Die Wien-Konzerte im April 2026 sind ein Fest für Freund:innen des neuen Austropop. Die Palette reicht von der intimen Solo-Performance von Josh. bis hin zum authentischen Storytelling-Charme von Voodoo Jürgens (hier im aktuellen Helden der Freizeit Interview) und Best-of-Gig seines “Haberers” Nino aus Wien. Für einen legendären Abschluss der internationalen Highlights sorgen Christopher Cross und Kiefer Sutherland. Diese und weitere Highlights servieren wir dir in unserer großen Vorschau.
von Patrick Meerwald, 28. 3. 2026
Es gab schon unspannendere Konzertmonate in Wien – der April liefert quasi die moderne Antwort auf Austria 3. Mit Josh. als Soloerlebnis, Voodoo Jürgens in der Arena und dem Nino aus Wien im Globe stehen authentische Live-Erlebnisse made in Austria im Vordergrund.
Dazu bietet der Konzertmonat aber auch international eine ganz besondere Bandbreite. Da geht’s auf Cigarettes & Chocolate Milk mit Rufus Wainwright ins Burgtheater, eine Lemonade mit Louis Tomlinson in die Marx Halle oder einen Whiskey mit Kiefer Sutherland in der Szene (siehe unsere Übersicht mit 10 weiteren Highlights).

Wenn der “Pop-Aristokrat” Rufus Wainwright die Bühne betritt, verwandelt sich jede Venue in eine fast schon feierliche Audienz. Für seinen Stopp in der Hauptstadt hat er sich mit dem Burgtheater ein ganz besonderes Gig-Setting ausgesucht, das seiner opulenten Ästhetik und seinem Hang zum Dramatischen gerecht wird. Inmitten dieses geschichtsträchtigen Hauses, das für exklusive Wien-Konzerte dieser Güteklasse wie geschaffen ist, entfalten seine komplexen Kompositionen eine fast greifbare Textur. Wainwright, der wie kaum ein Zweiter zwischen der Welt der Oper und dem anspruchsvollen Singer-Songwriter-Genre wandelt, nutzt die besondere Akustik, um Songs wie Going to a Town oder Hallelujah in orchestraler Pracht erstrahlen zu lassen.

Die Metamorphose von Ex-One-Direction-Sänger Louis Tomlinson ist eines der spannendsten Kapitel der aktuellen Popgeschichte, zu bestaunen jetzt in der Marx Halle. Sein neuestes Album How Did I Get Here? fungiert dabei als klares Statement, dass er seinen eigenen, oft kantigen Weg nun gefunden hat. Bereits die Vorab-Single Lemonade läutete diese neue Ära ein, die sich deutlich von glatten Industriestandards abhebt und stattdessen auf ehrlichen Indie-Rock und Brit-Pop-Einflüsse setzt. Die Fans spüren instinktiv, dass ab jetzt mit dieser gereiften Bühnenpräsenz vieles erst so richtig ins Rollen kommt.
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Normalerweise assoziiert man mit Josh. schweißtreibende Abende in großen Arenen, getragen von seiner großartigen Band im Rücken. Im April wagt der Publikumsliebling im MuTh ein Experiment: Er begibt sich auf eine strikte Solo-Tour. Ohne das Sicherheitsnetz von Lukas Popp, Thomas Hechenberger und Co. reduziert er seine Musik auf das absolute Minimum – nur er, seine Gitarre und seine markante Stimme stehen im Zentrum des Geschehens.
Während viele andere Wien-Konzerte auf große Showeffekte setzen, hebt diese bewusste Entscheidung das Element der Intimität auf ein völlig neues Level und den Protagonisten selbst ganz klar in den Vordergrund. Hits wie Expresso & Tschianti oder Cordula Grün gewinnen in diesem puristischen Gewand an neuer erzählerischer Tiefe.

In der Liste der Wien-Konzerte, die man im Frühjahr 2026 keinesfalls verpassen darf, nimmt dieser Termin eine Sonderrolle ein, da er die Rückkehr eines echten Unikats markiert. Nach einer Phase, in der sich Olli Schulz vermehrt anderen medialen Projekten und Formaten widmete, feiert er im WUK nun sein lang ersehntes und hochemotionales Comeback auf der Bühne hierzulande. Schulz fasziniert dabei mit den Erzählungen aus seinen berüchtigten, improvisierten Geschichten und anarchischen Gedankengängen.

Der Nino aus Wien hat sich über die Jahre zum inoffiziellen Chronisten der Stadt entwickelt. Sein Storytelling über die Geschichten der Bundeshauptstadt sind kultig. Das aktuelle Programm verspricht ein echtes Best-Of-Sammelsurium, das die Highlights seiner bisherigen Karriere bündelt. Die Spielfreude seiner AusWienBand verleiht den oft fragilen Songs ein robustes Fundament, das mit Ninos charakteristische Nonchalance perfekt harmoniert. Der Abend verspricht poetische Abgründe und das Abtauchen in die skurrilen Schönheiten der Stadt in einem, serviert mit einer nicht zu kleinen Portion Melancholie und Herzblut.
Lies hier unser großes Interview mit Nino über seine besondere Beziehung mit Hits

Mit seinem neuesten Album Gschnas im Gepäck spielt Voodoo Jürgens an dem Ort, der wie kaum ein zweiter zu seiner erdigen Ästhetik passt: die Arena Wien. Das neue Werk spielt meisterhaft mit den Themen der Maskerade und der Wiener Tragikomik, bleibt dabei aber musikalisch so kompromisslos wie eh und je. Und dich hat sich einiges verändert. Und doch bleibt es eine unverkennbare Voodoo Jürgens Platte. Wer auf der Suche nach authentischen Storytelling-Erlebnisse im Bereich der Wien-Konzerte ist, kommt an diesem Abend nicht vorbei. Gschnas zeigt Jürgens auf einem weiteren neuen künstlerischen Meilenstein seines Schaffens.
Warum Voodoo Jürgens für seine neue Scheibe seine Komfortzone massiv verlassen musste , verriet er uns vor kurzem in diesem Interview.

Zum Monatsende gibt sich eine echte Musikikone die Ehre und verwandelt die Raiffeisen Halle im Gasometer in einen Ort der musikalischen Perfektion. Christopher Cross genießt Legendenstatus. Nicht zuletzt wegen der Grammys 1981: Damals gelang es Cross als erster Künstler überhaupt die vier wichtigsten Kategorien Best New Artist, Album of the Year (für das Album Christopher Cross), Record of the Year und Song of the Year (beide für die Single Sailing) in einer einzigen Nacht zu gewinnen. Wenn die ersten Akkorde von Welt-Hits wie Sailing oder Ride Like the Wind erklingen, wird deutlich, warum seine Musik auch Jahrzehnte später nichts von ihrer Eleganz verloren hat.
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Aufmacherbild (c) Philipp Hirtenlehner, (c) Ingo Pertramer, (c) Susanne Hassler-Smith
Der Wiener Journalist und Redakteur ist seit 2016 für die verschiedensten Musik-Stories bei heldenderfreizeit.com verantwortlich, schreibt für diverse Musikfachmedien wie Stark!Strom berichtet dabei über Konzerte, Neuerscheinungen, führt Interviews und erstellt Besten- und Playlisten zu den Top-Liedern von Musikstars.
