Das große Finale der Netflix-Serie im Filmformat. Heartstopper Forever lädt uns noch ein letztes Mal in das Leben von Nick und Charlie ein und stellt die Frage: Hält die erste große Liebe wirklich für immer? Hier findet ihr es heraus.
von Paula König, 17. 7. 2026
Sechs Graphic Novels, drei Staffeln und ein Film. In den letzten zehn Jahren haben sich Nick und Charlie in den verschiedensten Formen in die Herzen der Fans geschlichen. Und auch in unsere, wie ihr in unserer Empfehlliste der besten LGBTQ+ Serien nachlesen könnt. Begonnen haben die beiden als Nebencharaktere in dem Buch Solitaire, in dem Charlies Schwester Tori die Titelfigur ist. Ihre ersten Hauptrollen hatten sie 2015 in der nach ihnen benannten Novelle. Ab da ging es nur noch steil bergauf. Im Juli 2026 wurde die letzte Heartstopper-Graphic-Novel veröffentlicht und heute folgt das filmische Finale auf Netflix. Ob Nick und Charlie ein würdiges Ende bekommen, erfahrt ihr hier.

Kann die erste große Liebe wirklich ein Leben lang halten? Diese Frage zieht sich durch den gesamten Film. Nick (Kit Connor) und Charlie (Joe Locke) sind unzertrennlich, doch im Herbst soll Nick mit seinem Studium beginnen und auch Charlie hat neben seiner Beziehung andere Prioritäten gefunden. Während sich Zweifel einschleichen, steht ihre Beziehung vor einer großen Bewährungsprobe. Auch ihr Umfeld erlebt die Höhen und Tiefen von Freundschaft und junger Liebe sowie die bittersüßen Herausforderungen des Erwachsenwerdens.
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Mehr InformationenAls bekannt wurde, dass statt einer vierten Staffel ein Film das Ende dieser Charaktere erzählen sollte, war das zunächst ein bisschen wie ein Schlag ins Gesicht. Erst ein halbes Jahr zuvor war dasselbe für die Amazon-Prime-Serie Good Omens angekündigt worden, die eine ähnliche Zielgruppe hat. Es hat sich ein wenig so angefühlt, als hätte man den Fans und den Figuren die Zeit geraubt, ihre Geschichte in Ruhe zu Ende zu erzählen. Der Good Omens-Film kam diesen Mai heraus und war ein reinstes Trauerspiel. Es ist einfach nicht leicht, einen Plot, der sich über sechs oder acht Folgen erstrecken hätte sollen, auf 90 Minuten herunterzubrechen. Die Erwartungen für Heartstopper Forever waren deswegen etwas gedämpft. Umso glücklicher sind wir, eines Besseren belehrt worden zu sein.

Es funktioniert. Heartstopper Forever legt seinen Fokus gekonnt auf Nick und Charlie. Nachdem in Staffel 3 vor allem Charlie im Mittelpunkt stand, verfolgen wir hier auch Nicks Schwierigkeiten etwas mehr. Wer demnach unter der Kürzung leidet, sind ihre Freund:innen. Was Heartstopper so besonders macht, sind nicht nur Nick und Charlie, sondern auch ihre vielköpfige Freundesgruppe, die verschiedenste Persönlichkeiten und Dynamiken mit sich bringt. Neben Nick und Charlie sind es vor allem Tao (William Gao) und Elle (Yasmin Finney), deren Beziehung etwas Rampenlicht bekommt. Tara (Corinna Brown) und Darcy (Kizzy Edgell) sowie Isaac, Sahar und Imogen gehen zwischendurch leider sehr unter. Aber keine Sorge: Sie alle bekommen einen würdigen Abschluss.

Warum wurde der letzte Band überhaupt als Film konzipiert? Laut Hauptdarsteller Joe Locke lag das vor allem an der Terminplanung des Casts. In einem Interview sagte er: „Wir befinden uns alle an so unterschiedlichen Punkten in unserem Leben und auch in unseren Karrieren. (…) Wir haben erkannt, dass wir das Projekt nur dieses Jahr realisieren können, wenn wir einen Film drehen, da dies weniger Zeitaufwand bedeutet und wir trotzdem genauso viel Liebe und Sorgfalt in die Figuren und den Abschluss der Geschichte stecken können.“
Eine Graphic Novel als Vorlage zu haben, ist sehr spannend, weil es schon fast als ein Storyboard agieren kann. Teilweise wurden Momente aus dem Buch sowohl visuell als auch in den Dialogen eins zu eins übernommen, was sich für Leser:innen besonders belohnend anfühlt. Jede Veränderung der Handlung wirkt im ersten Moment daher etwas merkwürdig. Zunächst sind es nur kleine Dinge, wie Dialoge, die zwischen anderen Figuren geführt werden. Es gibt aber auch einen wichtigen Teil in Heartstopper Forever, der so im Buch nicht vorkommt. Ohne zu viel vorwegzunehmen: Nick und Charlie sind sich in der Graphic Novel durchwegs näher als im Film. Es ist jedoch nichts Ungewöhnliches, dass für einen Film die Dramaturgie etwas verstärkt wird. Heartstopper Forever funktioniert auf jeden Fall auch in seiner eigenen Erzählart sehr gut, auch wenn wir als Zuschauer:innen etwas mehr mitleiden müssen.

Heartstopper bietet seit vielen Jahren einen sicheren Raum für queere Jugendliche und Erwachsene. Die Geschichten von Charlie, Nick und ihren Freund:innen sind so vielseitig, wunderschön aufgearbeitet und offen kommuniziert, dass gefühlt jeder etwas daraus mitnehmen kann. Der Fokus liegt zwar auf vielen Themen rund um die sexuelle Orientierung und Identität, das heißt aber nicht, dass nicht auch alle anderen etwas aus dieser Serie mitnehmen können. Die Netflix-Serie hat diese Geschichten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und ihnen einen Platz im Mainstream verschafft. Heartstopper Forever setzt der Geschichte ein bittersüßes und würdiges Ende, auch wenn es ein bisschen zu kurz ist.
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Wer vor dem Film noch einmal in Erinnerungen schwelgen möchte, findet hier unsere Kritik zur zweiten Staffel von Heartstopper. Und in unserem Seher-Bereich haben wir für euch noch unzählige Reviews und Vorschauen zu allem, was Netflix, Disney+ und andere Streaming-Riesen zu bieten haben. Plus weitere Top-Empfehlungen aus dem LGBTQ+ Bereich:
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Alle Fotos: © Netflix
Hello There! Paula König produziert für die Helden der Freizeit seit 2021 Artikel und Social Media Content vor allem zu Kino, Streaming und Events. Dazu arbeitet sie im Bereich Video, Grafik und Schnitt für TV-Produktionen von TVFriends.
