Richtig gesehen: In den Kinos steht Kill Bill am Programm, der Kult-Klassiker von 2003. Es handelt sich aber nicht um den von manchen Fans herbeigesehnten dritten Teil, sondern quasi um eine Art Director’s Cut der Splatter-Orgie – mit mehreren kleinen Extras. Kill Bill: The Whole Bloody Affair vereint die beiden Klassiker von Kultregisseur Quentin Tarantino und ist jetzt in einer rund vierstündigen Fassung im Kino zu sehen.
von Klaus Kainz, 14. 4. 2026
Auftragskillerin Beatrix Kiddo (Uma Thurman) ist auf Rache gesinnt, nachdem ihr Mentor Bill es auf ihr Leben und ihre neue Familie abgesehen hat. Als Verbeugung an den asiatischen Film zerhackte Thurman daraufhin etliche andere Mörder und Psychopathen – nun in einem großen Gesamtwerk. Wir haben die Neufassung bereits vorab gesichtet und erklären, wieso sich Kill Bill: The Whole Bloody Affair im Kino selbst zum Premiumpreis lohnen könnte.
Apropos: Hier unser Ranking der besten Tarantino-Filme, wo wir Kill Bill im Werk des Kultregisseurs einreihen.

Kill Bill war eigentlich schon immer als ein großes Splatter-Epos vorgesehen. Nur für die Geldgeber waren vier Stunden damals zu viel, den Zuschauern wurde die Überlänge nicht zugetraut. Deswegen wurde Kill Bill in Vol. 1 und Vol. 2 so zweigeteilt, wie wir die Filme bisher kannten. Lediglich während der Premiere bei Cannes wurde damals eine Gesamtfassung gezeigt. Seit jeher spielte Regisseur Tarantino immer wieder mit der Idee, doch noch die Ursprungsidee offiziell umzusetzen.
Allerdings handelt es sich bei The Whole Bloody Affair nicht nur um zwei zusammengeklebte Streifen. Das japanische Production I.G. hat eine gänzlich neue, rund sieben Minuten lange Anime-Sequenz produziert. Sie ergänzt die bisherige Entstehungsgeschichte der Killerin O-Ren (Lucy Liu). Wer genau aufpasst, findet kleine Unterschiede im Animationsstil und kann die etwas ältere Stimme von Uma Thurmann in der Narration heraushören. Ohne Vorwissen fällt das aber quasi nicht auf.

Daneben wurde in Kooperation mit dem Online-Shooter Fortnite erstmals das bereits seinerzeit geschriebene Kapitel Yuki’s Revenge fertiggestellt und hinter die Credits verfrachtet. Zugegeben, die rund zehnminütige Action-Sequenz im 3D-Stil von Fortnite, für die Thurman das Motion Capture liefert, sollte nicht der Hauptgrund für den Kinobesuch sein. An die restlichen Anime-Szenen reicht der neue Kampf gegen eine neue Handlangerin von O-Ren nicht wirklich heran und es ist bereits auf YouTube sehbar.
Ursprünglich wurde der erste Kill-Bill-Film in den meisten Märkten zensiert, um eine niedrigere Altersfreigabe möglich zu machen. Während der großen Massenschlacht gegen die Yakuza am Ende des ersten Teils malträtierte Uma Thurmann ihre Gegner deswegen mit einem Schwarz-Weiß-Filter. The Whole Bloody Affair entfernt diese Zensur nun endgültig.
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Mehr InformationenDas alte Finale gegen die unzähligen Yakuza ist diesmal nicht nur unzensiert, sondern auch länger und dynamischer. Viele zuvor geschnittenen Einstellungen wurden wieder eingefügt oder länger gemacht, es fliegen mehr Gliedmaßen und es fließen noch mehr Gedärme und Blut. In Farbe und mit härteren Szenen macht das Finale tatsächlich noch mehr her als früher.

Schade ist nur, dass der kultige Rückblick auf das bisherige Geschehen am Start des zweiten Films ersatzlos gestrichen wurde. Außerdem sind die ersten Szenen des zweiten Ablegers jetzt chronologisch angeordnet, was als Kenner ein wenig fremdartig wirkt.
Wie viele andere Klassiker ist Kill Bill nun auf eine hohe Auflösung poliert worden. Besonders Vorführungen mit 30 und 70 Millimeter Filmstreifen betonen die poppigen Bilder von Kill Bill besser denn je. Wüsste man es nicht besser, hätte der Film auch erst in diesem Jahrzehnt erscheinen können.
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Der Redakteur (APA, Helden der Freizeit) und Videospiel-Blogger reviewed für uns vor allem Games, Serien und Filme - ist aber auch so manchem Naturausflug nicht abgeneigt.
