Ryan Gosling muss die Sonne und die Erde retten, Jessie Buckley wird als Frankenstein-Monster auf Selbstfindungsreise geschickt und Valerie Pachner erleidet schwere Verluste.
Filmexpertin Susanne Gottlieb stellt dir die größten Highlights unter den Kinofilmen im März vor – inklusive Geheimtipp und Liste aller Starttermine.
Die großen Namen und Filme beginnen langsam das Kinoprogramm zu durchstreuen. Keine Blockbuster-Franchises, aber mit The Bride und Der Astronaut sind bereits Filme im Programm, die einiges an Hype angesammelt haben. Was das Jahr sonst noch im Köcher hat, kannst du dir übrigens hier in unserer Übersicht zu den 26 besten Filmen 2026 anschauen.

Nach Guillermo del Toros Frankenstein (hier unsere Kritik) widmet sich jetzt Maggie Gyllenhaal dem berühmten Stoff. Und die setzt eine weibliche Figur ins Zentrum. Diese ist nicht mehr länger die stumme Gefährtin der Kreatur, sondern ein eigenständiges Wesen mit Wut, Sehnsucht und Freiheitsdrang. Jessie Buckley spielt die Braut, die nach ihrer „Geburt“ im Labor von Dr. Frankenstein erkennt, dass sie ihre Existenz nicht auf die Befriedigung der Erwartung anderer ausgelegt sein sollte.
Christian Bale ist als Frankensteins Monster zu sehen, weiters im Cast sind Gyllenhaals Bruder Jake und Ehemann Peter Saarsgard, sowie Julianne Hough, John Magaro und Penélope Cruz. Angesiedelt zwischen morbider Romantik und Gesellschaftssatire erzählt der Film von Selbstbestimmung und Identität. Wer jetzt an den Horror-Klassiker Bride of Frankenstein denkt, optisch zitiert der Film zwar diesen, er setzt aber auf moderne Gender- und Intersektionalitätsdebatten. Für Fans von klassischem Kino: Viele Sets wurden gebaut statt digital erzeugt und Buckley sang Teile des Soundtracks selbst ein. Auch das Kostümdesign greift Originalskizzen aus den 1930ern auf.

Adrian Goiginger hat eine Vorliebe für wahre Geschichten, und das ist auch in seinem neuesten Film, der gerade auf der Berlinale Premiere feierte, nicht anders. Eine Frau muss nach einem unfassbaren Verlust ihren Weg zurück ins Leben finden. Barbara (Valerie Pachner) hat mit ihrem Partner Heli (Robert Stadlober) die beiden Kinder Fini und Thimo. Das Paar arbeitet zudem als professionelle Clowns. Dieses Leben voller Leichtigkeit wird aber jäh unterbrochen, als bei einem Unfall an einem Bahnübergang Heli und die Kinder sterben. Barbara steht plötzlich allein da, muss den Schmerz verarbeiten und sich mit ihrer Berufung als Clown, mit dem Lachen und dem Festhalten an das Positive, auseinandersetzen. Basierend auf dem gleichnamigen autobiografischen Bestseller der Autorin Barbara Pachl-Eberhart, das vor allem über innere Gedankenwelten arbeitete, bedient sich der Film einem nichtlinearen Erzählstil mit Rückblenden. In der Panorama-Sektion der Berlinale gewann er übrigens den zweiten Platz beim Panorama Publikumspreis.
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Mehr InformationenNoch ein Film nach wahren Begebenheiten. Amanda Seyfried spielt mit viel Einsatz die religiöse Visionärin Ann Lee, die Gründerin der Shaker-Bewegung. Das Drama folgt Lee von ihrer Kindheit im industriellen England bis hin zu ihrer Emigration nach Amerika, wo sie eine radikale Glaubensgemeinschaft aufbaut. Diese predigt Enthaltsamkeit, Gleichheit und gemeinschaftliches Eigentum. Seyfried brilliert als charismatische, aber umstrittene Figur, deren Vision zwischen spiritueller Ekstase und gesellschaftlicher Rebellion schwankt. Weibliche Leadership und religiöser Fanatismus sind Themen, die durchaus in unsere Zeit passen. Regisseurin Mona Fastvold schöpft dabei auch aus den Vollen und hat im Barry Lyndon-Stil viele Szenen bei Kerzenlicht gedreht, um historische Authentizität zu erzeugen. Teile der Dialoge basieren auf überlieferten Shaker-Texten, Seyfried selbst beweist wieder ihr Gesangstalent und trällert zahlreiche charakteristische Shaker-Hymnen.
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Mehr InformationenAußer Atem von Jean-Luc Godard ist ein Meilenstein der Filmgeschichte und wurde sogar in den 90ern mehr schlecht als recht neu verfilmt. Richard Linklater interessiert sich nun für die Entstehungsgeschichte des Films und der französischen Filmbewegung Nouvelle Vague der 60er-Jahre. Dabei zeigt er, wie junge französische Cineasten mit Handkamera, natürlichem Licht und improvisierten Dialogen das Kino revolutionierten. Die Verbindung zum Kino Linklaters ist nicht von ungefähr. Der Amerikaner ist bekannt für seine eigene dialoggetriebene Erzählweise und Liebe für künstlerische Freiheit. Zoey Deutch ist als Jean Seberg, Guillaume Marbeck als Jean-Luc Godard, Aubry Dullin als Jean-Paul Belmondo und Adrien Rouyard als François Truffaut zu sehen. Gedreht wurde übrigens in Schwarzweiß und teils mit Original-Equipment aus den 60ern. Auch, typisch für die Epoche, ließ Linklater einige Szenen bewusst mit spontanen Improvisationen entstehen. Der Film lief in den USA bereits letzten Herbst auf Netflix an und landet nun in unseren Kinos.

Andy Weir ist jener Autor, auf dessen Roman das durchaus unterhaltsame Der Marsianer basiert. Nun legt er mit einer weiteren Weltraumgeschichte nach. Statt Ridley Scott sitzen diesmal Phil Lord und Chris Miller, die mit The Lego Movie, 21 Jump Street, 22 Jump Street oder Spider-Man: Into the Spider-Verse Erfolge feierten. Der Film wird bereits als einer der besten Filme des Jahres gehandelt. Erzählt wird die Geschichte von Ryland Grace (Ryan Gosling), einem Molekularbiologen und ehemaligen Lehrer, der ohne Erinnerung an Bord eines Raumschiffs erwacht. Es stellt sich heraus, dass er Teil einer verzweifelten Mission ist. Die Sonne verliert rapide an Energie, weil ein außerirdischer Mikroorganismus sie und dadurch auch das Überleben der Menschheit bedroht. Wie schon beim Marsianer verbindet der Film Hard-Science-Fiction mit emotionaler Tiefe. Es geht nicht nur ums Überleben, sondern um Vertrauen, Kommunikation und Kooperation.
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Mehr InformationenManche Debüts haben es in sich. Wie etwa Pillion von Harry Lighton. Man darf verraten, sexy Action und Prosthetik-Penisse. Der junge Eigenbrötler Tom (Harry Melling), der noch zu Hause wohnt und auch noch nie die Chance hatte, eine Beziehung zu einem Mann aufzubauen, lernt den mysteriösen Biker Ray (Alexander Skarsgård) kennen. Dieser offenbart sich als Dom und ist Mitglied einer BDSM-Bikergang. Tom ist sofort neugierig, lässt sich als Sub auf eine sehr fordernde Beziehung ein. Dabei offenbaren sich Manipulation und Abhängigkeit innerhalb zwischenmenschlicher Dynamiken, aber auch Selbstfindung und die Liebe zu einem authentischen Selbst. Ein gelungener Film über die Suche und das Finden der eigenen Identität, gewürzt mit viel pointiertem Humor und einem Skarsgård, der süffisant mit Gender-Stereotypen spielt.
5. 3. Giselle, Othello, Hoppers, Mavka: Die wahre Legende, The Bride – Es lebe die Braut
6. 3. Vier minus drei, Junge Mütter
12. 3. The Testament of Ann Lee, Für immer ein Teil von dir, Good Luck, Have Fun, Don’t Die, Das geheime Stockwerk, Nouvelle Vague
13. 3. Mein neues altes Ich – Eine Reise in das Mysterium der Menopause, To a Land Unknown
19. 3. Tierisch abgefahren – Rettet die Pets!, Is This Thing On?, La Grazia, Amsterdamned 2 – Verfluchtes Amsterdam, Billie Eilish: Hit Me Hard and Soft – The Tour, Dhurandhar: The Revenge
20. 3. The Chronology of Water, Der Astronaut – Project Hail Mary, DJ Ahmet, Exodus 1945, Mein Freund Barry
26. 3. They Will Kill You, The Dog Stars, Shelter, Horst Schlämmer sucht das Glück, Die Schatzsuche im Blaumeisental, Calle Málaga
27. 3. David, Blue Moon, Pillion, Sehnsucht in Sangerhausen
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Aufmacherfoto: (c) Sony Pictures, Polyfilm, Constantin Film
Susanne Gottlieb schreibt als Filmjournalistin für die Helden der Freizeit, Kleine Zeitung, NZZ, Standard, TV Media, Filmbulletin, Cineuropa und viele mehr. Sie arbeitet im Filmarchiv Austria, berichtet von diversen Filmfestivals und hat Theater-, Film- und Medienwissenschaft studiert.
