Das FM4 Frequency geht auch 2026 keine Kompromisse ein: Von Lorde über Twenty One Pilots bis Paul Kalkbrenner und Ness holt das Festival von 20. bis 22. August einmal mehr nationale und internationale Stars nach St. Pölten. Vier Bühnen an drei Tagen und das sehr breite musikalische Spektrum zwischen Pop, Rock, Hip-Hop, Indie und Electronic machen es auch heuer wieder zu den größten Höhepunkten der Open-Air-Saison Österreichs. Wir bieten dir die Höhepunkte und den ganze Timetable.
von Patrick Meerwald
Große Namen, vielversprechende Neuentdeckungen und drei Tage Musik ohne Stillstand. Seit Jahren zählt das FM4 Frequency Festival zu den größten seiner Art. Was einst als Rockfestival begann, vereint heute Pop, Indie, Hip-Hop, Electronic und Alternative unter einem Dach. Heuer geht es von 20. bis 22. 8. entlang der Traisen wieder rund. Während auf der Space Stage internationale Headliner auftreten, setzt die Electronic Green Stage selbsterklärend vor allem auf elektronische Musik, die Infinity Live Stage bietet Raum für Newcomer und die Infinity Nightstage führt das Festivalprogramm bis in die frühen Morgenstunden fort.
Auch 2026 trifft das Frequency damit wieder den Sweet-Spot zwischen internationalen Topacts, heimischen Künstler:innen und den Namen der nächsten Generation. Unsere Vorschau inklusive Lineup-Timetable gibt dir dir den ultimativen Überblick, welche Acts wann wo spielen und was dich da erwartet.
Für das erste dicke Ausrufezeichen am Programm von Tag 1 sorgt DJ Antoine (14:15-15:15 Uhr). Der Schweizer prägte mit Songs wie Welcome to St. Tropez, Ma Chérie oder Sky is the Limit die europäische Dance-Szene der frühen 2010er-Jahre.
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Mehr InformationenSDP (16:45–17:45 Uhr) bewegt sich mit größtem Selbstverständnis zwischen Pop, Rock, Hip-Hop und Festivalhumor. Genau diese Mischung macht ihre Konzerte traditionell zu einem Fixpunkt auf großen Open-Air-Bühnen. Mit Zara Larsson (18:15–19:15 Uhr) beginnt schließlich der Headliner-Block der Space Stage. Die Schwedin zählt seit Jahren zu den erfolgreichsten Popkünstlerinnen Europas und bringt mit Lush Life, Never Forget You oder Symphony gleich mehrere internationale Hits in Niederösterreichs Landeshauptstadt. Direkt danach übernehmen Fontaines D.C. (19:45–21:00 Uhr). Die Iren haben sich mit Alben wie Skinty Fia und zuletzt Romance zu einer der spannendsten Gitarrenbands Europas gemausert. Ihr Auftritt bildet den rockigen Gegenpol zum Popprogramm des frühen Abends.

Einen ganz besonderen Platz im Donnerstag-Lineup markiert direkt im Anschluss der Gig von Lorde (21:45–22:55 Uhr). Songs wie Royals, Green Light oder Ribs haben sich die vergangenen zehn Jahre in den Popgeschichte eingebrannt. Mit ihrem aktuellen Album Virgin kehrt die Neuseeländerin auf die großen Festivalbühnen zurück und gastiert dabei auch endlich zum ersten Mal in Österreich. Den Abschluss auf der Space Stage macht Kraftklub (23:45–01:00 Uhr). Die Chemnitzer meldeten sich 2025 mit der Single Schief in jedem Chor und dem Album Sterben in Karl-Marx-Stadt zurück und stehen seither wieder regelmäßig auf den großen Festivalbühnen.
Auch auf der Electronic Green Stage beginnt das Programm bereits am frühen Abend. Cascada (17:30–18:00 Uhr) bringen mehrere Eurodance-Klassiker zum Besten. HBz (19:30–20:30 Uhr) stehen für den nächsten partytauglichen Sound, bevor mit Camo & Krooked (20:45–21:45 Uhr) eines der international erfolgreichsten österreichischen Elektronik-Duos die Stage betritt. Innerhalb der Drum and Bass Szene gehören sie zweifellos zu den besten und größten ihrer Zunft. James Hype (23:20–00:40 Uhr) schließt den Donnerstag auf der Electronic Green Stage ab. Der Brite zählt aktuell zu den bekanntesten House-DJs Europas.

Auf der Infinity Live Stage kommt man nicht an Symba (19:25–20:25 Uhr) vorbei. Der Berliner zählt zu den vielversprechendsten Stimmen der jüngeren Deutschrap-Generation. Der Headlineslot am ersten Frequency Tag geht an James Marriott (20:55–22:05 Uhr). Der Brite begann seine Karriere als Content Creator und gehört jetzt zu den erfolgreichsten Vertretern des britischen Indie-Pop. Seine Konzerte verbinden eingängige Gitarrenmusik mit einer großen Online-Community, die ihn seit Jahren begleitet.
Auch nach Mitternacht endet der erste Festivaltag noch lange nicht. Wer hier noch shaken will, schwingt sich und sein Tanzbein auf die Infinity Nightstage. Gerade Drum-&-Bass-Fans kommen hier bis in die frühen Morgenstunden voll auf ihre Kosten. Ein fester Bestandteil des Frequency, der das Festival seit Jahren über die eigentlichen Konzertzeiten hinaus verlängert.
Schon der Nachmittag auf der Space Stage hält einige hörenswerte Programmpunkte bereit. Radio Free Alice (14:00–14:30 Uhr) eröffnen den Tag mit ihrem energiegeladenen Indie-Rock. Rasant weiter geht es mit Abor & Tynna (14:55–15:35 Uhr). Das Wiener Geschwisterduo machte 2025 auf internationaler Bühne auf sich aufmerksam, als es Deutschland mit Baller beim Eurovision Song Contest vertrat. Seither ist ihre Karriere steil nach oben gegangen – inzwischen gehören Festivalauftritte wie jener beim Frequency längst zum festen Bestandteil ihres Tourkalenders.
Nullernostalgie bietet etwas später Natasha Bedingfield (17:15–18:10 Uhr). Titel wie These Words, Pocketful of Sunshine oder Love Like This zählen bis heute zu den bekanntesten Popnummern aus dem Jahrzehnt. Ihr Signaturesong Unwritten wurde durch den Kinofilm Anyone But You und seine enorme Verbreitung auf TikTok weltweit wieder zum Hit und kehrte 2024 sogar in die internationalen Charts zurück. Wer das Frequency nicht nur wegen aktueller Chartacts besucht, sondern auch Lust auf eine kleine musikalische Zeitreise hat, ist hier richtig.

Tom Odell (20:10–21:15 Uhr) sorgt passend zur Abenddämmerung für einen der ruhigeren Momente des Tages. Auch er machte die Entwicklung durch, wie ein über zehn Jahre alter Song plötzlich ein zweites Eigenleben entwickeln kann. Another Love wurde durch soziale Medien und als Soundtrack zahlreicher Solidaritätsvideos weltweit wiederentdeckt. Doch Odell ist längst mehr als dieser eine Hit. Mit seinem 2025 erschienenen Album A Wonderful Life und den jüngsten Singles wie Old Lovers zeigt er sich persönlicher und reduzierter denn je.
Ein ordentlicher Kontrast dazu ist Deutsch-Rap-Ikone Sido direkt im Anschluss (21:45–23:00 Uhr). Über zwei Jahrzehnte nach seinem Durchbruch schafft er es noch immer mit Leichtigkeit, Klassiker wie Mein Block, Fuffies im Club oder Bilder im Kopf mit neuerem Material zu verbinden. Den Abschluss auf der Space Stage gestaltet Techno-Legende Paul Kalkbrenner (23:30–00:55 Uhr).
Auch die Electronic Green Stage lohnt sich. Makko (18:45–19:55 Uhr) hat sich beispielsweise mit seiner entspannten und teils äußerst fluiden Mischung aus Rap, Indie und Pop zu einer festen Größe der deutschen Musikszene entwickelt. Sub Focus (20:25–21:35 Uhr) bietet Drum & Bass in bester Qualität. Seine melodischen Produktionen und seine Liveshows gehen eine Symbiose ein, die die Crowd stets staunen lässt. SSIO (22:05–23:20 Uhr) verschiebt den Fokus anschließend wieder Richtung Rap. Der Bonner hebt sich mit seinem trockenen Humor und seinem unverwechselbaren Stil deutlich von vielen Kolleg:innen ab.

Mit Esther Graf auf der Infinity Live Stage (19:25–20:25 Uhr) steht eine Künstlerin auf dem Programm, die sich im deutschsprachigen Pop eine ganz eigene Nische geschaffen hat. Zwischen eingängigen Hooks, Gitarrenklängen und ehrlich-authentischen Texten jongliert sie erfrischend mühelos zwischen Pop und Rock. Songs wie Märchenprinz, Mama hat gesagt oder Red Flags haben ihr nicht zuletzt hierzulande in den vergangenen Jahren eine stetig wachsende Fangemeinde eingebracht.
Der Samstag vereint noch einmal viele der stilistischen Gegensätze, für die das FM4 Frequency seit Jahren bekannt ist. Wenn sich die Space Stage öffnet, gehört der erste große Moment einer österreichischen Künstlerin. NESS (13:50–14:20 Uhr) hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach vorne gearbeitet – von ersten Veröffentlichungen über Radiohits bis auf die größten Festivalbühnen des Landes. Ihre Songs verbinden moderne Popproduktionen mit persönlichen Texten, ohne dabei den Blick für starke Melodien zu verlieren. Dass sie inzwischen den Samstag auf der Hauptbühne eines Festivals wie dem Frequency eröffnet, ist ein Ausdruck dieser Entwicklung.
Lies hier unser großes Interview mit Ness über ihren Aufstieg in der Branche
Two Feet (15:50–16:35 Uhr) markiert einen der ungewöhnlicheren Acts des Wochenendes. Der US-Amerikaner verbindet Blues, Alternative, R&B und elektronische Einflüsse zu einem Sound, der sich nur schwer einem Genre zuordnen lässt und live vor allem durch seine markante Stimme lebt. Rapper Denzel Curry (17:00–17:50 Uhr) bewegt sich mühelos zwischen klassischem Hip-Hop, Trap, Hardcore und Punk-Einflüssen und gilt als einer der intensivsten Live-Performer seines Genres. Gerade auf Festivals entfaltet seine Musik noch einmal eine andere Dynamik als im Club.
Der frühe Samstagabend gehört auf der Space Stage zwei deutschen Rapper:innen. Ikkimel (18:20–19:25 Uhr) sorgt mit ihrer bewusst provokanten Art regelmäßig für Diskussionen. Wenig später übernimmt Ski Aggu (19:55–21:05 Uhr), dessen Mischung aus Rap, Techno und Partysound sich inzwischen zu einem gleichermaßen polarisierenden und erfolgreichen Konzept des deutschen Hip-Hop entwickelt hat.

Der Abschluss gehört den Twenty One Pilots (23:25–00:55 Uhr). Live jonglieren sie spielerisch zwischen ruhigen Klavierpassagen und energiegeladenen Rockmomenten. Aufwendig inszenierte Bühnenbilder, große Videoproduktionen und die enge Einbindung des Publikums sind gelebte Praxis von Tyler Joseph und Josh Dun. Dabei lassen sie sich immer etwas Neues und Unerwartetes für ihre Crowd einfallen. Das Duo bringt zum Frequency natürlich Material ihres aktuellen Albums Breach mit, das den Auftakt ihrer neuen Tour markiert.
Culcha Candela (17:15–18:05 Uhr) ist auf der Green Stage der „klassische“ Festivalact des Tages. Die Berliner gehören mit Songs wie Hamma, Monsta oder Berlin City Girl zu den Bands, deren Repertoire die gesamte Crowd auswendig kennt. Mehnersmoos (18:35–19:35 Uhr) starteten als Internetphänomen und sind nun absolute Publikumsmagneten auf Clubshows und sicher auch am Frequency Festival. Ihr bewusst überzeichneter Humor polarisiert, sorgt live aber regelmäßig für tolle Crowd-Resonanz. BBNO$ (21:35–22:50 Uhr) wechselt das Programm wieder stärker in Richtung internationaler Hip-Hop. Der Kanadier wurde mit Lalala weltweit bekannt, hat ein Gespür für eingängige Hooks und vergisst nie auf die notwendige Selbstironie in seinen Tracks. Den Abschluss auf der Electronic Green Stage übernimmt Hyper-Popper Ashnikko (23:20–00:40 Uhr).
Auch in der letzten Festivalnacht geht das Programm nach den Headlinern weiter. Auf der Infinity Nightstage übernimmt allen voran Don Diablo presents Control Alt Delete (01:30 Uhr) das Ruder. Als feste Größe der internationalen EDM-Szene sorgt er dafür, dass beim Frequency 2026 auch nach dem letzten Konzert mit DJ-Sounds die Nacht zum Tag wird.
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Der Wiener Journalist und Redakteur ist seit 2016 für die verschiedensten Musik-Stories bei heldenderfreizeit.com verantwortlich, schreibt für diverse Musikfachmedien wie Stark!Strom berichtet dabei über Konzerte, Neuerscheinungen, führt Interviews und erstellt Besten- und Playlisten zu den Top-Liedern von Musikstars.
