Is This What You´ve Been Waiting For? fragt Amy MacDonald in ihrem gleichnamigen Album. Warum die Antwort darauf beim Gig in Wien ein klares Ja war, verrät dir unsere Konzert-Kritik.
von Christian Orou, 17. 2. 2026
Seit fast zwei Jahrzehnten lotet die Schottin Amy MacDonald mit ihrer Musik das Grenzgebiet zwischen Pop und Folk aus und schielt dabei manchmal auch in Richtung Country. Letztes Jahr veröffentlichte sie nach fünf Jahren wieder ein Album. Es trägt den Titel Is This What You´ve Been Waiting For?. An einem Montag war sie wieder einmal mit ihrer Band im Wiener Gasometer zu Gast. Wir waren live dabei.

Als Support-Act brachte MacDonald diesmal die Band Better Joy aus Manchester mit. Das Quartett rund um die Sängerin Bria Keely präsentierte feine Popsongs, die vermuten lassen, dass sich unter anderen alle fünf Alben von Amy MacDonald in ihrer Plattensammlung befinden. Hier eine Hörprobe. Dem Publikum gefiel es und viele Leute besorgten sich die Flyer, die Keely in der Pause persönlich verteilte.
Ob das Publikum auch gut bei Stimme war, testete Amy MacDonald bei den letzten beiden Nummern vor Beginn der Show. Die Zuseher:innen ließen sich nicht lumpen und unterstützten Neil Diamond bei seiner süßen Karoline (wobei vermutlich viele eher die Version von DJ Ötzi im Ohr hatten) und die Proclaimers bei ihrer 500-Meilen-Wanderung.
Gleich als Opener präsentierte Amy MacDonald einen Song von ihrem neuen Album. Es ist der Titel-Song, der als eine Art Hommage an ihr Leben auf der Bühne verstanden werden kann. Und schon nach den ersten Takten war klar, dass es auf die Frage, ob es das ist, worauf das Publikum gewartet hat, nur eine Antwort gab. Ja, es war genau das.
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Mehr InformationenIm Laufe ihrer Karriere hat MacDonald bewiesen, dass sie sich sowohl alleine mit ihrer akustischen Gitarre, mit einer Band als Unterstützung oder mit einem großen Orchester, mit dem sie ihre Songs interpretiert, auf der Bühne wohl fühlt. Dabei tritt sie nie als abgehobener Star auf. Sie vermittelte auch im Gasometer dem Publikum, dass sie die gute Freundin ist, die nur kurz aufgestanden ist, ein Konzert gibt und gleich wieder an den Tisch zurück kommt und ihren Kaffee austrinkt.
Bei ihrer Show in Wien spielte sich die Schottin quer durch ihre sechs Alben und ließ keinen ihrer Hits aus. Was auffiel war, dass sich die neuen Songs nahtlos in das ältere Material einfügen. Nach dem Opener folgten Dream On, The Hudson, das von der Geschichte ein wenig an The River von Bruce Springsteen erinnert, Spark und Mr. Rock & Roll. Damit erwies sie gleich zu Beginn allen ihren sechs Alben die Ehre.

Amy MacDonald erzählt aber nicht nur mit ihren Songs Geschichten. In den Pausen nutzt sie immer wieder die Gelegenheit, gönnt ihrer Band eine kurze Verschnaufpause und plaudert mit dem Publikum, das mit ihrem schottischen Akzent ein wenig überfordert ist. Vor dem Song Pride, den sie ihrem Lieblingsverein, den Glasgow Rangers, gewidmet hat, erinnerte sie zum Beispiel an ein Spiel des schottischen Nationalteams gegen jenes aus Österreich vor 29 Jahren. Österreich konnte bei dieser Qualifikation für die WM in Frankreich gegen Schottland nicht gewinnen, sehr zur Freude von Amy MacDonald.
Can You Hear Me? vom neuen Album leitete dann das Finale ein. Nach Statues, und Barrowland Ballroom beendete die Schottin ihren Set im Gasometer mit ihrem größten Hit This Is The Life.
Was bleibt von diesem Abend? Es war ein Konzert einer großartigen Sängerin mit einer einzigartigen Stimme, die von einer soliden Band unterstützt wurde und die dem Publikum keinen ihrer Hits vorenthielt. Es machte Lust, sich wieder einmal alle ihre Alben zu Hause in Ruhe anzuhören.
Die Setlist ihrer aktuellen Tour gibt es hier auf Spotify. Hinzufügen muss man This Is The Life und The Glen, das MacDonald als Zugabe spielte. Die beiden Songs wurden leider vergessen.
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Alle Fotos: (c) Christian Orou/heldenderfreizeit.com
Der Chefredakteur der Wiener Alszeilen verfasst für heldenderfreizeit.com Buch-, Musik- und Spiel-Rezensionen, ist Video-Redakteur von CU TV und schreibt für das Musikmagazin Stark!Strom. Dazu berichtet er von Konzerten, Sport- und anderen Kulturevents und führt Interviews mit Stars und spannenden Persönlichkeiten.
