
Wiens nördliche Nachbarstadt Brünn (Brno) wartet mit einer Reihe von Attraktionen unter der Erde auf. Die gigantischen Wasserspeicher Brünn am Gelben Berg (Žlutý kopec) sind europaweit einmalige Industriedenkmäler. Eine andere Welt von faszinierender Ästhetik und drei in ihrer ursprünglichen Form erhaltenen Wasserreservoires des 19. und 20. Jahrhunderts. Architektonisch wie technisch herausragend gingen sie 1997 außer Betrieb. Seit 2024 sind sie eine spektakuläre Sehenswürdigkeit, die ganzjährig zu besichtigen ist.
Neben dem Must-See der Wasserspeicher Brünn sind weitere spannende Orte des Brünner Unterwelt (Brněnské podzemí) für die Öffentlichkeit zugänglich: vor allem das Kasematten-Gefängnis auf der Burg Spielberg, ein Teil des (nach Paris) zweitgrößten Beinhauses Europas und der unheimliche Atombunker 10-Z aus den 1950er Jahren. Dank der kurzen Fahrzeit von eineinhalb Bahnstunden ist die zweitgrößte tschechische Stadt für Wiener:innen das ideale Ziel für einen Tagesausflug. In Teil 19 unserer Serie “Grenzgänger” berichten wir dir von all diesen wetter- und winterfesten Überraschungen. Daneben gibt es wieder Tipps, wo man gastronomisch gut versorgt wird und wo du, so du über Nacht bleibst, abends Unterhaltung findest. In diesem Video auf Instagram oder diesem TikTok bieten wir dir wie gewohnt einen kurzen visuellen Überblick über die beschriebenen Highlights.
von Martin Kienzl
Fotojägern an Lost Places ist es zu verdanken, dass Brünn mit den drei Wasserspeichern am Gelben Berg (Žlutý kopec) eine attraktive neue Sehenswürdigkeit vorzuweisen hat. Noch dazu eine, die als Beispiel hervorragender Ingenieurkunsts perfekt zum Image der Stadt als Schatzkammer der Moderne und aktueller Hotspot innovativer Technologien passt.
Beeindruckende Aufnahmen der unterirdischen Räume auf Social Media lenkten die Diskussion vom ursprünglich geplanten Abriss hin zu einer möglichen Öffnung für die Öffentlichkeit. Dadurch entstand die Idee, die faszinierenden Hallen in ein besonderes Museum zu verwandeln.

Annähernd vergleichbares gibt es in Europa lediglich in drei anderen Städten. In Istanbul dient die aus vorosmanischer Zeit stammende Basilika-Zisterne (Yerebatan Sarnıcı) heute als Ausstellungsort. Gleiches gilt für die Cisternerne in Kopenhagen und das Alte Sobieski Reservoire (Stary Sobieski Reservoire) in Danzig, die beide stark museal umgestaltet und umgebaut wurden. Damit sind die drei Wasserreservoires in Brünn die einzigen, die in ihrem kaum überformten, originalen Zustand erhalten und als beeindruckende Industriedenkmäler zu besichtigen sind. In Wien gingen die historischen Wassertanks, wie zum Beispiel die Wasserbehälter auf der Schmelz, leider verloren.

Einzigartig ist auch, dass du in Brünn nebeneinander gleich drei, aus jeweils verschiedenen Perioden stammende Wasserreservoires findest. Zwei in Ziegel – von 1874 und 1894 – und eines in Sichtbeton von 1917. Von der Ringstraßenzeit bis zum Ersten Weltkrieg. Die 1860er bis 1890er Jahre können sowohl in Wien als auch in Brünn als Ringstraßenzeit bezeichnet werden. Denn auch in der mährischen Hauptstadt gab Kaiser Franz Joseph I. den Auftrag, anstelle der geschliffenen Stadtbefestigungen eine Ringstraße zu errichten. Dazu gehört zum Beispiel das prachtvolle Stadttheater, das erste elektrifizierte Theater auf dem europäischen Kontinent. Heute ist es nach dem international unbeachteten Jiří Mahen und nicht nach dem Brünner Weltliteraten Milan Kundera benannt.

In Brünn gehört auch der Hauptbahnhof (Brno hlavní nádraží) zur Ringstraße und stammt somit aus jener Epoche, der die beiden ersterbauten Wasserspeicher zuzuordnen sind. Von Wien kommend, erreichst du hier, über die Nordbahn, Brünn (solange nicht der Neue Hauptbahnhof fertig ist). Übrigens fährst du damit auf der ältesten maschinell betriebenen Eisenbahnstrecke Mitteleuropas – bei ihrer Eröffnung im Jahr 1839 galt eine Verbindung nach Westen als weniger wichtig.
Um zu den Wasserspeichern am Gelben Berg zu gelangen, nimm ab dem Hauptbahnhof die Straßenbahn (in Brünn Šalina genannt) Nummer 4 in Fahrtrichtung Náměstí Míru. Übrigens: Noch einige Details zur schönen Brünner Innenstadt findest du in unserem Artikel zum adventlichen Brünn. So du eine Kreditkarte bei dir hast, brauchst du dir bezüglich der Besorgung von Fahrkarten (wie in Wien leider bis heute üblich) nicht den Kopf zu zerbrechen. Siehe Serviceteil. Über die Haltestellen Zelný trh auf der Masaryk-Straße Höhe Krautmarkt (Zelný trh), Náměstí Svobody (Freihheitsplatz) und Česká auf der Joštova (Teil des Rings) Höhe Česká (Böhmische Gasse) schräg gegenüber dem früheren Mährischen Landhaus, fährst du dann auf der Údolní (Talgasse) nach vor bis zur Station Úvoz (Hohlweg).

Und bist damit in der Brünner Version der Cottage angelangt, die man zu Zeiten der k.u.k.-Monarchie Beamtenheim nannte (heute erweitert das Masaryk-Viertel / Masarykova čtvrť ). Damals wie heute gab man den Straßen einer am Reißbrett konzipierten Siedlung monothematische Namen. Den Eingang zu den Wasserspeichern findest du auf Tvrdého 15. Die Tvrdého hieß früher Rückertgasse, und die weiteren Gassen des Beamtenheims zwischen Tvrdého und Údolní wurden nach Lessing, Grillparzer, Lenau & Co. benannt. Bis heute sind die alten Villen mit ihren Türmchen, Fachwerkfassaden und Holzveranden begehrte Immobilien.

Zunächst gelangst du zu einer auf einem Hügel liegenden Rasenfläche mit einem unscheinbaren alten Wächterhaus. Dort sind heute Kasse und Eingang untergebracht. Der Gelbe Berg (Žlutý kopec) erhielt seinen Namen, weil beim Ausheben des Erdreichs zur Errichtung der Speicher gelbliches Gestein ans Tageslicht trat. Sobald du in die Unterwelt hinabsteigst, wirst du deinen Augen nicht trauen. Es öffnen sich geheimnisvolle Hallen. Beeindruckend weitläufig, faszinierend und immens fotogen. Insgesamt 30 Millionen Liter Wasser waren bis 1997 hier gespeichert.

Der älteste der drei Wasserspeicher, 1874 erbaut, besticht durch seinen geschwungenen Betonboden und seine Gewölbefluchten aus handgefertigten gebrannten Ziegeln. Die schier unendlich scheinenden Perspektiven ziehen dich förmlich in die Räume hinein. Baumeister dieser raffiniert entworfenen, magischen wie unheimlichen Welt war der Londoner Thomas Docwry. Brünn war damals eine prosperierende Stadt der Habsburger Monarchie. In den 1760/1770er Jahren gründeten Johann Leopold Köffiller und Johann Heinrich Offermann die ersten Textilmanufakturen.

Darauf aufbauend entwickelte sich Brünn ab 1800 rasant zu einem Textilindustrie-Standort europäischen Formats. Die Bevölkerung wuchs und das Wasserversorungssystem musste ausgebaut werden. Das – zu erheblichem Teil jüdische – Bürgertum gelangte durch diese Entwicklungen zu Reichtum. Und errichtete prächtige Villen, die Brünn auf die touristische Landkarte von heute setzten. Stichworte UNESCO-Welterbe Villa Tugendhat, Familien Löw-Beer, Stiassni, Korngold, Strakosch, Schoeller und viele andere. Sie spielten eine wesentliche Rolle im gesellschaftlichen Gefüge, das Brünn und Wien miteinander verband. Zu den Zeiten, da sich ein “Vater g’holt aus Brünn a echte Wienerin” – wie es nostalgisch verklärt im Lied Wie Böhmen noch bei Öst’reich war von 1953 heißt.

Zur Zeit der Errichtung des ersten Wasserreservoirs war die Stadt wegen der Textilstoffherstellung überregional als Österreichisches oder Mährisches Manchester bekannt. Als Österreicher wirst du dabei daran erinnert, dass das heutige Tschechien vor dem Zerfall der Monarchie eine deutlich höhere Industrieproduktion aufwies als das heutige Österreich und entsprechend wohlhabend war. Nach dem Zerfall der Monarchie waren viele Wiener:innen froh, wenn sie Verwandte in Brünn hatten, bei denen sie sich mit Lebensmitteln versorgen konnten. Mit der Ermorderung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung durch das nationalsozialistische deutsche Besatzungsregime 1939-45 und der Machtübernahme der Kommunistischen Partei 1948 wurde diese Glanzzeit beendet.

Um den Wasserbedarf der stetig wachsenden Stadt zu befriedigen, entschloss man sich unter Bürgermeister Gustav Winterholler dazu, einen weiteren Speicher zu errichten. Der Brünner Ingenieur Emil Procházka konzipierte einen wesentlich geradlinigeren Raum. Der Boden ist hier flach. Der Speicher von 1894 ist wie jener von 1874 ein Ziegelbau und ästhetisches Erlebnis der Sonderklasse. Wieder wirkt hier alles wie aus einer vergessenen Welt, einer untergegangenen Zivilisation oder zum Schrecken erbaut. In den scheinbar endlosen Weiten der Arkaden und Tonnengewölbe fühlt es sich an, als wärst du in die Kulisse eines Fantasy- oder Actionfilms eingetaucht.

Das dritte technische Denkmal, das am Gelben Berg verborgen liegt und 2019 unter Denkmalschutz gestellt wurde, stammt aus dem Jahr 1917. Es wurde vom Wiener Familienunternehmen Pittel+Brausewetter, das bis heute besteht, ganz aus Beton errichtet. Beeindruckende 87 Betonpfeiler stützen die sakral wirkenden beiden Räume, die von Mitarbeitern der Städtischen Wasserwerke Brünn geplant wurden. In den letzten Jahrzehnten ihres Bestehens versorgten die Wasserspeicher Žlutý kopec die Stadt nur mehr mit Brauch-, nicht mit Trinkwasser.

Die Überakustik der zwei Kammern von 1917 ist enorm. Die harten, dichten und glatten Betonflächen reflektieren den Schall so stark, dass hier bereits ein Echo von nahezu einer Minute gemessen wurde. Wie in den beiden Speichern des 19. Jahrhunderts gibt es hier wieder einfühlsam gestaltete, indirekte Beleuchtung. Darüber hinaus werden dir hier im Rahmen einer Führung künstlerische Ergänzungen wie Lichtinstallationen und Lasershows gezeigt.
Wenn es die Witterung erlaubt, kannst du nach Besichtigung der unterirdischen Welten des Žlutý kopec den Ausblick vom kleinen Park, der über den Wasserspeichern liegt, von einer Bank genießen. Un wenn du genügend Zeit hast, lohnt es sich, einen Spaziergang über die Gorazdova zum Spielberg zu machen und anschließend in die Altstadt zurückzukehren.

Neben dem Must-see Wasserspeicher Gelber Berg bietet die Brünner Unterwelt (Brněnské podzemí) weitere sehenswerte Orte. Besonders hervorzuheben ist dabei das Kasematten-Gefängnis (Kasematy-věznice) auf der Burg Spielberg (Hrad Špilberk). Der Spielberg mit seiner markanten Burg und der Petersberg mit seinem imposanten Dom sind die beiden weithin sichtbaren Wahrzeichen der mährischen Metropole. Schon bei der Anfahrt in die Stadt grüßen sie dich und wecken den Wunsch, sie zu besuchen. Ottokar II. Přemysl, König von Böhmen, Herzog von Österreich, Kärnten, Krain (heute Slowenien) und der Steiermark, errichtete die Festungsburg um 1240. Jedem Schüler ist Ottokar durch Grillparzers Drama König Ottokars Glück und Ende ein Begriff.

Im 17. Jahrhundert wurde die Festung mehr und mehr als Gefängnis für politische Feinde verwendet. 1745 erfolgte die vollständige Umwandlung in ein Staatsgefängnis. Die unterirdischen Kasematten wurden zu gefürchteten Gefängniszellen. Die Menschen lagen isoliert, an Händen und Füssen in Ketten gefesselt, in dunkler, feuchter Kälte und Gestank. Folterinstrumente und lange Holzpritschen findest du dort bis heute. Vor allem Revolutionäre, Deserteure, Monarchiegegner sowie italienische, ungarische und polnische Aufständische saßen hier ein.

Heute kannst du durch das Kasematten-Gefängnis, das nun wie ein Museum gestaltet ist, spazieren und die bedrückende Atmosphäre eines Ortes spüren, an dem Menschen zerstört wurden. Der Spielberg wurde europaweit zum Symbol Habsburgischer Grausamkeit. Mit prominenten Gefangenen. Wie Baron von der Trenck, den auf der Operettenbühne und im Film Spezialisten für schillernde Charaktere wie Hans Albers, Walter Hyde oder zuletzt Philipp Hochmair verkörperten. Oder der Schriftsteller Silvio Pellico, der in seinem Buch Meine Gefängnisse (Le mie prigioni) seine Spielberg-Jahre verarbeitete. Ab 1787 wurden die Haftbedingungen von Kaiser Joseph II. deutlich entschärft. Eine jener zahlreichen Reformen, die Joseph II., nach dem Besuch bei seiner Schwester Marie Antoinette in Paris, einleitete. Dadurch verhinderte er vermutlich eine Entwicklung in Österreich, die der Französischen Revolution ähnlich gewesen wäre.

Ein weiterer, unter der Brünner Erde verborgener Schatz wurde 2001 bei Grabungsarbeiten zufällig wiederentdeckt: das Beinhaus bei der St. Jakobskirche (Kostnice u sv. Jakuba), der großartigen spätgotischen Stadtpfarrkirche. Deren Spitzbogengewölbe stammt aus der Werkstatt des Brünners Anton Pilgram, dem berühmten Dombaumeister des Wiener Stephansdoms. Die hoch aufragende, stecknadel-ähnliche Kirchturmspitze aus dem 16. Jahrhundert gehört wie Petersberg und Spielberg zu den Dominanten der Brünner Skyline.

Das Beinhaus bei St. Jakob gilt als das zweitgrößte Ossarium Europas. Aus religiösen Gründen waren früher nur Erdbestattungen erlaubt. Um auf den Friedhöfen Platz für neue Bestattungen zu schaffen, wurden ab dem 13. Jahrhundert alte Skelette ausgegraben und in Beinhäusern aufbewahrt. Hochblüte der Beinhäuser war der Barock, als man begann die Totenschädel zu bemalen, wie im bekanntesten österreichischen Beinhaus von Hallstatt. Dieses kann sich allerdings hinsichtlich Größe und internationalem Status nicht mit jenem in Brünn messen. Gebeine von etwa fünfzigtausend Toten, darunter viele Kriegs- und Epidemieopfer wurden hier gefunden. Das Wandeln durch die kunstvoll aus Skelettteilen errichteten Wände und Säulen lässt dich die eigene Vergänglichkeit förmlich körperlich spüren.

Drei Standorte der Brünner Unterwelt – Labyrinth, Gruft und Neuer Rathauskeller – empfehlen sich für diejenigen, die ein besonderes Interesse an der Geschichte Brünns haben. Unter dem Krautmarkt (Zelný trh) kannst du ein Labyrinth von Gängen aus der kühlschranklosen Zeit erforschen. Es wurde von den Händlern zur Lagerung von Getränken und Lebensmitteln genutzt. Einen Kilometer der Gewölbe, die aus dem Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert stammen, kann man begehen. Eine Ausstellung zeigt dir, wie die Waren aufbewahrt wurden und erzählt die Brünner Stadtgeschichte. Das vergleichbare, weiter verzweigte und authentisch erhaltene Labyrinth der Retzer Weinkeller unter dem Retzer Hauptplatz haben wir dir im Beitrag Retzer Erlebniskeller: urige Wein-Führung im Meeressand vorgestellt.
Zu besichtigen sind weiters die Kapuzinergruft (Kapucínská hrobka v Brně), in der nicht – wie in Wien – auch Kaiser, sondern ausschließlich Kapuziner beigesetzt wurden, und der Keller unter dem Neuen Rathaus (Sklep pod Novou radnicí), der Münzmeisterkeller des 13. Jahrhunderts, mit einer multimedialen Ausstellung.

Durch die Höfe des Neuen Rathauses kommst du von der Altstadt direkt zum 10-Z Bunker. In Österreich wie im gesamten deutschen Sprachraum findest du keinen Atombunker bzw. eine nuklear-historische Anlage, die du – wie hier – frei besichtigen darfst.
Der Atombunker 10-Z (Atomový kryt 10-Z) wurde ursprünglich von den Nazis als Luftschutzbunker erbaut. Die im Gang aufgehängte Tafel mit dem Hinweis Swing tanzen verboten zeugt noch heute von den Maßnahmen, zu denen sich eine Diktatur versteigen kann. Nach dem 1945 entstand hier ein Weinkeller. 1948 beschlagnahmten die Kommunisten die Anlage. Bis 1959 wurde sie zum Atombunker umgebaut, der im Ernstfall nur der realsozialistischen Obrigkeit vorbehalten gewesen wäre. Mit eigenem Wasserspeicher, Stromgenerator und Telefonzentrale wäre man autark gewesen. Das Zugangshäuschen des Bunkers steht unscheinbar an der Husova, dem Abschnitt des Rings, der entlang des Spielbergs verläuft. Diese Straße führt vom zur Befreiung von Napoleon errichteten Obelisken am Franzensberg zur Roten Kirche von Heinrich Ferstel.

Wer ein unerschütterliches Gemüt besitzt und es gerne unheimlich mag, kann hier im Hotel Bunkr 10-Z übernachten. Die Lage könnte nicht zentraler sein, die Preise sind human, die Einrichtung wird als im antiken Stil bezeichnet und der Zugang zu einem Gemeinschaftsbad ist im Preis inkludiert. Wie du sehen kannst, bietet die Brünner Unterwelt jede Menge Spannung. Unabhängig davon, welche Besichtigungen du wählst, wird dir ein Ausflug in Wiens nördliche Nachbarstadt sicherlich gefallen.

Das Wasserspeicher-Trio am Gelben Berg, das seit 2024 besichtigt werden kann, ist das neue Highlight Brünns. Ob Architekturfreund:innen, Fantasyfans oder Touristen: Die Bauten werden alle gleichermaßen begeistern. Sie sind von Wien aus mit Bahn, Bus oder Auto bequem in einem Tagesausflug erreichbar. Daneben gibt es vor allem drei weitere, historisch interessante Orte der Brünner Unterwelt (Brněnské podzemí): Das Kasematten-Gefängnis auf dem Spielberg galt in den Jahrzehnten um 1800 als eines der gefürchtetsten Gefängnisse der Habsburgermonarchie. Im Beinhaus bei St. Jakob sind ganze Wände und Säulen aus Skelettteilen errichtet. Der Atombunker 10-Z ist ein einzigartiges Relikt aus dem 20. Jahrhundert mit einer faszinierenden Geschichte.
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Unser Helden der Freizeit Tipp: In Brünn kannst du direkt in der Straßenbahn mit deiner Kreditkarte bezahlen. Beim Einstieg Kreditkarte an die Lesefläche des Automaten halten. Kurzer Piepton. Damit hast du einen gültigen Fahrschein, der mit deiner Karte verknüpft ist, bezahlt. Wenn du kurz (unter 15 Minuten) unterwegs bist, halte deine Karte beim Aussteigen erneut an die Lesefläche, denn dann wird der günstigere Kurzstreckenpreis (CZK 20,00) berechnet. Wenn du nicht auscheckst, wird dir automatisch eine normale Fahrt verrechnet (Preis 2026 CZK 25,00, etwa 1 Euro). Bei mehreren Fahrten wird dir nur ein Tagesmaximum von CZK 90,00 (knapp 4 Euro) für den Tag abgebucht, egal wie viel du fährst. Fahrpläne findest du auf der Website von DPMB Dopravní podnik města Brna (Verkehrsbetriebe der Stadt Brünn).

Brünn, tschechisch Brno, hat seine historische Rolle als europäische Kulturstadt- und Genussstadt von Rang sowie Brücke zwischen West und Ost glänzend zurückgewonnen. Die Ausstrahlungskraft von Wiens nördlicher Nachbar-Großstadt, einst in E- wie U-Musik gepriesen, ist zurück. Mit bedeutenden Kulturinstitutionen und Festivals sowie einer lebendigen Gastroszene. Etwa 80.000 Student:innen und die im internationalen Maßstab bedeutende Innovationsindustrie (KI & Software, Cybersecurity, Elektronenmikroskopie, Raumfahrt, Gaming, Biotech, Robotik) sorgen für eine junge, dynamische Szene. Wenn du von einem Prag ohne Massentourismus und Ramschläden träumst, empfehle ich dir einen Besuch von Brünn. Hier ein kurzer Überblick über einige Highlights, die Brünn aktuell in Kunst und Gastwirtschaft zu bieten hat.


Brünn Mitte-Altstadt (Staré Město)

Brünn Mitte-Eichhorn (Veveří):
Mitte Alt-Brünn (Stáre Brno):
Brünn-Nord (Brno-sever):
Eissalon: zrmzka am Mährischen Platz (Moravské náměstí, umgangssprachlich Moravák).
Helden-Hinweis: Sieh dir auch die Website Probieren sie Brünn von gobrno.cz an.

1: Pálava – Tschechiens Zauberberge
2: Oberes Záhorie – eine Wüste im Marchfeld
3: Teschen – die geteilte Stadt
4: Böhmisch Kanada – Grenz-geniale Ausflüge
5: Burgruine Devín – wo Donau und March spektakulär zusammenfließen
6: Zlín – Magie einer utopischen Stadt
7: Brünn – wo Weihnachten daham is
8: Danubiana – Modern Art in grandioser Kulisse
9: Győr: alle Tipps für die Bilderbuch-Stadt am Wasser
10: Ják, Steinamanger, Güns – Zeitreise mit Charme
11: Znaim – Königsstadt über der Thaya
12: Lavendel in Mähren: Lila bis zum Horizont
13: Vranov – das ungewöhnliche Felsenschloss
14: Stausee Vranov “Die Adria der Tschechen”
15: Valtice – im Zaubergarten der Liechtensteiner
16: Lednice – Riesenpark mit orientalischem Touch
17: Hévíz – weltgrößter Thermalsee und Tropenflair
18: Bratislava zu Weihnachten: Pracht und Genuss
Alles Fotos: (c) heldenderfreizeit.com
Der erfahrene Kulturjournalist (ehemals Bühne, Wien exklusiv, Stil Ikonen usw.) berichtet bei den Helden der Freizeit über Ausflugsziele rund um Wien, Ausstellungen und vieles mehr.