Alle Jahre wieder versucht Star Fox das Comeback. Das tierische Space-Kommando von Nintendo war bei alteingesessenen Fans immer beliebt, erreichte aber nie dieselben Höhen wie Mario. Auf der Switch 2 soll das zweite Remake des Kulthits Star Fox 64 eine neue Ära für die Weltraum-Maskottchen einläuten. Ob der Reboot auf Nintendos Hybridkonsole den Durchbruch schafft? Unser Star Fox Test für Switch 2 sucht die Antwort.
von Klaus Kainz, 28. 6. 2026
Böse Zungen könnten behaupten, dass der erfolgreiche Super Mario Galaxy Film (hier unsere Review) lediglich als Marketing für neu aufgelegte Nintendo-Klassiker und weniger bekannte Maskottchen hergehalten hat. Immerhin hatte Fox McCloud, Anführer der Weltraumjäger Star Fox, eine gigantische Rolle im Streifen. Ein Game-Reboot ließ tatsächlich nicht lange auf sich warten. Mit dem neuen Remake des Hits von 1997 setzt der Publisher auf eine sichere Karte. Das hat aber auch einen Beigeschmack.
Vorab: Dieser Test bezieht sich auf die Singleplayer-Kampagne. Den Online-Modus konnten wir vorab noch nicht testen.

Star Fox ist kein großes Weltraum-Abenteuer. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich beim Franchise um virtuelle Schießbuden, sogenannte Rail-Shooter. Die Kampfschiffe fliegen automatisch durch lineare Weltraumkulissen, in denen im Sekundentakt gegnerisches Ungeziefer zum Abschießen oder Geröll zum Ausweichen aufpoppt. Über sieben Level muss sich das Söldnerteam Star Fox durch Schlachtfelder manövrieren, um am Ende Imperator Andross auszuschalten. In einer Handvoll Level gibt es U-Boote und Panzer, die sich etwas gemächlicher steuern. Gelegentlich öffnen sich außerdem die Kampfschiffe in Mini-Arenen für den Freiflug.
Nicht überrascht sein: Der erste Durchgang der Kampagne dauert vermutlich nicht viel länger als eine Stunde. Das neue Tutorial dauert tatsächlich länger als so manches Level. Star Fox ist allerdings darauf ausgelegt, mehrfach gespielt zu werden. Um alle Level und Enden zu sehen, braucht es mindestens drei Durchgänge. Dabei beinhaltet jedes Durchspielen unterschiedliche Level, je nachdem welche Geheimpassagen aktiviert wurden.

Tatsächlich handelt es sich hier bereits um das zweite Remake von Star Fox 64 – die erste Neuauflage gab es für Nintendo 3DS. Beim Level-Aufbau und Gameplay hat sich allerdings auch in der neuesten Fassung wenig geändert. Auch beim Release für Switch 2 steckt noch immer das alte Spiel vom Nintendo 64. Diesmal wurde die Grafik noch mehr weiterentwickelt als auf dem 3DS. Überwältigend ist sie für ein Spiel im Jahr 2026 nicht, aber realistischer sah Star Fox noch nie aus. Die Texturen für die Planeten und Metallkonstruktionen wurden sinnvoll aufgewertet und die einst schwarzen Hintergründe mit Sternnebeln versehen. Durch subtile Rumble-Effekte und schöne Explosionen macht es noch immer Laune, die gegnerischen Ziele vom Himmel zu schießen.

Auch der Sound wurde aufpoliert. Dank Orchester klingen die Level-Songs imposanter als zuvor, auch wenn der Chor bei Bosskämpfen etwas dick aufgetragen ist. Ironischerweise war nur die Sprachausgabe im Original von 1997 lebendiger. Klar, die Soundqualität war auf den alten Kassetten deutlich rustikaler. Allerdings lebte die Story früher auch von den melodramatischen Bösewichten und switzigen One-Linern. Dagegen klingen die neuen englischen Stimmen ein wenig nach Schlaftabletten.
Daneben wurde die Story-Präsentation stark ausgebaut. Zwischen allen Leveln gibt es nun längere Zwischensequenzen, in denen sich die Crew austauscht. Somit wirkt die Geschichte fast filmreif. Für die große Begeisterung sorgt das aber nicht unbedingt. Es handelt sich nämlich nicht nur um ein Remake, sondern inzwischen auch um das fünfte Star Fox-Spiel mit der exakt selben Story. Einmal mehr nimmt Fox McCloud im Kampf gegen den korrupten Andross den Platz seines Vaters ein und hat dafür den arroganten Falco, den ulkigen Slippy und Mentor Peppy mit im Gepäck. Der Ablauf durch das Lylat System bleibt dabei wie gewohnt.

Für einen Nintendo-Release ist der Launch-Preis von 50 Euro digital (60 Euro physisch) vergleichsweise niedrig. Manchen könnte die Spielzeit trotzdem etwas kurz vorkommen. Denn selbst für das wahre Ende dürften erfahrene Zocker nicht viel länger als vier Stunden benötigen. Allerdings versucht das Remake neben dem Multiplayer-Modus auch in der Kampagne noch mehr Spielzeit herauszuholen. Es gibt für jede Stage einen Haufen neuer Challenges und Achievements, für die beispielsweise alle Gegner vernichtet oder ein Parcours besonders schnell abgeschlossen werden muss. Wer ein Level perfektioniert, schaltet dann einen härteren Schwierigkeitsgrad frei.

Das Problem ist allerdings, dass viele Level auf Dauer nicht spannend genug sind, um hier dutzendfach neu anzufangen. Besonders schwer wiegt das, wenn man die Welten bereits aus alten Versionen kennt. Zwar hat die 3DS-Variante mehr als zehn Jahre auf dem Buckel, aber das N64-Original gibt es zurzeit ebenfalls im Aboservice von Nintendo. Spielerisch und bei der Level-Struktur finden sich kaum Unterschiede, außer dass manche Gegner in der neuen Variante ein bisschen weniger einstecken.

Star Fox sah noch nie besser aus und spielt sich so geschmeidig wie eh und je. Zum Vollpreis sollte der Kauf aber überlegt sein – vor allem für Singleplayer-Fans. Wer das Spiel bereits auf 3DS, N64 oder Nintendo Switch Online gezockt hat, findet kaum Überraschungen. Als zweites Remake beziehungsweise fünfter Reboot sind die neuen Story-Sequenzen kein gigantisches Verkaufsargument. Für Newcomer bietet sich ein rundum solides Actionspiel für Zwischendurch. Wobei Nintendo mit Kid Icarus Uprising oder Sin & Punishment bereits spektakulärere Rail-Shooter ablieferte. Hier sind es die sympathischen Maskottchen und die polierte Aufmachung, die das Gesamtpaket tragen.
Weitere Tipps aus unserem Spielerbereich:
Die besten Mario Games im Ranking
Die wichtigsten Games 2026
Die besten modernen Arcade Racer
Unsere liebsten Coop-Spiele
Alle Bilder © Nintendo
Der Redakteur (APA, Helden der Freizeit) und Videospiel-Blogger reviewed für uns vor allem Games, Serien und Filme - ist aber auch so manchem Naturausflug nicht abgeneigt.
