Im Westen etwas (fast) Neues: Das Metropol in Wien Hernals zeigt sein Go West Musical als Neuinszenierung. Wir waren bei der Premiere und verraten euch, was euch in der Neuauflage erwartet. Außerdem versorgen wir euch mit den wichtigsten Besuchertipps.
von Sabrina Farkas, 19. 2. 2025
2010 kam Go West erstmals im Metropol auf die Bühne. Am 16. Februar 2026 feierte die Neuinszenierung Premiere und wir waren für euch dabei! Ob sich der Besuch lohnt, erfährst du hier.

Das Zentrum des Geschehens ist Goldmine, ein neu eröffnetes Lokal mit Saloon-Charakter im Wiener Prater. Barbesitzerin und Team sind verzweifelt: Die Gäste bleiben aus und eine Schließung steht im Raum, denn der Verpächter und sein Handlanger machen Druck.
Da stößt ein Austropop-Star, der sich neuerdings für einen Cowboy hält, zu dem Gespann. Zusammen mit einer jungen Künstlerin entsteht eine Show, die der Goldmine endlich dazu verhilft, ihrem Namen gerecht zu werden – nicht ohne einige Rivalitäten unter den männlichen Charakteren.
Die meiste Zeit lässt sich das Stück unter dem Motto “Slapstick trifft auf Schenkelklopfer” zusammenfassen. Hin und wieder gelingt es jedoch, das Publikum zu überraschen und für echte Lacher zu sorgen. Der erste Teil wirkt dabei dennoch etwas langatmig.

Politisch nicht immer ganz korrekt geht es dann auch im kürzeren, zweiten Teil zu. Für wahre Begeisterung sorgen weitgehend die musikalischen Einlagen: Von neu interpretiertem Austropop bis zu umgetexteten Oldies überzeugen die Darsteller:innen stimmlich fast ausnahmslos. Nur wer auf Go West von den Village People als Titelsong wartet, tut dies vergeblich.
Das Bühnenbild erwacht zu Beginn durch viele Lichter ein wenig aus seiner Tristesse, die es vor Vorstellungsbeginn vielleicht ganz absichtlich verströmt. Die Tanzeinlagen wirken solide, zeigen aber kaum Unerwartetes. Immer wieder wird auch der Publikumsbereich bespielt, was für Abwechslung sorgt.

Wer sich lieber musikalisch als durch eine komplexe Story unterhalten lassen möchte und sich nicht von etwas unzeitgemäßen Späßen zu Lasten von Personen mit Migrationshintergrund die Stimmung verderben lässt, kann bei Go West einen ganz netten Abend verbringen.
Besondere Freude hat es uns bereitet, Boris Pfeifer als Schurli die Präpotenz in Person verkörpern zu sehen. Auch in seiner zweiten Rolle als Professor Feiertag erheitert er hörbar das Publikum. Und natürlich ist das Metropol selbst als traditionelle Institution der Wiener Unterhaltungskunst auf jeden Fall einmal einen Besuch wert.

Mehrere Tanz- und Gesangseinlagen finden auf der Bartheke im linken Bereich der Bühne statt. Vom leicht erhöhten Seitenrang links hatten die Darsteller:innen für uns leider dabei stets einen großen Lautsprecher vor ihren Köpfen. Am besten sieht man vermutlich von den niedrigeren, bühnennahen Plätzen links und mittig.
Buffet, Bars und Saal öffnen eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Die Getränkepreise sind mit 5,50 Euro für einen halben Liter Bio Zwickel und 5,30 Euro für einen Aperolspritzer recht human. Hungrige werden mit Hausmannskost bedient.
Seit 16. Februar von Dienstag bis Samstag täglich um 20 Uhr (ausgenommen 3. 3., 13. 3. und 14. 3.), am Sonntag 22. 2. und 8. 3. 2026 jeweils um 16 Uhr sowie am 21. 3. um 15 und 20 Uhr.
Hier findest du unsere weiteren Empfehlungen des Jahres:
Wien-Konzerte des Monats
Die besten Musicals in Wien 2026
Die schönsten Events im Burgenland
Fotos: © heldenderfreizeit.com & René Brunhölzl
Als Luftakrobatiktrainerin und Yogalehrerin darf ich jeden Tag meine Begeisterung mit meinen Schülerinnen teilen. Das Schreiben liebe ich schon seit meiner Jugend. Seit 2020 schreibe ich Gastartikel für Magazine und Kurzgeschichten auf story.one, aus denen bereits zwei Analogien entstanden sind. Außerdem erkunden mein Mann und ich, so oft wir können, auf Reisen die Welt.
