeichnete Figuren – vom Workaholic, der Trophäenfrau bis zum heuchlerischen Kolonialismuskritiker – eröffnen moderne Mythenlektüren, z. B. in Bezug auf die Lotusesser aus Homers Odyssee als Symbol für Rausch und Hedonismus. Inspiriert von Reality-TV-Formaten wie Survivor entlarvt Regisseur Mike White scharfsinnig den Urlaub als Paradies-Illusion. Wo die ersten Staffeln mit sozialen Intrigen glänzen, sucht Staffel 3 durch die buddhistischen Aspekte stärker Sinn und Spiritualität, flankiert von einer vermeintlichen Murder-Mystery. Schade, dass HBO eine vierte Staffel in Österreich aus Fördergründen verworfen hat – immerhin dürfen sich Fans auf Frankreich freuen.
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Mehr InformationenDie relativ neue Erfolgsserie von HBO hebt das Genre des Arztdramas auf eine neue Ebene. Sie zeigt den Alltag von medizinischem Fachpersonal in einem Krankenhaus in Pittsburgh, das mit persönlichen Krisen, Arbeitsplatzpolitik und der emotionalen Belastung durch die Behandlung schwerkranker Patienten kämpft. Bis hierhin nichts Neues. Das Besondere an der Serie ist aber, dass sie „in Echtzeit“ spielt. Eine Folge dauert eine Stunde. Eine Stunde vergeht für die Zuschauer und die Figuren gleichermaßen. 15 Folgen. 15 Stunden. Eine Schicht. Dieses Konzept ist das Markenzeichen der Serie. Sie wird für ihre realistische Darstellung von Krankenhaus-Notaufnahmen gelobt. Dadurch verliert sie aber einiges von dem, was Fernsehen sonst so magisch macht. Normalerweise können wir langweilige Stellen in einem Film einfach überspringen, hier geht das nicht. Das Motto lautet also: Jede Minute zählt und die Arbeit hört nie auf.

Die Romane von A Song of Ice and Fire hatten schon in den 90ern eine breite Fantasy-Leserschaft angezogen. Dann kam HBO und blies die Welt von Westeros zu einem Phänomen sondergleichen auf. Der Krieg der Rosen, umgemünzt auf eine ausladende Welt, in der Magie, Untote und Drachen existieren. Familienzwiste, große Schlachten, Inzest und Intrigen. Autor G.R.R. Martin bestach weniger dadurch, Tolkiensche Mythologie zu bedienen, sondern sehr politische Realitäten mit einem Hauch Fantasy zu versehen. Doch nicht nur der Hype um die Serie selber ist retrospektiv spannend, sondern auch der kurze Fall und ihr schnelles Entschwinden aus der Popkultur.
Martin hatte zuletzt 2011 A Dance with Dragons fertiggestellt. Seither wartet die Fangemeinde auf die Fortsetzung der Buchreihe. Die Showrunner David Benioff und D. B. Weiss konnten aber nicht so lange warten und begannen, mit ein paar kleinen Spoilern von Martin selber weiterzuschreiben. Doch ihre Ideen waren nicht immer so geschickt, das Schielen auf einen möglichen Star Wars Film führte zudem dazu, dass sie in der letzten Staffel zu hudeln begannen. Ganz abgesehen davon also, dass Martin sich scheinbar in ein Eck geschrieben hatte, irritierten die Showrunner die Fans mit fragwürdigen Charakterentwicklungen und einem überstürzten Finale (die negativen Folgen könnt ihr in unseren Tops und Flops der letzten Staffel nachlesen). Petitionen entstanden, der Bann war gebrochen. Inzwischen gibt es zwei Spin-offs, House of the Dragon und A Knight of the Seven Kingdoms. Beide haben oder werden aber wohl nicht mehr das Momentum der ursprünglichen Show erreichen.

Was zunächst wie ein langweiliges Finanzdrama über eine reiche Familie klingt, entpuppt sich in Wirklichkeit als witzige schwarze Satire… immer noch über eine reiche Familie. Die Familie Roy kontrolliert das größte Medien- und Unterhaltungsunternehmen der Welt. Doch als ihr Vater (Brian Cox) aus dem Unternehmen austritt, verändert sich ihre ganze Welt. Was diese Serie ausmacht, ist ihre Besetzung. Jede:r Schauspieler:in sorgt dafür, dass diese Familie und die Menschen in ihrem Umfeld keine positiven Charaktereigenschaften haben. Ein preisgekrönter Cast – inklusive Jeremy Strong, Sarah Snook, Kieran Culkin und Matthew Macfadyen – gemischt mit einem Drehbuch, das außer Bösartigkeit nichts zu bieten hat, führt zum giftigen Erfolg.

In dieser TV-Serie, die auf der gleichnamigen Videospielreihe basiert, wurde die moderne Zivilisation zerstört, weil ein Pilz die Menschen zu blutrünstigen Monstern macht. Joel (Pedro Pascal), ein abgebrühter Überlebender, wird angeheuert, um Ellie (Bella Ramsey), ein 14-jähriges Mädchen, aus einer repressiven Quarantänezone zu schmuggeln. Was als kleiner Auftrag beginnt, wird bald zu einer brutalen und herzzerreißenden Reise, auf der beide die USA durchqueren und gegenseitig zum Überleben brauchen. Dabei stoßen sie zu den Untergrundkämpfern Fireflys, denen auf der Suche nach einem Gegenmittel jedes Mittel recht scheint. Doch wieviel sind Joel und Ellie bereit dafür zu opfern? Fans der sehr starken Games waren skeptisch, doch die Produktion ist sehr gelungen – auch wenn sie viel völlig übertriebenen Hate für Ellies Besetzung bekommt, weil Ramsey optisch der Figur im Spiel nicht ähnelt.
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Mehr InformationenDie Serie die Ende der 90er bewies, dass Fernsehen nicht einfach nur ein Abstellgleis sein muss, sondern durchaus mit Kino konkurrieren kann. Die eine Revolution im Fernsehmarkt einleitete: The Sopranos kreist um den New-Jersey-Mafiaboss Tony Soprano (James Gandolfini), der nicht nur ein kriminelles Imperium führt, sondern parallel wegen seinen Panikattacken eine Psychotherapeutin aufsucht. Die Serie brach mit dem Bild des glamourösen Gangsters, organisierte Kriminalität wurde banal, neurotisch und moralisch verrottet. Gewalt, Macht und Männlichkeit waren kein Symbol von Stärke, sondern ein Symptom innerer Leere und Verdrängung. Das berühmte, offen interpretierbare Serienfinale gehört bis heute zu den meistdiskutierten Momenten der Fernsehgeschichte.

1973 erschien der Film Westworld von Michael Crichton. 2016 entwickelten Jonathan Nolan und Lisa Joy die Prämisse zu einer drei Staffeln dauernden Serie. Angesiedelt in einer nahen Zukunft spielt sie in einem hochentwickelten Freizeitpark, in dem menschenähnliche Androiden („Hosts“) eine realistische Westernwelt bevölkern und den menschlichen Gästen erlauben, ihre Fantasien ohne moralische oder rechtliche Konsequenzen auszuleben. Im Zentrum der Handlung steht das allmähliche Erwachen dieser künstlichen Wesen zu eigenem Bewusstsein. Getrieben von Erinnerungen und Leid rebellieren sie gegen ihren Schöpfer. Westworld befasst sich auch mit Kritik an Machtstrukturen, Datenmissbrauch und der Illusion des freien Willens, Grenzen zwischen Mensch und Maschine verschwimmen, da klar wird, dass sowohl Hosts als auch Menschen von übergeordneten Systemen kontrolliert werden. Die Serie feierte insbesondere in der ersten Staffel einen großen kritischen und kommerziellen Erfolg. Spätere Staffeln wurden kontroverser aufgenommen.
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Mehr InformationenEbenfalls ein früher HBO-Klassiker: The Wire ist ein Gesellschaftsporträt der Stadt Baltimore aus wechselnden Perspektiven, von Drogenhändlern, Polizei, Politikern, Pädagogen, über Medien bis hin zu Hafenarbeitern. Dabei setzt die Serie auf strukturelle Analyse und zeigt, wie Institutionen Menschen formen, korrumpieren oder zerbrechen. Geprägt wurde diese Erzählweise von Serienschöpfer David Simons Erfahrung als Polizeireporter. Viele Dialoge, Figuren und Handlungsstränge basieren auf realen Fällen, und zahlreiche Nebenrollen wurden mit echten Polizisten, Dealern oder Lehrern aus Baltimore besetzt.

Matthew McConaughey und Woody Harrelson machten den gefeierten Anfang. Dann schien es lange so, als würde die Serie sich nicht mehr von mittelmäßigen Erfolgen erholen können. True Detective, eine Anthologie-Krimiserie bietet in jeder Staffel eine neue Geschichte, neue Figuren und einen eigenen Tonfall. Die erste Staffel von 2014, geschaffen von Showrunner Nic Pizzolatto, gilt bis heute als Meilenstein des TV-Krimis. Staffel 2 und 3 fanden den Ton nicht mehr. Mit der vierten Staffel, genannt True Detective: Night Country von 2024 übernahm erstmals Issa López die kreative Leitung und verlagerte die Handlung nach Alaska. Die Staffel wurde für ihre dichte Stimmung und Jodie Fosters Leistung gelobt (hier unsere Kritik), Pizzolatto äußerte sich selbst aber kritisch in Interviews und sozialen Medien. Allenfalls zeigt die Serie, dass es wichtig ist, sich ständig neu zu erfinden.

In The Batman hatte er seinen ersten Auftritt als der Bösewicht. Für die HBO-Miniserie The Penguin kehrte Colin Farrell als der Gangster Oswald Cobblepot, bekannt als Penguin zurück. Nach dem Tod von Gangsterboss Carmine Falcone erzählt die Serie vom Aufstieg Cobblepots zum dominanten Unterweltboss von Gotham City. Farrell verbrachte für die Rolle, in der man ihn kaum wiedererkennt, täglich mehrere Stunden in der Maske, trug aufwendige Prothesen und Make-up. Dabei zeichnet die Handlung ein brutales Bild organisierter Kriminalität und schiebt den Fokus von Superhelden hin zu einem Charakterdrama, das sich mit Ehrgeiz, Gewalt und sozialer Verwahrlosung auseinandersetzt. Auch wenn die Chancen darauf gering scheinen, weil The Penguin als Miniserie konzipiert ist, hoffen wir mit vielen Fans, dass es doch noch etwas mit einer zweiten Staffel wird.
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Mehr InformationenWas können Lügen anrichten? In welche Gefahr können sie Menschen bringen? Die Mini-Serie Chernobyl greift die Nuklearkatastrophe von 1986 in der damaligen Sowjetunion auf und beleuchtet dabei sowohl die technischen Ursachen als auch die menschlichen und politischen Konsequenzen. Dabei begeistert sie mit ihrer beklemmenden, fast dokumentarischen Authentizität, ihrer schonungslosen Darstellung staatlicher Vertuschung und ihren Fokus auf Wissenschaftler, Arbeiter und Opfer, die unter extremen Bedingungen handeln mussten. Stellan Skarsgård und Jared Harris dominieren in den Hauptrollen. Besonders bemerkenswert ist der Hintergrund von Showrunner Craig Mazin. Dieser hatte sich vor Chernobyl vor allem als Autor von Komödien und Hollywood-Skripten wie Scary Movie einen Namen gemacht. Inzwischen gilt er als Drama-Schwergewicht, dient auch als Showrunner des sehr erfolgreichen The Last of Us. Chernobyl wurde weltweit gefeiert, gewann zahlreiche Emmys und gilt bis heute als eine der besten Miniserien aller Zeiten.
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Susanne Gottlieb schreibt als Filmjournalistin für die Helden der Freizeit, Kleine Zeitung, NZZ, Standard, TV Media, Filmbulletin, Cineuropa und viele mehr. Sie arbeitet im Filmarchiv Austria, berichtet von diversen Filmfestivals und hat Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert.