2001 erschien das Antimärchen von DreamWorks. Vor 17 Jahren feierte das Musical am Broadway Premiere. Und jetzt ist Shrek: Das Musical in Linz angekommen. Kann es mit dem Kultfilm mithalten?
von Paula König, 9. 12. 2025
Anfang September hat der beliebte Oger die Tore zu seinem Sumpf geöffnet. Seitdem verwandelt sich das Musiktheater Linz alle paar Wochen in das märchenhafte Königreich Duloc. Bis zur letzten Vorstellung am 16. 4. 2026 gibt es noch zwölf weitere Aufführungen. Wer Karten zu Weihnachten verschenken möchte, sollte zur Sicherheit bald zuschlagen, denn einige Vorstellungen sind bereits ausverkauft. Ob die Linzer Produktion mit dem Originalfilm und dem Broadway-Stück gleichziehen kann, erfahrt ihr hier.
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Shrek: Das Musical erzählt die Geschichte des ersten Shrek-Films ziemlich detailgetreu nach. Hier und da wurden Elemente aus den Fortsetzungen genutzt. Grundsätzlich folgen wir aber der alten Geschichte… Es war einmal, da verbannt der gemeine Lord Farquaad (Gernot Romic) alle Märchenwesen aus der Stadt und schickt sie in den Sumpf des mürrischen Ogers Shrek (Christian Fröhlich). Dieser begibt sich mit seinem neuen Freund, dem sprechenden Esel (David Rodriguez-Yanez), auf eine Reise, um für Farquaad Prinzessin Fiona (Alexandra-Yoana Alexandrova) zu retten und so sein Zuhause zurückzubekommen.
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Es ist nicht einfach, das Stück abseits der Geschichte zu beurteilen. Es gibt viele Musicals, die auf Filmen basieren: Man denke an Natürlich Blond, Mean Girls oder – jetzt im Jänner 2026 im Wiener Museumsquartier – Pretty Woman. Alle diese Stücke modernisieren und verändern die Originalgeschichte etwas. Shrek: Das Musical macht das auch, aber nicht so erfolgreich wie andere Shows. Der Film Shrek (2001) hat sich damals über das Disney-Imperium lustig gemacht. Diese Tradition setzt die Broadway-Adaption fort und enthält Anspielungen auf eine Reihe anderer Musicals, darunter Wicked, Chicago, Der König der Löwen, Gypsy, Les Misérables, Once Upon a Mattress, RENT, A Chorus Line, Evita und Dreamgirls. Leider geht der scharfsinnige Humor des Originalfilms dabei etwas verloren. Ersetzt wird er durch den Esel, der an jeden Satz ein „Digga” hängt, um vielleicht das junge Publikum abzuholen.
Das wirft eine weitere Frage auf: Wer ist die Zielgruppe von Shrek: Das Musical? Der Humor spricht abwechselnd ein sehr junges oder ein eher älteres Publikum an. Grundsätzlich ist das eine gesunde Mischung, aber die unterschiedlichen Tonalitäten reißen einen immer wieder aus dem Stück heraus. Dies sind Punkte, die es auch schon an dem Broadway-Stück von 2013 zu bemängeln gab. Deshalb wollen wir hervorheben, was die Linzer Produktion von den anderen abhebt.

Besonders positiv fällt das Bühnenbild auf. In Linz hat man sich entschieden, dem Märchen treu zu bleiben und die Bühne in Form eines riesigen, halb geöffneten Märchenbuchs zu gestalten. Je nach Drehung verwandelt es sich in Shreks Sumpf, Farquaads Schloss oder Fiolas Turm. Hier und da blitzen ganze Absätze unter der Farbe hervor. Die Figuren scheinen direkt aus dem Märchenbuch entsprungen zu sein. Über diese kann man ebenfalls nur Positives sagen: Das Ensemble ist einer der stärksten Aspekte des Stücks.
Während wir Shrek, Fiona und Esel auf ihrer Reise begleiten, sehen wir auch immer wieder, wie es den anderen Märchenfiguren und Lord Farquaad sowie seinen Rittern ergeht. Diese Nummern machen wegen ihrer Dynamik und Tanzeinlagen besonders viel Spaß. Auch die Kostüme fallen positiv auf, wobei Lord Farquaad natürlich das Highlight ist. Wer den Film kennt, weiß, dass der Herrscher von Duloc nicht besonders groß ist. Auf der Bühne geht sein Darsteller Gernot Romic die ganze Zeit auf Knien und trägt falsche kurze Beine.

Shrek: Das Musical hat seine Stärken und Schwächen. Wem der Film gefällt, der wird auch im Musiktheater Linz eine gute Zeit haben. Auch für einen Familienbesuch eignet sich Shrek gut. Eingefleischte Musical-Fans werden aber aktuell sicher auch bessere Shows finden. Die deutschen Übersetzungen der Songs sind nicht schlecht, erreichen aber nicht die Qualität der Originale. Wer die englischen Lieder hören möchte, findet das Album hier auf Spotify. In Shrek: Das Musical zeigt sich, dass es nicht einfach ist, einen Animationsfilm aus den 2000ern in den 2020ern zu modernisieren. Der Cast liefert trotzdem eine sehr starke Performance.
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Alle Fotos: (c) Barbara Pálffy
Hello There! Paula König produziert für die Helden der Freizeit seit 2021 Artikel und Social Media Content vor allem zu Kino, Streaming und Events. Dazu arbeitet sie im Bereich Video, Grafik und Schnitt für TV-Produktionen von TVFriends.
